Selbermachen oder Profi?

Wann die Deutschen auf Dienstleister setzen

Die eigenen Heimwerker-Projekte werden mittlerweile gerne mit Hilfe eines Online-Ratgebers umgesetzt, zeigt eine neue Umfrage. Dennoch setzt jede:r vierte Deutsche auf professionelle Unterstützung.

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Nicht jede:r verlässt sich bei handwerklichen Projekten auf das eigene Geschick.

Deutschland, das Land der Bohrer und Bastler? Laut einer aktuellen Studie von Gelbe Seiten in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut Mente Factum erledigen 32 Prozent der Deutschen Arbeiten und Reparaturen im Haus in der Regel selbst. Allerdings scheut sich auch jeder Vierte nicht, einen Handwerker oder eine Handwerkerin zu beauftragen. 40 Prozent entscheiden je nach anstehendem Projekt und Umfang spontan. Denn darauf kommt es auch an: Während mit 90 Prozent die deutliche Mehrheit bei der Wohnungs- und Gebäudereinigung selbst Hand anlegt und 71 Prozent auch die Innenrenovierung in Eigenregie übernehmen, wird bei Projekten, die spezielles Fachwissen erfordern, häufig professionelle Hilfe gerufen. So setzen bei Arbeiten im Bereich Heizungsbau 98 Prozent lieber auf einen Experten oder eine Expertin, 68 Prozent holen sich bei Elektroarbeiten Unterstützung und 64 Prozent lassen sich bei der Außenrenovierung helfen. Bei Sanitärarbeiten wenden sich 61 Prozent lieber an einen Fachbetrieb. 

Selbstentfaltung im Garten

Der Garten ist für die Deutschen nicht nur eine Oase der Ruhe und Erholung, sondern auch ein Ort, um körperlich aktiv zu sein und sich kreativ auszutoben: 84 Prozent der Gartenbesitzer, bei denen einfache Pflanz- oder Gestaltungsarbeiten anstehen, übernehmen diese Aufgaben daher am liebsten selbst. Auch bei diffizileren Projekten wie Stein-, Holz- oder Lackierarbeiten bevorzugen mit 58 Prozent mehr als die Hälfte eine Umsetzung ohne professionelle Unterstützung. 

An Bedeutung gewinnt Fachpersonal, wenn es ums Geld geht: Steht die Erledigung der Steuererklärung an, verlassen sich 45 Prozent lieber auf einen Dienstleister. Bei der Auswahl von Versicherungen lässt sich immerhin ein Viertel der Befragten von Expert:innen beraten. 

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Heimwerker:innen setzen auf Online-Ratgeber

Ob man sich die Umsetzung eines Projekts zutraut, hängt natürlich auch immer von der eigenen Erfahrung und Expertise in dem jeweiligen Bereich ab. Doch wo informieren sich Hobby-Handwerker:innen eigentlich am liebsten? Laut Befragung liegen hier Online-Ratgeber ganz vorne. So nutzt fast jede:r zweite Heimwerker:in (49 Prozent) derartige Angebote, um sich auf die anstehenden Arbeiten gezielt vorzubereiten und das eigene Fachwissen zu erweitern. 45 Prozent setzen zudem auf Ratschläge von Freunden und Bekannten, während 30 Prozent sich Video-Anleitungen anschauen. Ratgeber-Bücher hingegen sind nur für 27 Prozent relevant. 26 Prozent informieren sich in Heimwerker-Foren oder auf entsprechenden Blogs.

Die eigenen Fertigkeiten überschätzt? 

Das ist wohl jedem schon einmal passiert: Nach der selbst erledigten Reparatur oder dem in Eigenregie umgesetzten Projekt muss man sich eingestehen, dass das Ergebnis nicht wirklich zufriedenstellend ist. So hat die Umfrage von Gelbe Seiten ergeben, dass bei Sanitärarbeiten rund 64 Prozent der bisherigen Heimwerker:innen in Zukunft lieber eine qualifizierte Person beauftragen möchte. Bei Schreinerarbeiten sind es 43 Prozent, die beim nächsten Mal auf einen Dienstleister setzen wollen, und bei Elektroarbeiten 50 Prozent. Und auch bei den Hobby-Gärtner würden 26 Prozent die Gestaltung ihrer grünen Oase künftig doch lieber einer Firma überlassen. 

Besonders erfreulich: Die Ergebnisse zeigen, dass Verbraucher:innen in allen Bereichen auf die Qualitäten der Dienstleister und des deutschen Handwerks zählen können. Von den Befragten, die von Anfang an einen Dienstleister beauftragt haben, möchten im Bereich Sanitär 98 Prozent auch in Zukunft dabeibleiben, bei Elektroarbeiten würden sich 97 Prozent wieder so entscheiden und bei Schreinerarbeiten 92 Prozent.