Mangel an Trinkwasser

So will Kapstadt der Wassernot entgegenwirken

In der südafrikanischen Metropole Kapstadt wird wegen einer anhaltenden Rekorddürre das Trinkwasser knapp. Regierungsmitglieder und Experten schlagen nun teils außergewöhnliche Maßnahmen zur Wasserversorgung vor.

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Schon jetzt haben die Einwohner Kapstadts nur sehr limitierten Zugang zu sauberem Trinkwasser. Tritt die Stunde null ein, werden alle Leitungen endgültig abgedreht. 

Ehemals riesige Stauseen sind vollkommen ausgetrocknet, Toiletten werden nur noch gespült, wenn es wirklich notwendig ist und ungewaschene Autos sind längst keine Nachlässigkeit mehr. Für die 4,5 Millionen Einwohner der südafrikanischen Metropole Kapstadt ist jeder Tropfen Trinkwasser wertvoll. Die Stadt bangt der Stunde null entgegen. Das ist jener Moment, an dem die Verwaltung aufgrund des Wassermangels gezwungen ist, alle Leitungen stillzulegen. Regierung sowie diverse Experten lassen sich indes spannende Maßnahmen einfallen, um den Wasserverbrauch zu senken oder sogar frisches Trinkwasser nach Kapstadt zu bringen.

50 Liter Wasser am Tag

Seit 1. Februar dürfen Privathaushalte in Kapstadt nur noch 50 Liter Wasser pro Person und Tag verbrauchen. Zum Vergleich: In Österreich verwendet jeder Einwohner durchschnittlich 130 Liter Wasser pro Tag. Alleine 40 Liter davon fließen die Toilette hinunter. Geduscht wird häufig mit Kanistern, die mit einem Sprühventil ausgestattet sind. Dadurch wird die Haut nur ganz leicht mit Wasser benetzt und der Verbrauch hält sich äußerst gering.

https://youtu.be/XxZAqswJfL4

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Wasser sparen mit Spotify

Einige Regierungsmitglieder haben sich mit südafrikanischen Popstars zusammengeschlossen, um ein Album mit extra kurzen Songs zu generieren. Nur zwei Minuten dauert jeder der Songs. Dadurch sollen die Menschen beim Duschen daran erinnert werden, dass es Zeit ist, das Wasser wieder abzudrehen. Zehn Interpreten haben jeweils einen Titel mit genau 120 Sekunden eingesungen, um die Einwohner Kapstadts beim Wassersparen zu unterstützen.

https://youtu.be/p0G7SlyMP4E

Die Spitze des Eisbergs

Einen ganz außergewöhnlichen Plan hat der Bergungsspezialist Nick Sloane: Er will einen Eisberg aus der Antarktis 2.700 Kilometer durch den Südlichen Ozean bis zum Kap Columbine schleppen lassen. Dadurch soll das Trinkwasserreservoir an der nördlichen Küste Afrikas aufgefüllt werden. Momentan sucht Sloane aber noch nach Investoren für das 130 Millionen Dollar-Projekt. Mit dicken Taue soll der Eisberg an Schiffen befestigt und so durch den Ozean transportiert werden. Rund 150 Millionen Liter Trinkwasser pro Tag soll Kapstadt aus dem Eisberg gewinnen. Die Seiltechnik wird bereits seit Jahren von Neufundland angewendet, da dort Ölbohrplattformen vor schwimmenden Eisbergen geschützt werden müssen.

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