Wissensdurst-Podcast

So gefährlich sind Mikroplastik und multiresistente Erreger wirklich

700.000 Menschen sterben jährlich an sogenannten antimikrobiellen Resistenzen. Bis 2050 sollen diese Erreger mehr Todesopfer fordern, als Krebserkrankungen. Wie gefährlich die Erreger wirklich sind und was Mikroplastik in unserem Körper macht, erklärt Wasserhygiene-Expertin Regina Sommer.

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Regina Sommer, Leiterin des Instituts für Hygiene und Angewandte Immunologie an der Medizinischen Universität Wien, erklärt im Wissensdurst Podcast wie gefährlich Mikroplastik und multiresistente Erreger sind.

Die Trinkwasserqualität in Österreich ist hervorragend und dennoch gibt es auch hierzulande Rückstände im Trinkwasser, die sich auf die Gesundheit auswirken können. Im Oktober vergangenen Jahres fanden Wiener Forscher zum ersten Mal Mikroplastik in menschlichem Stuhl. 50 bis 500 Mikrometer waren die Plastikteilchen groß. Die Auswirkungen, die dieses Mikroplastik auf den menschlichen Körper hat, sind noch unklar und auch die Herkunft kann verschiedene Ursprünge haben. Einerseits kann Mikroplastik durch verpackte Lebensmittel und Getränke in unseren Körper kommen. Doch auch im Abwasser befindet sich Mikroplastik, das in den Kläranlagen meist nicht herausgefiltert werden kann. "Wir könnten von dem Plastik nur loskommen, wenn wir einen Planeten hätten, der nur für die Wasserversorgung da ist, und einen, auf dem wir leben. Wir haben aber nur diesen einen Planeten und hier ergeben Wasserversorgung und Leben einen Kreislauf. Dadurch gibt es kein entkommen", erklärt Regina Sommer. 

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Neben Mikroplastik befinden sich auch multiresistente Krankheitserreger in diesem Kreislauf. "Das ist auch ein Forschungsbereich, der an Bedeutung zunimmt, weil jetzt auch die analytischen Möglichkeiten da sind diese Stoffe überhaupt nachzuweisen. Wir gehen davon aus, dass diese Stoffe schon länger in unserer Umwelt sind, jetzt sieht man die Auswirkungen aber auch", so die Expertin im Podcast. Die Konzentrationen dieser Krankheitserreger sind noch überschaubar und nicht besorgniserregend. Es liegt nun an den Wasserversorgern, dass dieser Zustand erhalten bleibt.