Thermenwartung

Warum die Hitze Kohlenmonoxid so gefährlich macht

Geräte, die den Luftverbund in Räumen stören, sind gerade bei hohen Temperaturen eine Gefahr. Die Wartung von Thermen oder Durchlauferhitzern ist gerade im Sommer besonders wichtig.

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Kann im Sommer zur Falle werden: mobiles Klimagerät.

„Nicht servicierte Heiz- und Warmwassergeräte, das Phänomen Luftstoppel und der unachtsame Umgang mit mobilen Klimaanlagen können schnell zur großen Gefahr werden und zu Kohlenmonoxidunfällen führen“ warnt Christian Leiner, Innungsmeister der Wiener Rauchfangkehrer. „Fenster kippen, sobald ein Durchlauferhitzer oder eine Kombitherme in Betrieb genommen wird“, ergänzt Robert Breitschopf, Innungsmeister der Wiener Installateure, „denn geschlossene Fenster sind eineweitere Gefahrenquelle an Hitzetagen.“  

Kommen die Faktoren – Luftstoppel, nicht serviciertes Warmwassergerät, geschlossene Fenster und mobile Klimaanlage – zusammen und ist der Durchlauferhitzer oder die Therme in Betrieb, so ist Gefahr in Verzug. „Selbst bei neuen Heizwertgeräten, kann das Abgas nicht abziehen, es entsteht Kohlenmonoxid, wenn die Luft stillsteht. Hier verzögert sich das Risiko nur um zwei bis drei Minuten“, entkräftet Leiner den Irrglauben, dass die Gefahr nur von veralteten Geräten ausgehen würde. „Die gute Nachricht ist, dass hier bereits eine Lösung durch die moderne Gas-Brennwerttechnik, welche raumluftunabhängig arbeitet und mittels Gebläse die Abgase nach außen abführt, angeboten werden kann“ ergänzt Breitschopf.

Höchste Vorsicht an 30 Grad plus Tagen

Die einfachste Sicherheitsmaßnahme sei es, an besonders heißen Tagen, beim Duschen oder Geschirrabwaschen, im jeweiligen Raum das Fenster zu kippen, empfiehlt Robert Breitschopf, Innungsmeister der Wiener Installateure. Denn jede Flamme verbrauche Sauerstoff und erzeuge Kohlenmonoxid. Wurde das regelmäßige Service der Therme ordnungsgemäß vom Installateur gemacht oder nach dem Einbau eines mobilen Klimagerätes eine Luftverbundüberprüfung vom Rauchfangkehrer durchgeführt, können Gesundheitsrisiken, bis auf wenige Ausnahmen, ausgeschlossen werden. „Allerdings ist an Tagen mit  Außentemperaturen ab rund 30° Celsius in jedem Fall höchste Vorsicht geboten. Selbst bei durchgeführter Wartung oder positivem Befund anderer raumluftabhängiger Geräte, kann sich ein sogenannter Luftstoppel bilden“, gibt Leiner zu bedenken. 

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Phänomen Luftstoppel kann Luftzirkulation stoppen

Sind die Abgase im Vergleich zur Außenluft nicht heiß genug, können sie nicht aufsteigen und der ordnungsgemäße Abzug über den Rauchfang wird verhindert“, erklärt Leiner das Phänomen Luftstoppel. Dazu komme, so Leiner, dass die Fenster meist wegen der Hitze geschlossen bleiben und diese in sanierten oder modernen Gebäuden besonders dicht sind. Das führe dazu, dass kein Sauerstoff von außen zugeführt werde und die Luftzirkulation zum Stillstand komme. Bei ungebremster Sonneneinstrahlung am Dach würde dieser Effekt sogar schon bei niedrigeren Temperaturen eintreten. 

Kombitherme braucht Service für Sicherheit

Wichtig sei die regelmäßige, fachgerechte Überprüfung der Durchlauferhitzer und Kombithermen im Rahmen der Hauptkehrung durch den Rauchfangkehrer und die jährliche Wartung durch den Installateurfachbetrieb, empfiehlt Leiner dringend. Die Jahresleistung einer Kombitherme sei mit einem Auto nach 70.000 Kilometer Fahrt vergleichbar. Die jährliche Wartung bringe nicht nur Sicherheit, sondern spare auch bis zu zehn Prozent an Energie ein, ergänzt Breitschopf. Ursache für die Freisetzung von Kohlenmonoxid sind in vielen Fällen unzureichend gewartete Thermen. Auch ein schlecht ziehender offener Kamin oder Rauchfang kann Auslöser sein. Leiner: „Ist die Therme verschmutzt können die Abgase nicht über den Rauchfang abziehen und verteilen sich im Raum.“ Auch sollen lange nicht benutzte Kamine oder Heizanlagen unbedingt vor Inbetriebnahme gewartet werden, ergänzt Breitschopf. 

Achtung bei mobilen Klimageräten 

Wenn nun noch ein mobiles Klimagerät in Betrieb ist, steigen die CO-Werte in den Räumen bedrohlich an und es kann zu akuter Lebensgefahr kommen“, warnt Leiner. „Mobile Klimageräte sind schnell gekauft und schnell montiert“, sagt Breitschopf „aber die Auswirkungen auf den Luftverbund können enorm sein“, warnt er. Denn beim Betrieb wird warme Luft aus der Wohnung abgesaugt, um einen Teil davon abgekühlt wieder rückzuführen. Als Nebenprodukt entsteht heiße Luft, die durch einen Schlauch nach außen abgelassen wird. Durch diesen Vorgang wird das Verhältnis von Zu- und Abluft stark irritiert und die verbliebene Verbrennungsluftzufuhr unterbunden. Abhilfe schaffen hier moderne Split Klimaanlagen, welche raumluftunabhängig agieren und für ein sicheres wohltemperiertes Raumklima sorgen. 

Leises Kohlenmonoxid

Steht bei der Verbrennung von Kohle, Öl, Gas oder Holz nicht genug Sauerstoff zur Verfügung kann Kohlenmonoxid entstehen. Es ist ein sogenanntes „leises Gift“, denn es ist farb- und geruchlos. Bei Einatmung wird die Sauerstoffaufnahme im Blut blockiert und führt, je nach Konzentration, zu Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Bewusstlosigkeit bis zum Tod. „In Wien ist seit fünf Jahren in allen Haushalten eine jährliche Überprüfung des Luftverbundes gesetzlich vorgeschrieben. Seither kommen CO-Unfälle deutlich weniger vor“, so Leiner. Um den Sicherheitscheck für BewohnerInnen kostengünstig und zeitschonend abwickeln zu können, wird dieser seit 2012 im Rahmen der jährlichen Hauptkehrung durchgeführt. Die Kennzahlen können bereits vor Ort abgelesen und bewertet werden. Sind die Grenzwerte überschritten, wird mit den InhaberInnen der betroffenen Wohnung ein Maßnahmenplan zur Behebung entwickelt.