Weltraum-Toilette

Neue Toilette für die Raumstation ISS

Für die Besatzung der Internationalen Raumstation wird sich der Komfort bald stark erhöhen: Die ISS erhält eine neue Toilette. Warum sich vor allem die weiblichen Crewmitglieder darüber freuen dürften.

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Toilette Sanitär NASA Weltall

Die US-amerikanische Astronautin Serena Auñón-Chancellor bei der Wartung der aktuellen Toilette.

Die internationale Raumstation (ISS) wird im Herbst modernisiert und erhält eine neue Toilette. Das derzeitige Modell stammt aus den 1990er Jahren und bringt mittlerweile einige Probleme mit sich. Unter anderem ist sie "empfindlich gegenüber der Ausrichtung der Besatzung auf dem Sitz und kann zu versehentlichem Verschmutzen der Sammelbeschläge mit Fäkalien führen", so eine detaillierte Überprüfung des American Institute of Aeronautics and Astronautics. Die Besatzung klagte des Öfteren über die klobige Art der Toilette, vor allem für weibliche Crewmitglieder war die Benutzung umständlich. Die Weltraum-Toilette wurde auch wegen erfolgloser "Erfassung und Benutzerfreundlichkeit für gleichzeitiges Wasserlassen und Stuhlgang für gemischte geschlechtsspezifische Besatzungen" kritisiert. 

Das bisherige System wird deshalb nun durch das Universal Waste Management System (UWMS) der NASA ersetzt. Das soll den Toilettengang im All vereinfachen und für männliche und weibliche Crewmitglieder gleichermaßen komfortabel sein. Dafür wurden Form und Volumen des Sitzes neu gestaltet sowie die Bedienung vereinfacht. Eine Besonderheit, die auf der russischen Seite der Raumstation bereits verwendet wird, erhält nun auch die neue US-Toilette: Mit einer Zehenstange für die Füße können sich die Astronauten und Astronautinnen einfacher verankern und so der Schwerelosigkeit trotzen. 

Abfallmanagement im All soll verbessert werden

Mit der neuen, komfortableren Toilette ist es aber nicht getan: Die NASA arbeitet momentan an einem neuen Abfallsystem, um Ausscheidungen besser sammeln zu können. Das bedarf einer neuen Lösung: „Unsere Zukunftsziele sind es, die Ausscheidungsprodukte zu trocknen, um sie mikrobiell inaktiv", so Jim Broyan, Manager für Umgebungskontrollsysteme bei der NASA. 

White Paper zum Thema

Astronauten der Apollo 11 hinterließen damals 96 Beutel mit benutzten Windeln im All, von denen heute niemand weiß was mit ihnen passiert ist. Gerade deshalb ist ein ordentliches Abfallmanagement im All so wichtig: Es sollen keine menschlichen Abfälle zurückgelassen und so möglicherweise andere Planeten kontaminiert werden.

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