Förderungen

Kesseltausch & Co.: Das steckt hinter der Sanierungsoffensive

Mit den Paketen "Raus aus Öl und Gas" und "Sanierungsscheck" werden klimafreundliche Sanierungen und nachhaltige Heizsysteme gefördert. Dafür steht erstmals ein Budget von 650 Millionen Euro zur Verfügung.

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Klimaschutzministerin Leonore Gewessler schnürte mit 650 Millionen Euro ein Rekordpaket für die aktuelle Sanierungsoffensive. Gefördert werden dadurch einerseits thermische Gebäudesanierungen („Sanierungsscheck“) und andererseits Heizkesseltausche („Raus aus Öl und Gas“) auf klimafreundliche Alternativen. Die Förderinitiative trat am 09.02.2021 in Kraft und wurde zudem erstmals für zwei Jahre beschlossen.

„Denn im Kampf gegen die Klimakrise gibt es keine Ausreden. Die Sanierungsoffensive bringt uns im Klimaschutz voran und schafft gleichzeitig die in der Krise so besonders wichtigen Arbeitsplätze für den Heizkesselhersteller aus Österreich und die Installateurin aus der Region", begründet Gewessler das Rekordbudget der „Umweltförderung im Inland“. Das Ziel: Bis 2035 soll in Österreich nicht mehr mit fossilen Brennstoffen geheizt werden. Schätzungen zufolge umfasst der Bestand an Ölkesseln aktuell rund 600.000 Stück, bei den Gasheizungen sogar knapp 900.000.

Die Förderungen im Überblick

Was bedeuten die Maßnahmen zur Eindämmung des Heizenergieverbrauchs und zur Umstellung von fossil betriebener Raumheizung auf klimafreundliche Heizsysteme nun im Detail? Bis zu 5.000 Euro an Unterstützung winken Privatpersonen und Betrieben beim Wechsel von einem fossilen Heizsystem auf einen Nah- bzw. Fernwärmeanschluss oder - sollte das nicht möglich sein - auf eine klimafreundliche Wärmepumpe oder eine Holzzentralheizung.

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Außerdem wurde das Förderangebot unkomplizierter gestaltet und Förderkriterien vereinfacht. Zum einen beträgt die Frist zwischen der Registrierung und der Antragstellung für "Raus aus Öl und Gas" nun 6 anstatt wie bisher 5 Monate. Für die Heizkesseltausche erhöht sich der maximale Fördersatz außerdem auf 35 Prozent, auch Fernwärme-Anschlussgebühren sind jetzt förderungsfähig.

Werden bei der Sanierung von Ein- oder Zweifamilienhäusern nachwachsende Rohstoffe als Dämmmaterial verwendet, besteht die Möglichkeit auf einen Zuschlag von 50 Prozent auf die jeweilige maximale Förderungspauschale ("Sanierungsscheck"). Ebenfalls bei Ein- oder Zweifamilienhäusern: Die Einzelbauteilsanierung wird wieder gefördert. Als Voraussetzung muss das Gesamtsanierungskonzept, Energieausweis oder eine Energieberatung vorgelegt werden; die Förderungspauschale beträgt bis zu 2.000 Euro.

Auch für den mehrgeschossigen Wohnbau wurden Veränderungen beschlossen, darunter zum Beispiel Förderungspauschalen für den Heizungstausch ("Raus aus Öl und Gas"), die in Abhängigkeit zu der Leistung des neuen Heizungssystems gewährt werden (5.000/8.000/10.000 Euro). Der maximale Förderungssatz steigt ebenfalls von 30 auf 35 Prozent. Mehrkosten für eine Zentralisierung des klimafreundlichen Heizungssystems werden mit einem zusätzlichen Bonus pro angeschlossener Wohnung gefördert. Der Bonus ist bei 1.500 Euro pro Wohneinheit oder 35 Prozent Fördersatz gedeckelt. Das betrifft etwa den Ersatz von Gasthermen oder Einzelöfen durch eine klimafreundliche Zentralheizung.

Auch wichtig: Alle Förderungen können zusätzlich zu den jeweiligen Förderungen der Bundesländer beantragt werden. Nicht nur Privatpersonen, sondern auch Betriebe und Gemeinden können von den Förderungen profitieren. Die Online-Registrierung und Einreichung von Förderungsanträgen ist seit 09.02.2021 möglich.

Wirtschaftstreiber

2020 beanspruchten über 15.000 österreichische Haushalte die Förderung für den Kesseltausch, über 8.000 jene für die thermische Gebäudesanierung. Laut dem Umweltministerium sollen durch die Sanierungsoffensive insgesamt 64.0000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Diese sollen mit Investitionen von 4,5 Milliarden Euro einhergehen. Das kurbelt auch die heimische Wirtschaft an.