Interview

„Ich bin jetzt seit fast 35 Jahren in der Branche tätig, aber so etwas Intensives gab es noch nie“

Die Coronakrise ist auch für erfahrene Unternehmer wie Rudolf Piepenborn eine große Herausforderung. Im Gespräch mit TGA erzählt der Judo-Verkaufsleiter wie sein Unternehmen mit der Krise umgeht und warum er nun auf digitale Veranstaltungen setzt.

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"Die virtuelle Technik im Krankenhaus-Tagung ist etwas, das es in unserer Branche noch nie gab und das bei dem entsprechenden Klientel sicher gut ankommt", sagt Judo-Verkaufsleiter Rudolf Piepenborn im TGA-Interview.

Normalerweise ist die Wasseraufbereitung das Metier von Rudolf Piepenborn. Er ist Verkaufsleiter beim österreichweit tätigen Unternehmen Judo und bereits seit 35 Jahren in der Branche tätig. Seit neuestem muss sich Piepenborn aber nicht nur mit der Wasseraufbereitung beschäftigen, sondern sich auch mit den Themen Coronakrise und Digitalisierung auseinandersetzen. Im TGA-Interview erzählt er von den neuen Herausforderungen.

TGA: Sprechen wir den Elefanten im Raum direkt an: Die Coronakrise. Wie stark ist Ihr Unternehmen davon betroffen? 

Rudolf Piepenborn: Ich bin jetzt seit fast 35 Jahren in der Branche tätig, aber so etwas Intensives gab es noch nie. Wir versuchen, mit der Situation bestmöglich umzugehen und unseren Kunden weiter einen optimalen Service zu bieten. Bei Judo Österreich mussten wir allerdings zwischenzeitlich ein paar Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. Im Vertrieb beispielsweise können aufgrund der aktuellen Beschränkungen derzeit natürlich keine persönlichen Beratungsgespräche geführt werden. Die Kommunikation findet dennoch statt – hauptsächlich über die online Kanäle. Unser Kundendienst steht für dringende Wartungen und Reparaturen weiterhin zur Verfügung. Etwas mehr Normalität könnten es wieder nach Ostern geben, wenn die von der Regierung vorgegebenen einschränkenden Maßnahmen gelockert werden sollen. Wir versuchen, das Beste aus der aktuellen Lage zu machen und positiv zu bleiben. Aber für uns ist die Situation, wie auch für alle anderen, völlig neu. Deshalb freut es mich besonders, dass unsere Mitarbeiter weiterhin motiviert und engagiert sind, voll hinter unserem Unternehmen stehen und trotz der schwierigen Situation weiterhin für unserer Kunden da sind.

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TGA: Sie sind österreichweit tätig? Gibt es Unterschiede in den einzelnen Bundesländern?

Rudolf Piepenborn: Aufgrund der unterschiedlichen Quarantänemaßnahmen der Regierung in den einzelnen Bundesländern gab es dort auch Unterschiede, was die Arbeit anbelangt. Viele große Baufirmen mussten Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. Daher kann im Bereich Großbaustellen aktuell nur eingeschränkt gearbeitet werden. Anfragen für Projekte sind österreichweit dennoch zahlreich vorhanden. Aufgrund der derzeitigen Situation verzögern sich jedoch auch die Bauphasen. Unsere Produkte werden erst am Ende der Rohbauphase verbaut und soweit müssen die Bauarbeiten jetzt erst mal fortschreiten. In Deutschland, wo der Hauptsitz unseres Unternehmens liegt, läuft die Produktion auch in dieser schwierigen Situation nach wie vor, sodass die Lieferketten nicht beeinträchtigt sind.

TGA: Nun mag vielleicht die reale Präsenz etwas einbrechen, die virtuelle wird dafür gerade aufgebaut. Sie sind Aussteller auf der Technik im Krankenhaus-Tagung, die heuer zum ersten Mal virtuell stattfindet. Wie bereiten Sie sich auf Ihre erste virtuelle Tagung vor?

Rudolf Piepenborn: Die virtuelle Tagung ist für uns eine neue Herausforderung, da wir an einem solchen Format noch nie teilgenommen haben. Mittlerweile sind wir mitten in den Vorbereitungen und sammeln passende Bilder und Videos für unseren virtuellen Stand. Ich finde es sehr interessant, dass die Technik im Krankenhaus-Tagung dieses Jahr virtuell stattfindet. Das ist etwas Neues für unsere Branche und wird bei unseren Kunden sicher gut ankommen.

TGA: Mit der virtuellen Tagung gehen wir einen großen Schritt Richtung Digitalisierung. Wie kann die Digitalisierung bei der Wasseraufbereitung umgesetzt werden?

Rudolf Piepenborn: Wir haben bereits appgesteuerte Produkte, mit denen der Kunde Verbrauchsdaten seiner Anlage über das Smartphone ablesen und Einstellungen am Gerät vornehmen kann. Dazu zählen unsere Enthärtungsanlagen der i-soft Serie und unsere Dosierpumpe i-dos. Auch das Leckageschutzsystem ZEWA PLUS, das über die App bedient wird, haben wir im Repertoire. Über unsere JU-Control App erhält der Kunde wichtige Benachrichtigungen zu Störungen und Wartungen sowie zu wichtigen Ereignissen – beispielsweise, wenn Verbrauchsmaterialien nachgefüllt werden müssen. Bei unserer Enthärtungsanlage i-soft plus zum Beispiel ist es möglich, dass unsere Techniker auf Kundenwunsch hin die Daten über die JU-Control App abfragen und so besonders schnell Hilfestellung leisten können – auch ohne direkt vor Ort sein zu müssen.

TGA: Werden appgesteuerte Anlagen auch auf Ihrem Stand auf der Technik im Krankenhaus-Tagung eine Rolle spielen? 

Rudolf Piepenborn: Ja, wir werden auf der Tagung unter anderem unsere i-soft Enthärtungsanlage präsentieren und zeigen, was alles mit der appgesteuerten Anlage möglich ist. Unsere Kunden dürfen schon jetzt auf die virtuelle Tagung gespannt sein. Sie bietet eine ganz neue Erfahrung – für uns alle.

Die Technik im Krankenhaus-Tagung der WEKA Industrie Medien findet am 12. Mai statt. Nähere Informationen finden Sie hier.

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