Gefahren erkennen

Wie eine neue Bewertungsmethode für Trinkwasserinstallationen hilfreich sein könnte

Eine neue Bewertungsmethode soll die Gefährdungsanalyse von Trinkwasserinstallationen vereinfachen. Die mehrstufige Bewertungsmethode soll helfen, jeden Mangel der Anlage und Gefährdungen der Verbraucher besser zu analysieren.

Um Verunreinigungen im Trinkwasser vorzubeugen, habt ein Masterabsolvent der FH Münster nun eine neue Bewertungsmethode erstellt.

Nicht mehr in Ordnung ist eine Wasserleitung, wenn sich Legionellen ausgebreitet haben. Falls der Grenzwert dieser Krankheitserreger einmal zu hoch ist, muss man recht schnell handeln. Gesetzlich zulässig sind 100 koloniebildende Einheiten.

Ein Masterabsolvent der FH Münster hat nun ein neues Bewertungstool für die Gefährdungsanalyse von Trinkwasserinstallationen entwickelt. Dieses Bewertungstool soll aussagekräftig für Fachleute, aber auch verständlich für Laien sein. Carsten Bäcker, Professor an der FH Münster und Betreuer der Masterarbeit, erklärt gegenüber TGA, was an dem neu erarbeiteten Bewertungstool so besonders ist.

Die neue Bewertungsmethode

„Von Technikern, Hygienikern und Biologen wird eine Trinkwasserinstallation unterschiedlich bewertet, alle haben einen anderen Blickwinkel. Aber durch die neue Bewertungsmethode wird der Blickwinkel von verschiedenen Seiten gesehen und man kann mithilfe der Stufen nach Priorität die Wertung abarbeiten“, sagt FH-Professor Carsten Bäcker im Interview mit TGA.

© FH Münster

Mit dieser mehrstufigen Bewertungsmethode für Trinkwasser sollen Mängel in Anlagen besser aufgedeckt werden.

Die Bewertungsmethode ist auf jedes Objekt anwendbar, unabhängig von der Größe oder den speziellen Anforderungen. Dieses System soll Mängel der Anlage und Gefährdungen der Verbraucher zielgerecht und systematisch beseitigen. Eine aktuelle Richtlinie zur Hygiene in Trinkwasserinstallationen wurde erst Anfang Januar vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI) herausgegeben.

„Das Wichtigste ist, dass es praktikabel anwendbar ist“, so Bäcker. In insgesamt fünf Stufen wird jeder einzelne Mangel der Anlage untersucht und je Stufe nach einem Punktesystem bewertet. Aus diesen Schritten kann man erkennen, ob und wie stark ein System beeinflusst ist und wie hoch das Gesamtrisiko ist.

Umsetzung des Projekts

Laut Carsten Bäcker sei die Methode probeweise schon bei einigen Objekten angewendet worden. Grundsätzlich sei laut Bäcker das Bewertungssystem aber nur eine Empfehlung, wie man qualitativ hochwertig die Trinkwasserinstallation bewerten könne.

Das Wichtigste an der Bewertungsmethode ist: „Die Bewertungsmethode muss praktikabel, vor Ort umsetzbar und in einem angemessen Zeitfenster auszuführen sein.“

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