Fachkräftemangel hält an

Zehn Wochen Wartezeit bei deutschen Handwerkern

In Deutschland ist der Fachkräftemangel deutlich spürbar. Zehn Wochen müssen Kunden hier durchschnittlich auf einen Handwerker warten. Ein Ende des Fachkräftemangels ist vorerst nicht in Sicht.

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Immer weniger Jugendliche interessieren sich für eine Ausbildung als Fachhandwerker. Dies wird den Fachkräftemängel in den nächsten Jahren noch weiter verstärken.

Wer in Deutschland einen Handwerker engagieren will, muss viel Geduld mitbringen: Im Schnitt wartet man dort nämlich zehn Wochen auf einen Dienstleister. Mit einer Arbeitslosenquote unter sechs Prozent können viele Unternehmen ihre offenen Stellen nicht mehr besetzen. Hinzu kommt die gute Auftragslage bei den deutschen Handwerksunternehmen.

Für die Facharbeiter hat der Fachkräftemangel aber einen großen Vorteil: Begehrte Arbeiter können sich dadurch durchaus erlauben höhere Löhne auszuhandeln.  Vorerst ist keine Verbesserung der Situation zu erwarten, da sich der Fachkräftemangel auch in Zukunft weiter verschärfen wird. Immer weniger Jugendliche interessieren sich für Handwerksberufe. Während 2007 noch rund 25.000 Jugendliche eine Ausbildung zum Maler oder Lackierer machten, waren es 2016 nur noch rund 14.522.

Flüchtlinge als Ersatz-Arbeitskraft

Bei einer Umfrage der Wirtschaftsprüfgesellschaft Ernst & Young gaben 78 Prozent der Unternehmen an, dass es ihnen schwer falle, ausreichend qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Im Jahr zuvor lag dieser Wert noch bei 69 Prozent. 16 Prozent der Unternehmen engagieren Flüchtlinge, um die fehlenden Fachkräfte auszugleichen.

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Auch in Österreich ist der Fachkräftemangel spürbar: „Fachkräftemangel ist das Thema Nummer eins - nicht nur in den österreichischen Betrieben, sondern in ganz Europa. Länder wie Tschechien, Ungarn, Polen, Rumänien haben heute eine geringere Arbeitslosigkeit als Österreich. Es wird immer schwieriger, die in Österreich fehlenden Fachkräfte in jenen Ländern zu finden“, erklärt Martin Gleitsmann, Arbeitsmarktexperte der WKÖ.

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