Unternehmen : Grohe stärkt Standort Lahr

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Der Sanitärhersteller Grohe hat jüngst neue Investitionen in Lahr angekündigt. Der Standort ist das globale Kompetenzzentrum für Handbrausen und Duschsysteme des Düsseldorfer Unternehmens. Wie Thomas Fuhr, CEO von Grohe und COO Fittings LIXIL International, während eines Standortgesprächs mitteilte, wird die Grohe Produktion im Schwarzwald zum Jahresende 2019 mit PVD-Technologie ausgestattet werden.

PVD steht für Physical Vapour Deposition, die Physikalische Gasphasenabscheidung. Das Verfahren stammt ursprünglich aus der Raumfahrttechnik und hat einen neuen Standard bei der Oberflächenqualität gesetzt: Im ersten Schritt, der Vorbehandlung, werden die Komponenten sorgfältig gereinigt und in einem Ofen wärmebehandelt. Hier durchlaufen die Kunststoffkomponenten einen Entgasungsprozess. Im zweiten Schritt wird die PVD-Beschichtung aufgetragen. Dieser Prozess findet in einer Umgebung mit hohem Vakuum statt und besteht aus drei Schritten: Zuerst wird das Substrat gereinigt, dann die Grundbeschichtung und zuletzt die Farbbeschichtung aufgetragen. Das Verfahren sorgt dafür, dass nicht nur ein breitgefächertes Farbspektrum zur Auswahl steht, sondern darüber hinaus die Oberflächenbeschaffenheit dreimal härter und zehnmal kratzfester ist als bei galvanisch erzeugten Oberflächen.

Wachstum durch PVD

„Mit dem PVD Verfahren bringen wir eine Spitzentechnologie nach Lahr, die einen weltweiten Verbrauchertrend und ein Wachstumssegment bedient: farbige Handbrausen und Duschsysteme für individuelle Designs im Badezimmer. Mit der Investition erhöhen wir die Fertigungstiefe am Standort und sind in der Lage, Handbrausen und Duschsysteme in den Grohe Farben schneller in den Markt zu bringen“, so Thomas Fuhr. Insgesamt will das Unternehmen rund fünf Millionen Euro investieren und 27 neue Arbeitsplätze schaffen.

Lahr stellt mit rund 1.300 Produktvarianten das weltweite Grohe-Produktportfolio für Handbrausen und Duschsysteme her. Als Technologieführer investiert Grohe in hohem Maße in den kontinuierlichen Ausbau seiner weltweit fünf Produktionsstandorte. Alleine in Lahr wurden über die vergangenen drei Jahre rund 15 Millionen Euro investiert. Der Standort verfügt über eine hochmoderne Fertigung mit mehr als 100 automatisierten Prozessen und kollaborativen Robotern.

„Die hier am Standort eingesetzten Technologien sind zukunftweisend in der Sanitärbranche und wir sind stolz, dass wir mit dem PVD-Verfahren ein weiteres Highlight im Herstellungsprozess für Handbrausen und Duschsysteme bekommen“, erklärt Werkleiter Hans-Martin Souchon. Über die vergangenen fünf Jahre ist die Anzahl der Beschäftigten bei Grohe in Lahr um 20 Prozent auf rund 750 gestiegen.

Grohe will nachhaltiger werden

Als CEO verantwortet Thomas Fuhr auch die Bereiche Technik und Nachhaltigkeit. „Technik und Nachhaltigkeit bedingen einander. Wann immer wir in Technik investieren, ist es für uns wichtig, dass diese auch einen positiven Beitrag zu unserer Umweltbilanz leisten kann. Das ist ein investitionsintensiver Prozess. Mit Blick auf Lahr wurden innerhalb der vergangenen fünf Jahre über 60 Maßnahmen für mehr Energieeffizienz umgesetzt“, fasst Thomas Fuhr zusammen.

Bereits im September kündigte Thomas Fuhr im Rahmen der Verleihung des „B.A.U.M. Umwelt- und Nachhaltigkeitspreises 2019“ in der Kategorie „Großunternehmen“ das Ziel der CO2-neutralen Produktion an den weltweit fünf Grohe Produktionsstandorten ab dem kommenden Jahr an. In diesem Zuge hat Grohe im Juli 2019 alle Produktionswerke auf Ökostrom umgestellt. Der Sanitärhersteller wird unvermeidbare CO2-Emissionen zudem durch Kompensationsprojekte ausgleichen.

Als bewusster Kontrast zur hektischen, lauten Außenwelt fungiert das Badezimmer immer mehr als Wohlfühloase, in der man zur Ruhe kommen kann. Minimalistisches Design und einfach zu bedienende Produkte spielen dabei eine wichtige Rolle. In der Entwicklung von Produktlösungen hat die globale Sanitärmarke Konsumentenbedürfnisse fest im Blick und entwickelt Innovationen für ein nachhaltiges Wassererlebnis, die intuitive Handhabung mit präziser Kontrolle ohne Kompromisse beim Wassergenuss verbinden.