Energieeffizienz und Hygiene kombinieren

Unterschätzte Gefahr: Auch kleine Trinkwasseranlagen müssen regelmäßig auf Legionellen geprüft werden

In Deutschland sind Trinkwasseranlagen bis zu einer bestimmten Größe von der Trinkwasserverordnung ausgenommen. Doch auch hier ist die Installation einer hochwertigen Pumpe ratsam.

Bei Kleinanlagen ist ein Dauerbetrieb der Pumpe meist nicht nötig. Dadurch können Trinkwasserhygiene und Energieeffizienz kombiniert werden.

Trinkwasser-Zirkulationspumpen sind heute in der Gebäudetechnik schon allein aus Komfortgründen nicht mehr wegzudenken. Aus Gründen der Hygiene sind sie nach aktuell gültigem Regelwerk sogar vorgeschrieben, und zwar sowohl in Großanlagen als auch in Kleinanlagen wie Ein- oder Zweifamilienhäusern.

Diskussionen gibt es immer wieder zum Thema zulässige Pumpenlaufzeiten, weil einerseits vom Kunden Energiespareffekte erwünscht sind, andererseits aber hygienisch einwandfreie Verhältnisse vorherrschen müssen. Technische Regeln wie die Trinkwasserverordnung machen hier konkrete Vorgaben, welche aber je nach Objektgröße unterschiedlich sind.

Die Vorgaben beinhalten unter anderem eine Speichertemperatur von minimal 60 Grad und einen Dauerlauf der Zirkulationspumpe mit allenfalls kurzen Unterbrechungen. Bei Großanlagen sind diese Vorgaben unmissverständlich und bindend. Zudem bestehen dort regelmäßige Untersuchungspflichten auf Legionellen. Diese Pflichten gibt es bei Kleinanlagen allerdings nicht. Hier ist das Risiko für das Auftreten beziehungsweise die Vermehrung von Legionellen wegen der kleineren Speicher- und Rohrnetzgrößen und wegen des relativ häufigen Wasseraustauschs deutlich geringer. Deshalb hat beispielsweise das Umweltbundesamt bereits 2011 festgestellt, dass Ein- und Zweifamilienhäuser von den stringenten Regelungen des Technischen Regelwerks ausgenommen sind.

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Auf die hygienischen Verhältnisse kommt es an

Um das Legionellenrisiko aber auch dort sicher auszuschließen, kommt es vor allem darauf an, dass das Zirkulationsnetz hygienisch einwandfrei aufgebaut ist und entsprechend betrieben wird. Dazu gehören das Vermeiden von Stagnationsstrecken, eine hydraulisch abgeglichene Zirkulation und vor allem eine ausreichend hohe Speichertemperatur. Die Laufzeiten der Zirkulationspumpe spielen dann weniger eine Rolle, womit ein Dauerbetrieb der Pumpe, mitunter als Legionellenprophylaxe propagiert, nicht notwendig ist. Vielmehr sind dann Pumpenregelungen sinnvoll, die sehr kurze Pumpenlaufzeiten bei gleichzeitig hohem Komfort ermöglichen.

Ist hygienische Unbedenklichkeit nicht einwandfrei festzustellen, oder besteht der Verdacht auf Installationsmängel, sind Pumpen mit längeren Laufzeiten bis hin zum Dauerlauf anzuraten. Gegebenenfalls muss das Zirkulationssystem auf Sanierungsbedürftigkeit hin untersucht werden.

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