VÖK

Wo bleiben die Pläne für Energieeffizienz und Grünes Gas?

Die Kessellieferanten begrüßen die Sanierungsoffensive, vermissen aber weitere wichtige Schritte in Richtung Dekarbonisierung: Wie es nach den Vorstellungen des VÖK jetzt weitergehen sollte, erklärt Geschäftsführerin Elisabeth Berger.

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"Wir wüssten gerne, wo der erneuerbare Strom herkommen soll, den wir im Winter zum klimaneutralen Betrieb benötigen."

Dr. Elisabeth Berger, VÖK

Als VÖK begrüßen wir zuallererst, dass die aktuelle "Raus aus Öl"- Förderung des Bundes auf zwei Jahre ausgerichtet ist. Damit ist ein Stück Planungssicherheit gegeben, die wir schon lange fordern und auch dringend benötigen. Für die heimischen Kesselhersteller, die im Bereich der Biomasse weltweit führend sind, sichert das zudem genau jenen starken Heimmarkt ab, den eine Export-orientierte Branche braucht.

Aber auch dass die Wärmepumpe explizit in die Förderung eingeschlossen ist, sehen wir als wichtigen Schritt. Denn die Heizungswärmepumpe erfreut sich sehr großer Beliebtheit im Neubau und auch immer mehr bei umfasenden Sanierungen.

Green Gas Ready

Was uns noch nicht ganz klar ist, das sind zwei Dinge: Zum einen wüssten wir gerne, wo der erneuerbare Strom herkommen soll, den wir im Winter zum klimaneutralen Betrieb benötigen. Zum anderen aber warten wir noch immer auf ein Programm für Grünes Gas, hier lässt die Ministerin noch auf sich warten. Das voranzutreiben ist für den klimafreundlichen Umbau des Heizsystems enorm wichtig, da eine Gastherme in vielen Fällen nur durch eine Brennwerttherme erstetzt werden kann und mit grünem Gas betrieben zu werden. Die Industrie ist hier in Vorleistung getreten - praktisch alle seit 2020 auf den MArkt gebrachten Modelle sind "Green Gas Ready"!

White Paper zum Thema

Nötig wäre ein Programm ähnlich der Förderung von Photovoltaik, das ab 2004 ins Leben gerufen wurde um eine damals belächelte und noch nicht marktfähige, aber zukunftsträchtige Technologie voranzutreiben. Wenn der Umbau der Gasversorgung für den Raumwärme und Gewerbe in Richtung regenerative Quellen nicht gelingt, wird es schwierig mit der Wärmewende.

Kernthema Energieeffizienz

Unser Kernthema ist die Energieeffizienz: Alle Studien bestätigen seit Jahrzehnten, dass die Dekarbonisierung des Energiesystems nur dann gelingen kann, wenn wir den Energieverbrauch stark reduzieren - die EU geht von ca einer Halbierung aus. Die Substitution von fossilen durch erneuerbare Energieträger alleine ist zu wenig. Wir betrachten es als Aufgabe unserer Branche, hocheffiziente Heiz- und Warmwassertechnologien zu entwickeln, die auch mit erneuerbaren e-fuels/gas, Holz oder Strom betrieben werden können - aber gleichen Komfort bei geringstem Verbrauch liefern.  Auf den Plan zur signifikanten Erhöhung der Energieffizienz warten wir noch.