Welttoilettentag

Tag der Toilette: Acht unglaubliche Fakten rund ums Klo

Wie viel Toilettenpapier der Durchschnitts-Österreicher benutzt, wo es die schnellste Kloschüssel der Welt gibt und wie die Menschheit die Zeit am Klo verbringt, hat TGA zum Welttoilettentag zusammengefasst.

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Der 19. November ist Welttoilettentag.

Wie verwenden die Österreicher ihr Toilettenpapier? Falten, wickeln oder knüllen? Und wie rasant ist die schnellste Kloschüssel der Welt? Diese und weitere Fakten klärt TGA zum heutigen Tag der Toilette

1. Gefährliches Klo

Gilt es als Arbeitsunfall, wenn sich ein Mitarbeiter während des Toilettenbesuchs verletzt? Ja, entschied das Berliner Verwaltungsgericht bei einem Fall im Jahr 2013. Eine Bezirksamt-Mitarbeiterin hatte sich auf der Toilette den Kopf am offenen Fenster gestoßen und sich eine Platzwunde sowie eine Prellung zugezogen. Der Richter entschied, dass der Unfall als Arbeitsunfall gilt, da er am Dienstort während der Arbeitszeit stattfand. 

2. Erfinder des Klopapiers

Archäologische Funde im Salzbergwerk Hallstadt zeigen, dass vor der Verwendung von Stoff und Toilettenpapier Pestwurzen-Blätter als Hygienemittel verwendet wurden. In Bayern ist dieser Pflanze deshalb bis heute die Bezeichnung „Arschwurzen“ geblieben. 

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Erstmals zur Sprache kam das Toilettenpapier ausgerechnet bei den Washlet-Fanatikern in China. Schriftstücke zeigen, dass dort bereits im Jahr 589 Papier zur Reinigung verwendet wurde. Bis ins 19. Jahrhundert wurden alle möglichen Arten von Papier als Toilettenpapier verwendet, so auch Zeitungen und Packpapier. Mit der Erfindung des Wasserklosetts wurde dann spezielles Papier benötigt, das von Joseph Gayetty 1857 in den USA erstmals in einer Fabrik hergestellt wurde. 

3. Rasende Schüssel

Mit der schnellsten Kloschüssel der Welt war der Engländer Tim Ellis vergangenes Jahr am Elvington Airfield in der Grafschaft Yorkshire unterwegs. Mit seiner motorisierten Kloschüssel erreichte Ellis eine Spitzengeschwindigkeit von 113,5 Stundenkilometer. 

https://youtu.be/Gy0mY6H7l-w

4. Klo-Schock

Eine besondere soziale Phobie beschreibt der Begriff „Paruresis“. Dabei handelt es sich um eine Störung, die Betroffene daran hindert, ihre Blase in öffentlichen Toiletten oder generell außerhalb des eigenen WCs zu entleeren. Die psychische Störung wird meist in der Pubertät entwickelt und reicht von längerem Warten, bis der Urin fließt, bis hin zur Unmöglichkeit des Wasserlassens.

5. Abgewickelt

Satte 13 Kilogramm Toilettenpapier verbraucht der Durchschnitts-Europäer pro Jahr, wie eine WWF-Studie ergibt. Der DACH-Raum liegt beim Toilettenpapierverbrauch sogar über dem Durchschnitt. Allein in Österreich werden pro Jahr rund 287 Millionen Klopapierrollen verwendet. Genug, um die Erde 178-mal entlang des Äquators zu umrunden.

6. Falten, knüllen oder wickeln?

Zewa Moll führte vor einigen Jahren eine Umfrage zur präferierten Klopapierfaltung der Österreicher durch. Die Ergebnisse zeigten: Rund 65 Prozent der Österreicher falten ihr Toilettenpapier sorgfältig, bevor sie es benutzen. Männer öfter als Frauen. Eine weitere beliebte Technik ist das Wickeln – vor allem in den östlichen Regionen Niederösterreich, Wien und Burgenland. Besonders Frauen wickeln sich das Toilettenpapier gerne um die Hand. Mit elf Prozent liegen sie weit vor den Männern, von denen lediglich drei Prozent zu den Wicklern gehören. Knapp 2,5 Prozent der Männer geben sich mit einem einzigen Blatt Toilettenpapier zufrieden. 0,2 Prozent der Männer braucht sogar überhaupt kein Papier.

7. Zeitvertreib

Insgesamt verbringt jeder Mensch rund drei Jahre seines Lebens auf dem stillen Örtchen. 52 Prozent der Klozeit entfallen dabei auf das Lesen. 36 Prozent der Menschen verbringen die Zeit am WC am Smartphone, 22 Prozent träumen vor sich hin. Bei sechs Prozent wird sogar am Klo geraucht und drei Prozent vertreiben sich die Zeit mit Singen. Männer verbringen durchschnittlich mehr Zeit auf der Schüssel als Frauen. In der Apotheken Umschau warnte Pro­fes­sor Alex­an­der Herold vom End­darm-Zen­trum in Mann­heim vor zu langem Sitzen auf der Toilette: „Die Leute soll­ten auf die Toi­lette gehen, wenn sie wirk­lich müs­sen, und dort nicht län­ger als höchs­tens fünf Minu­ten blei­ben." Langes Sitzen nach dem Stuhlgang und weiteres Pressen würde dem Enddarm schaden, so der Experte.

8. Hygienemangel ist kein Witz

Ganz und gar nicht lustig ist hingegen die Tatsache, dass weltweit noch immer 643 Millionen Menschen ohne Toilette auskommen müssen. Das sind 76 Mal so viele Menschen, wie in Österreich leben. Durch die mangelnde Hygiene kommt es jährlich zu rund 432.000 Durchfalltoten. "Natürlich ist das ein unappetitliches Thema", sagt Rotkreuz-Präsident Gerald Schöpfer. "Aber man muss an all die Toten und gescheiterten Schicksale hinter diesen Zahlen denken – das sollte Auftrag zum Handeln genug sein.“

Aus diesem Grund wurde der Welttoilettentag 2001 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen ins Leben gerufen. Die UNO macht damit darauf aufmerksam, dass zwei Milliarden Menschen gezwungen sind, Wasser zu trinken, das mit Fäkalkeimen belastet ist. Drei Milliarden Menschen haben keine Möglichkeit, sich nach Verrichten der Notdurft die Hände zu waschen. „Diese menschenunwürdigen Zustände müssen ein Ende haben. Toiletten können buchstäblich Leben retten, und dafür setzen wir uns ein. Wir müssen die Stigmatisierung rund um das Thema aufbrechen, niemand darf zurückgelassen werden. Denn sichere Sanitärversorgung ist ein Menschenrecht, kein Luxusgut“, betont Martin Ledolter, Geschäftsführer der Austrian Development Agency


 

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