Alarmierend

In Deutschland wird aus dem Fachkräftemangel nun Wohnungsmangel

In Deutschland werden weniger Wohnungen gebaut als benötigt. Schuld daran ist eklatanter Fachkräftemangel. Nun schlagen Experten Alarm.

Er schaut leider viel zu selten auf Baustellen vorbei: der Installateur.

Das Delta zwischen Wohnungsneubau und Wohnungsbedarf in Deutschland öffnet sich immer mehr - und eine Schließung dieses Deltas ist nicht in Sicht. Davor warnt nun die deutsche KfW-Bank in einer aktuellen Studie.

Zwar werden im Jahr 2018 rund 300.000 Wohnungen fertiggestellt werden - ein Plus von rund 15.000 gegenüber der Bauleistung des Jahres 2017, doch das reicht bei weitem nicht, um den Bedarf an Wohnraum zu decken. Um Wohnungsengpässe zu beheben, wären bis 2020 jährlich 350.000 bis 400.00 Baufertigstellungen nötig.

„In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Schere zwischen Baugenehmigungen und Baufertigstellungen im Wohnungssektor immer weiter geöffnet. Aktuell warten in Deutschland 653.000 genehmigte Wohnungsneubauten auf Umsetzung. Ich erwarte, dass die Zahl bis Jahresende weiter steigt“, so KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner.

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Den Grund für die ungenügende Bauleistung liefert die KfW-Studie gleich mit: eklatanter Fachkräftemangel beim Bauhandwerk. Installateure fehlen. Klimatechniker fehlen. Heizungstechniker fehlen.

„Im Klempner-, Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerk hat sich das Fachkräfteangebot im vergangenen Jahr weiter verknappt, wie die hohe Zahl und die lange Dauer offen gemeldeter Stellen bei der Bundesarbeitsagentur zeigt. Vor allem Meister sind schwer zu bekommen, aber zunehmend auch andere Fachkräfte des Bauhandwerks“, so Zeuner.

Zeuners alarmierendes Urteil: "Der Fachkräftemangel wird allmählich zum größten Risiko für eine Ausweitung der Bautätigkeit in Deutschland."

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