Arbeitszufriedenheit

Arbeitnehmer sind unterbezahlt und unzufrieden

Die Arbeitszufriedenheit im Facility Management und Handwerk nimmt stark ab. Knapp die Hälfte der Beschäftigten in Österreich kommt kaum mit dem Lohn oder Gehalt aus.

Eine Lohnerhöhung ist dringend nötig, um eine stabile Lebenssituation zu ermöglichen und die Arbeitszufriedenheit zu steigern.

46 Prozent der österreichischen Arbeitnehmer reichen Lohn oder Gehalt kaum zum Leben. Das geht aus dem von der Arbeiterkammer erstellten Arbeitsklimaindex hervor. Er beschreibt seit 21 Jahren vierteljährlich die wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen aus Sicht der Arbeitnehmer.

Sechs Prozent der Arbeitnehmer finden mit ihrem Einkommen gar nicht das Auslangen. Das sind rund 220.000 Personen. Problematisch ist, dass 23 Prozent der Beschäftigten, die in den vergangenen zwölf Monaten arbeitslos waren, jetzt Jobs haben, von denen sie nicht leben können. „Das zeigt, dass ein großer Teil der Arbeitslosen nur über prekäre Beschäftigung zurück auf den Arbeitsmarkt findet“, erklärt AK-Präsident Johann Kalliauer.

Gehaltserhöhungen sind dringend notwendig

Drei Viertel der vorwiegend weiblichen Reinigungskräfte geben an, dass ihr Einkommen nicht oder kaum zum Leben ausreicht. „Die Zahl der Menschen, die von ihrem Einkommen leben können, ist zwar dank Steuerreform, Mindestlohn und guter Gehaltsabschlüsse in den vergangenen Jahren leicht gestiegen. Dennoch sinken sowohl die Lohnquote als auch die mittleren Realeinkommen“, kritisiert der AK-Präsident. „Die Arbeit der Beschäftigten ist viel mehr wert, denn sie sind die wahren Leistungsträger in unserem Land – ohne sie würde alles stillstehen. Die Leistungen müssen ausreichend honoriert werden. Darum braucht es jetzt – auch als Ausgleich für den 12-Stunden-Tag – kräftige Lohn- und Gehaltserhöhungen“, so Kalliauer.

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Handwerker sind unzufrieden

Auch die Situation von Handwerkern ist bedenklich: Ihre Arbeitszufriedenheit ist um acht Indexpunkte geringer als bei sonstigen Beschäftigten. Grund dafür sind vor allem die höheren körperlichen Belastungen. Mehr als ein Drittel leidet unter schlechten Gesundheitsbedingungen und drei von zehn beklagen die hohe Unfall- und Verletzungsgefahr. Das sind jeweils rund dreimal so viele wie in allen anderen Berufsgruppen.

Mehr als ein Viertel der Handwerker ist durch Zeitdruck belastet, ein Fünftel hat ständigen Arbeitsdruck. Handwerker arbeiten im Schnitt 42 Wochenstunden. Acht von zehn machen Überstunden, 27 Prozent sogar häufig. Im Durchschnitt aller Branchen sind es nur 17 Prozent.