Hygiene

Nicht ohne Seife waschen – über Keimherde, Warmwasser und Lufthandtrockner

Selten war die Menschheit so informiert über die Wichtigkeit des Händewaschens – trotzdem sind einige Fakten noch weitgehend unbekannt.

Badezimmer Coronavirus Hygiene

Auch wenige Tage nach dem Welttag des Händewaschens ist eben genau das immer noch wichtig – die richtige Handhygiene.

Bis zu 80 Prozent aller Infektionskrankheiten werden über die Hände übertragen. Regelmäßiges und gründliches Waschen war also auch vor Coronazeiten schon Gebot – viele Menschen meinen es aber erst jetzt wirklich ernst mit dieser Hygienemaßnahme. Außerdem wird in diesen Zeiten mehr über das Händewaschen informiert, was ebenfalls zu einem gesteigerten Bewusstsein führt.

Während viele Menschen glauben, die Toilette ist der Keimherd einer jeden Wohnung, ist dieser vielmehr in der Küche zu finden. Ein Spülbecken zählt rund 30.000 Keime pro Quadratzentimeter, ein Toilettensitz nur 300, so die Plattform Medimpressions.

Staubtrocken

Wichtig ist nach dem Waschen auch das Trocknen der Hände. Denn mit feuchten Händen werden bis zu 1000 Mal mehr Erreger übertragen als mit trockenen. Der Griff zum Handtuch muss aber ebenso wohlüberlegt sein – war die vorangegangene Reinigung nämlich nicht intensiv genug, werden Kolibakterien einfach ans Handtuch weitergegeben. Laut einer aktuellen Studie der Universität von Arizona betrifft das 90 Prozent der Handtücher. Feuchtigkeit – etwa im Badezimmer generell oder eben im Handtuch selbst – ist für die Erreger das perfekte Klima zum Überleben und Vermehren.

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Während daheim also auf die richtige Handtuchhygiene geachtet werden sollte, können auf öffentlichen Toiletten Papierhandtücher ihren Beitrag zur Keimentfernung leisten. Eine kürzlich durchgeführte Studie der University of Leeds zeigte, dass auch Lufthandtrockner die Viruskontamination der Hände stark reduzieren – jedoch nicht annähernd so stark wie die Einweghandtücher. Die Testpersonen mussten nach dem Trocknen verschiedene Oberflächen berühren. Nach den Handtüchern waren sechs von elf Oberflächen im Anschluss kontaminiert, nach den Gebläsen alle elf.

Heißes Wasser?

Dass Seife verwendet und die Hände mindestens 20 Sekunden lang gewaschen werden sollten, ist mittlerweile wohl den Meisten bekannt. Haushaltsseife tötet zwar keine Keime, hilft aber bei der Beseitigung. Antibakterielle Seife muss trotzdem nicht verwendet werden. Diese kann bei einigen Menschen allergische Reaktionen hervorrufen und gegen Viren hilft sie ohnedies nicht.

Warmwasser hingegen ist bei der Handwäsche vielleicht angenehmer, aber kein Muss. Tatsächlich ist warmes Wasser sogar schlechter für die Haut als kaltes. Wer sich mit extra heißem Wasser, aber ohne Seife wäscht, tut sich damit also nichts Gutes und bekommt die Keime aus der Fettschicht der Haut nicht weg.