Neuer Studienschwerpunkt in Mistelbach

„Wir können’s und wir zeigen das auch!“

Alfred Pohl, Direktor der HTL Mistelbach, hat eine Vision: Er will einen berufsbegleitenden Studienschwerpunkt einführen, der moderne technische Innovationen ermöglicht. Pohl will das Potential der Schule nutzen und mit einem FH-Lehrgang weiterentwickeln. Im Interview mit TGA erzählt er von den Zukunftsplänen für seine Schule.

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Ein neuer Lehrgang an der HTL Mistelbach soll die Wirtschaft und die Studierenden fördern.

Sie möchten in Mistelbach einen neuen Fachhochschulen Lehrgang etablieren. Wozu denn eigentlich? Was soll mit dem neuen FH-Lehrgang konkret erreicht werden?

In unserer HTL haben wir zurzeit zwei sehr wichtige Fachrichtungen: Einerseits die Biomedizin und Gesundheitstechnik, die sich mit der Schnittstelle Mensch beschäftigt. Andererseits den Bereich der Gebäudetechnik, wie man ihn klassisch aus der Branche kennt. Diese beiden Komponenten wollen wir in einem berufsbegleitenden FH-Lehrgang verbinden und damit die Entwicklung vorantreiben.

Sie wollen damit also eine neue Entwicklung starten?

Nein, die Entwicklung hat schon längst begonnen. Ich möchte das am Beispiel eines Heizkörpers erklären: Ganz am Anfang gab es die Welt 1.0, in der ein ganz normales Thermostat installiert und manuell bedient wurde. In der Welt 2.0 wurden sogenannte Social Web Profile errichtet, mit der sich das Thermostat steuern ließ. Weiter geht es mit der Welt 4.0: In dieser erkennt der Heizkörper, ob ich mich im Haus befinde oder nicht und regelt die Temperatur entsprechend. Wir wollen das mit der Welt 5.0 nochmals steigern und die Technik mit Biosensoren und elektronischen Abbildungen des Gemütszustandes versehen. Dadurch soll das Gerät erkennen, ob ich mich mit der Temperatur wohl fühle oder ob es zu kalt oder zu warm ist.

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Geht so etwas nur bei Heizungen oder gibt es noch weitere Möglichkeiten?

Das kann man mit allem Möglichen machen. Man kann auch die Kaffeemaschine so anpassen, dass sie mir je nach Gefühlslage oder Müdigkeit den entsprechenden Kaffee zubereitet. Bin ich sehr müde, brauche ich einen Espresso, aber wenn ich nur Lust auf den Kaffeegeschmack verspüre, reicht ein Cappuccino. Die Welt wird sich weiterentwickeln und ich möchte mit meiner Schule dazu beitragen.

Es scheint als würde Ihnen der Lehrgang sehr am Herzen liegen. Warum ist das so?

Weil ich gerne in diesem Land lebe und die Wirtschaft und die Entwicklung unterstützen möchte. Wir leben von der Wirtschaft und müssen sie deshalb auch fördern. Die Branche der Gebäudeautomatisierung ist derzeit wahnsinnig am Boomen und hat eine hohe Relevanz für die Zukunft. Ich will zeigen, dass wir voll dabei sind und das auch können. Außerdem denke ich, dass ein berufsbegleitender Studiengang ganz neue Ideen und Ressourcen in unsere HTL bringt. Die Schüler gehen um spätestens 17 Uhr nach Hause und denken oft nicht weiter über ihre Projekte nach, wohingegen die Studenten dann auch abends oder am Wochenende an offenen Projekten weiterarbeiten könnten.

Wie geht es nun weiter mit Ihrer Vision? Gibt es schon konkrete Pläne?

Wir sind erst vor kurzem mit unserer Idee an die Öffentlichkeit gegangen und müssen nun die üblichen Schritte gehen. Das ganze braucht ja auch viele Zustimmungen und finanzielle Mittel. Deshalb führe ich momentan viele Gespräche mit Abgeordneten und bemühe mich darum den Lehrgang Wirklichkeit werden zu lassen. Ich kenne keinen vergleichbaren Schwerpunkt an einer österreichischen FH und denke, dass wir damit vieles erreichen können.

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