Digitales FM

So schreitet die Digitalisierung im Facility Management voran

Die Digitalisierung kommt im Facility Management an, wenn auch nur sehr langsam. Wie Unternehmen die Digitalisierung nutzen können und worauf Facility Manager achten sollten, zeigt eine neue Studie von Lünendonk & Hossenfelder.

So können Facility Manager die Digitalisierung für sich nutzen.

Eine erfolgreiche Digitalisierung des Facility Managements bietet großes Potenzial für Effizienzsteigerungen, macht bisher aber nur kleine Fortschritte. Das zeigt nun eine Studie des Beratungsunternehmens Lünendonk & Hossenfelder zu den Grundvoraussetzungen der Digitalisierung im FM. Gründe für den geringen Digitalisierungsgrad sind komplexe und unterschiedliche Immobilienportfolios und damit einhergehende mangelnde Standards. Außerdem beschreibt Lünendonk & Hossenfelder den geringen Stellenwert des Facility Managements in der Unternehmensorganisation als Problem.

Entscheidungsrelevante Faktoren für die Digitalisierung sind unter anderem eine Digitalisierungsstrategie über das Kerngeschäft hinaus, ein hoher Autonomiegrad für das Facility Management, aber auch die Tatsache, dass konkreten Einsparerwartungen zunächst keine hohe Bedeutung zugemessen wird. Die zunehmende Akzeptanz von Schlüsseltechnologien wie Cloud, Software- und Hardware- Robotik begünstigen ebenfalls die Entscheidung zur Digitalisierung des Facility Managements. 

Digitalisierung führt zu Mehrwerten im Kerngeschäft

Das Grundgerüst für die digitale Transformation im Facility Management steht. IT-Budgets werden von den Unternehmen bewilligt, Datengrundlagen erarbeitet und auch langfristige Ansätze wie beispielsweise die Immobilienlebenszyklusbetrachtung sind bei immer mehr Neubauten im Pflichtprogramm vorhanden. Besonders weit sind hierbei Unternehmen, die ihre Immobilien nicht nur als reinen Kostenfaktor ansehen. Hier führt die Digitalisierung im Facility Management unter anderem sogar dazu, dass unerwartete Mehrwerte für das Kerngeschäft generiert werden. So war das Ziel eines befragten Auftraggebers aus der Immobilienbranche, die Unternehmensgebäude digital zu erfassen, um so eine Grundlage für intelligente Gebäude zu schaffen. Von diesen gesammelten Daten profitierte nun auch der Vertrieb, indem er die so mögliche Visualisierung der Immobilien in Gesprächen mit potenziellen Mietern nutzen konnte. Die Ergebnisse der Studie zeigen zudem, dass die Digitalisierung im Facility Management dort beginnt, wo sie auf standardisierte Prozesse oder solche mit geringer Komplexität aufsetzen kann.

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Unternehmen sind offen für längerfristige Ansätze

Grundsätzlich sind neben dem notwendigen Budget und der passenden Datengrundlage langfristiges Denken und Offenheit gegenüber neuen Entwicklungen die wichtigsten Voraussetzungen für die Digitalisierung. Dieser Ansatz beinhaltet auch eine Immobilienlebenszyklusbetrachtung, die nicht sofort als klassischer Bestandteil der digitalen Transformation in der Immobilienwirtschaft ersichtlich ist. Dennoch sind Verbindungen und Parallelen zwischen einer Digitalisierungsstrategie und dem langfristigen Ansatz der Immobilienlebenszyklusbetrachtung erkennbar: Beide Instrumente erfordern zu Beginn der Projektphase hohe Investitionen, die sich erst in der späteren Betriebsphase amortisieren. Im Rahmen der Befragung gab fast die Hälfte der Studienteilnehmer an, Budgets für eine Immobilienlebenszyklusbetrachtung zur Verfügung zu stellen.