Wasserqualität

Österreichisches Trinkwasser ist einwandfrei - bis es das Haus erreicht

Rund 5.500 Wasserversorgungsunternehmen sorgen in Österreich dafür, dass rund um die Uhr tadelloses Trinkwasser zur Verfügung steht. Dabei kann die Wasserqualität noch so gut sein, wenn es an der Hausanlage und dem Umgang mit Wasser hapert.

Das österreichische Trinkwasser kann in den meisten Haushalten bedenkenlos verwendet werden.

"Wir haben in Österreich wirklich gutes Trinkwasser, das stets gut überwacht wird - bis es an das Haus gelangt", eröffnet Jörg Eberhardt, Vorstandsmitglied des Forum Wasserhygiene, seine Rede bei der ersten TGA Konferenz in Wien. Eine mangelnde Trinkwasserqualität soll nicht von den Wasserversorgern verursacht werden, sie liege viel eher an der schlechten Wartung von Gebäuden und am Bäder-Überschuss der Häuslbauer, so Eberhardt und weiter: "Früher gab es auf der gesamten Ebene nur einen Wasseranschluss mit Kaltwasser. Stagnation war damals überhaupt kein Problem. Heute hat fast jedes Haus zwei oder mehr Bäder und zahlreiche Wasseranschlüsse, die viel zu selten genutzt werden."

Besonders stagnationsgefährdet sind Gebäude des Saisontourismus sowie Kindergärten und Schulen. Dort gibt es lange Betriebspausen, wodurch das Wasser in den Leitungen sehr lange stagniert und somit die Legionellenbildung begünstigt wird. "Allgemein sind wir heute viel weniger Zuhause als früher. Viele Menschen haben Ferienwohnungen oder verreisen längere Zeit. Dass das Wasser in den Leitungen in der Zwischenzeit schlecht wird, daran denken die meisten gar nicht", erklärt der Experte. 

Infektion in der Dusche

Laut der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit erkrankten 2016 in Europa 7.069 Personen an der Legionärskrankheit, die von Legionellen ausgelöst wird und tödlich enden kann. Tendenz steigend. Die Infektion wird meist durch feine Wassertropfen, wie zum Beispiel in der Dusche, ausgelöst und erfolgt über die Atemwege. "Die Menschen verstehen nicht, dass auch Wasser ein Ablaufdatum hat. Ein Glas Wasser würde man doch auch nicht mehr trinken, nachdem es drei Wochen im warmen Wohnzimmer stand. Warum sollte man also das Leitungswasser noch verwenden können?", so Eberhardt. 

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Schon einfache Maßnahmen können das Risiko einer Legionärskrankheit-Infektion deutlich mindern. Es reicht das Warm- und Kaltwasser nach Rückkehr rund zwei Minuten laufen zu lassen. Dadurch kommt Frischwasser nach, das bedenkenlos verwendet wird. Alternativen, die Leitungswasser länger haltbar machen, kann Eberhardt vorerst keine nennen. In anderen Ländern wird belastetes Wasser mit Chlor gereinigt. Als Trinkwasser eignet sich das dortige Leitungswasser jedoch meist nicht mehr. 

Zum Abschluss gibt Jörg Eberhardt noch einen entscheidenden Tipp: "Überlegen Sie sich, ob Sie wirklich drei Bäder brauchen oder ob auch eins reicht. Dadurch werden Stagnationen vermieden sowie Wasser und Kosten gespart."

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