Smarte Gemeinde

Chip-Sensoren sollen steirische Gemeinde zu Smart Village machen

Was passiert, wenn die Straße plötzlich selbst vor Glatteis warnt? Und Lampen nur leuchten, wenn sie tatsächlich gebraucht werden? Tests in Riegersburg und Feldkirchen bei Graz sollen das nun zeigen.

Die Gemeinden Feldkirchen bei Graz und Riegersburg sollen nun eine intelligente Ausstattung erhalten.

Die beiden steirischen Betriebe Energie Steiermark und Saubermacher präsentierten nun mit den Gemeinden Feldkirchen bei Graz und Riegersburg das Projekt Smart Village. Das Vorhaben beschäftigt sich mit neuen (Bürger-)Services im Bereich Abfallentsorgung sowie umfassenden digitalen Anwendungen für die Gemeinde. Neben der Bewusstseinsförderung für Umweltthemen stehen individuellere Leistungen für den Einzelbürger als auch smarte Anwendungen für die Gemeinde im Fokus. Intelligente Mülltonnen, moderne Wertstoffscanner, smarte Straßenlaternen oder schlaue Winterdienste spielen dabei die Hauptrollen. Durch die direkte Kommunikation mit den Bürgern über die Service App Daheim ist das Konzept in Österreich einzigartig. 

Intelligente Services

„Unser gemeinsames Ziel ist es, Gemeinden mit intelligenten Sensoren auszustatten, welche völlig neue Dienstleistungen für die Bürger ermöglichen. Gleichzeitig wollen wir helfen, die Kosten für die täglichen Einsätze vor Ort drastisch zu senken. Gemeinsam mit den innovativen Teams in den Gemeinden untersuchen wir jetzt im Praxistest, wie die Digitalisierung bei Alltagsaufgaben von der Straßenpflege bis zur Beleuchtung Nutzen stiften kann“, so Christian Purrer, Sprecher des Vorstandes Energie Steiermark. Die Pilotphase startete in einem Testgebiet in Feldkirchen vor rund zwei Wochen und wird zwölf Monate dauern. Riegersburg folgt Mitte Juli. Im ersten Schritt kommen in Mülltonnen verbaute Hightech-Sensoren zum Einsatz, die zum Beispiel aufgrund des Befüllungsgrades der Tonne die Abholung automatisch veranlassen und so für bedarfsgerechte Abholintervalle sorgen.

https://youtu.be/EEPmjqxbxHk

White Paper zum Thema

Ab August regeln Spezialsensoren Beleuchtungsgrad und -dauer von Straßenlaternen und reduzieren somit Stromkosten und Lichtverschmutzung. Ebenfalls im August folgen mit Wertstoffscanner ausgestattete Müllfahrzeuge, die die qualitative Abfallzusammensetzung erkennen und damit auch das richtige Mülltrennen unterstützen. Auch Fahrzeuge des Straßendienstes werden mit Sensoren ausgestattet. Damit werden Arbeitszeiten und Routen automatisiert erfasst und das Fahrtenbuch elektronisch erstellt. Im Oktober wird dieses Service durch Asphalttemperatursensoren ergänzt, die genaue Rückschlüsse auf die Fahrbahnverhältnisse liefern. Punktgenau kann dadurch mit der passenden Menge an Streusalz oder Streumaterial reagiert werden.

Smarte Bewusstseinsbildung

Mit den neuen Services soll auch die richtige Mülltrennung und das Sparen von Energie gefördert werden. Noch immer landen allein in der Restmülltonne rund 35 Prozent Wertstoffe sowie 35 Prozent Biomüll. Durch zielgerichtete Information und Transparenz gepaart mit spielerischen Elementen soll die Motivation für eine bessere Trennmoral gesteigert werden. „Über die Daheim App wollen wir gamifizierte Anwendungen testen und beispielsweise fachgerechtes Mülltrennen belohnen. Wir erhoffen uns dadurch eine deutliche Senkung der Fehlwürfe“, erläuterte Ralf Mittermayr, Sprecher des Vorstandes Saubermacher, den Vorteil der direkten Kommunikationsmöglichkeit zwischen Gemeinde und BürgerInnen.

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