MeineRaumluft.at

Luftmessungen zeigen: Dicke Luft in Büros

Mehr als 360 Büros wurden bei einer österreichweiten Erhebung auf wesentliche Indikatoren für gesunde Raumluftqualität untersucht. Am „Tag der guten Raumluft 2013“ präsentierte die unabhängige Plattform MeineRaumluft.at nun Ergebnisse, die zum Nachdenken bringen.

Die Untersuchung der Raumluft-Indikatoren zeigt: In fast allen Büros wurden während des Messzeitraumes Richtwerte für gesunde Raumluft zumindest punktuell über- bzw. unterschritten. Arbeitsmediziner geben die Folgen für den Einzelnen und die Wirtschaft zu bedenken: Ermüdung, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl sowie Leistungsabfall und Krankenstände. Als konsequenten, nächsten Schritt zur Sensibilisierung der breiten Öffentlichkeit, der Politik und v.a. der Betroffenen selbst unterschrieben namhafte Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft den MeineRaumluft-Appell „Gesunde Raumluft. Mehr Lebensqualität“.

Breit angelegte Messaktion in Büros

Seit Winter letzten Jahres (und noch bis einschließlich 30. März 2014) führt die unabhängige Plattform MeineRaumluft.at österreichweit Erhebungen zur Raumluftqualität in Büros durch. Dabei fanden zwei Untersuchungsreihen statt. Einerseits gab es im Auftrag der Plattform MeineRaumluft.at mehr als 230 Spontan-Untersuchungen in Büros, durchgeführt vom Marktforschungsinstitut Hoffmann & Forcher im Auftrag der Plattform. Andererseits wurden in Folge Raumluftdaten in weiteren 130 Büros jeweils eine Woche lang durch MitarbeiterInnen der Betriebe oder Betriebsärzte selbst erhoben. Gemessen wurden zentrale Indikatoren für gesunde Raumluft: Luftfeuchtigkeit, Raumtemperatur, Luftaustauschrate, CO2-Gehalt sowie die Anzahl der Luftionen, die in Sondermessungen mit einem speziellen Ionen-Messgerät ermittelt wurden.

Des Weiteren unterzeichneten den Appell: Mag. Robert Schmid, GF Gesellschafter Schmid Industrie SIH; Mag. Brigitte John-Reiter, GF Österr. Akademie für Arbeitsmedizin; Dr. Georg Haberhauer, Vizerektor BOKU; DI Peter Tappler, Umweltanalytiker IBO Innenraumanalytik; DI Christof Braunegg, GF Troges; Dr. Manfred Gaulhofer, GF Gaulhofer Fenster; Mag. Alois Wichtl, GF bellaflora Gartencenter; Mag. Isabella Hollerer, Nachhaltigkeitsbeauftragte bellaflora Gartencenter; Mag. Georg Bursik, GF Wopfinger Baustoffindustrie; Ing. Sascha Deifel, GF Camfil Austria; DI Stephan Bruck, GF AQA; Ing. Thomas Mader, GF Stiebel Eltron; Erich Nepita, GF IONIT healthcare; Univ. Prof. Mag. Dr. Joseph Strauss, BOKU; DI (FH) Reinhard Böcskör, Marketing Wienerberger Ö © TGA, Marianne Schmidt
Des Weiteren unterzeichneten den Appell: Mag. Robert Schmid, GF Gesellschafter Schmid Industrie SIH; Mag. Brigitte John-Reiter, GF Österr. Akademie für Arbeitsmedizin; Dr. Georg Haberhauer, Vizerektor BOKU; DI Peter Tappler, Umweltanalytiker IBO Innenraumanalytik; DI Christof Braunegg, GF Troges; Dr. Manfred Gaulhofer, GF Gaulhofer Fenster; Mag. Alois Wichtl, GF bellaflora Gartencenter; Mag. Isabella Hollerer, Nachhaltigkeitsbeauftragte bellaflora Gartencenter; Mag. Georg Bursik, GF Wopfinger Baustoffindustrie; Ing. Sascha Deifel, GF Camfil Austria; DI Stephan Bruck, GF AQA; Ing. Thomas Mader, GF Stiebel Eltron; Erich Nepita, GF IONIT healthcare; Univ. Prof. Mag. Dr. Joseph Strauss, BOKU; DI (FH) Reinhard Böcskör, Marketing Wienerberger Ö
Am „Tag der guten Raumluft 2013“ zieht die Plattform nun Zwischenbilanz:

Dicke Luft in Österreichs Büros

White Paper zum Thema

Bei den 230 Spontan-Messungen, die im Winter durchgeführt wurden, zeigt sich bei mehr als jedem fünften Büro, dass die Luftfeuchtigkeit zu gering und der CO2-Wert zu hoch ist. Die Anzahl der Luftionen unterschritt bei den Sondermessungen den Richtwert von 1.000 Luftionen pro cm³ sogar bei 80 Prozent der Büros. Darüber hinaus lag die Temperatur im Winter in rund jedem 8. Büro unter erfrischenden 18 Grad. Das Resümee: Die Luft ist zu trocken und weist mit erhöhten CO2-Werten generell eine schlechte Qualität auf. In kaum einem der Büros lagen alle gemessenen Richtwerte im empfohlenen Bereich.

Bei den Wochen-Messungen, die zwischen Frühsommer und Herbst 2013 stattfanden und in denen 130 Büros über einen Zeitraum von je einer Woche beobachtet wurden, zeigte sich hingegen folgendes Bild: Bei mehr als der Hälfe aller Büros (57,8 Prozent) lag die Luftfeuchtigkeit unterhalb des Richtwertes von 40 Prozent, bei jedem fünften Büro sogar unter 30 Prozent. „Dies ist deshalb bedenklich, da bei Verwendung von Klimaanlagen eine relative Luftfeuchtigkeit von zumindest 40 Prozent zu erreichen ist. Und dies war bei 80 Prozent der klimatisierten Büros nicht der Fall“, erklärt Schlatte.

Die CO2-Werte waren bei den Wochen-Messungen in jedem zehnten Büro zu hoch, das Gesamtergebnis war allerdings besser als bei den vorangegangenen Spontanmessungen. Grund dafür ist laut Schlatte einerseits der große Anteil an mechanischen Lüftungsanlagen, die bei regelmäßiger Wartung gut funktionieren, andererseits ist die Besserung hier auch jahreszeitenbedingt zu interpretieren, da im Sommer die Fenster länger offenstehen. Auch zeigte sich eine weitere positive Dynamik: „Die Tagesergebnisse im Vergleich zeigen, dass allein die Aufmerksamkeit, die durch das Leih-Messgerät erzeugt wurde, die Faktoren positiv beeinflusst“, so Schlatte.

Während es im Winter zu kalt in den Büros ist, zeigen die Messungen im Sommer, dass die Luft nicht nur dick, sondern auch heiß sein kann: In jedem sechsten Büro lag die Temperatur über der 25-Grad-Marke.

Entscheidender Faktor für Arbeitsleistung

Arbeitsmedizinerin Dr. Eva Höltl verwies auf die gesundheitlichen Folgen und die wirtschaftlichen Aspekte: „Schlechte Raumluft kann umfangreiche Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Allergien und Atemwegserkrankungen können die Folge sein. Hinzu kommt: Ist die Raumluft schlecht, sinkt die Leistungsfähigkeit. In einer Dienstleistungsgesellschaft, in der die geistige Leistung das eigentliche Produkt ist, müssen Unternehmen einfach darauf achten, welche Rahmenbedingungen für ihre Mitarbeiter herrschen“, so Höltl. „Gezielte Vorsorge und professionelle Überlegungen sind für ein positives Raumklima unerlässlich. Gesunde Raumluft beginnt schon bei der Gebäudeplanung“, so die Expertin.

„Investition in gesunde Raumluft ist eine Investition in die Zukunft“

Optimale Raumluftqualität hängt aber nicht nur von den baulichen Maßnahmen ab, auch das Engagement und die Bewusstheit jedes Einzelnen kann viel dazu beitragen. Dies weiß auch Univ. Doz. DI Dr. Georg Haberhauer, Vizerektor der Universität für Bodenkultur BOKU: „Es gehört zum Selbstverständnis der BOKU, achtsam mit der Gesundheit unserer MitarbeiterInnen umzugehen und diese zu fördern. Als Arbeitgeberin von knapp 2.500 MitarbeiterInnen und Ausbildungsstätte für rund 12.000 Studierende haben wir eine große Verantwortung, derer wir uns bewusst sind. Daher haben wir neben umfassenden Sanierungsarbeiten auch Projekte initiiert wie zum Beispiel die Initiative ‚Gesunde BOKU‘. Denn gesunde MitarbeiterInnen sind ein wesentlicher Faktor für den Erfolg unserer Universität."

Mag. Thomas Schlatte, Dr. Eva Höltl, Mag. Gabriele Hoffmann, Univ. Doz. DI Dr. Georg Haberhauer © Plattform MeineRaumluft.at
Mag. Thomas Schlatte, Dr. Eva Höltl, Mag. Gabriele Hoffmann, Univ. Doz. DI Dr. Georg Haberhauer

Unternehmen können bis einschließlich Ende März 2014 die Messgeräte zur Raumluft-Erhebung gratis bei der Plattform MeineRaumluft.at ausleihen.