Energiemanagement : SELF2B – Intelligente Sektorkopplung mit Fokus auf Fehlererkennung und Integration bestehender Regelungssysteme
Das Forecast Interface der Technischen Alternative.
- © Technische AlternativeGanzheitliches Energiemanagement für die Praxis
SELF2B entwickelt und testet eine Echtzeit-Plattform, die Photovoltaik, Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen sowie Batteriespeicher und weitere Komponenten laufend überwacht. Dabei kommen semantische Datenmodelle, Heuristiken sowie fortschrittliche Machine-Learning-Ansätze zum Einsatz – etwa Autoencoder und automatisiertes Clustering zur Fehlererkennung. So entsteht eine robuste und skalierbare Lösung, die über offene Schnittstellen flexibel einsetzbar ist.
Ziel ist es, durch den Einsatz von KI-basierter Fehlererkennung und -diagnose (Fault Detection and Diagnosis, FDD) sowie selbstlernenden Systemen den Energieverbrauch zu optimieren, Betriebskosten zu senken und den CO₂-Ausstoß signifikant zu reduzieren. Ein besonderer Fokus liegt auf der Integration bestehender HLK- und PV-Systeme, auch im Gebäudebestand.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Interoperabilität: Die Plattform ist so konzipiert, dass sie über offene Schnittstellen mit unterschiedlichsten Geräten und Systemen kommunizieren kann. Das eröffnet vielfältige Einsatzmöglichkeiten – sowohl im Neubau als auch im Bestand.
Offene Schnittstellen als Schlüssel zur Integration
Gerade bei Bestandsanlagen stellt sich oft die Frage: Wie lassen sich bestehende Regelungssysteme in moderne Energiemanagementlösungen einbinden? Hier kommt das Forecast Interface (FCI) der Technischen Alternative ins Spiel. Dieses Modul stellt Wetter- und Netzprognosedaten zur Verfügung, die direkt in bestehende Regelungslogiken eingebunden werden können – unabhängig davon, ob es sich um Heizungsregelung, Speichersteuerung oder PV-Management handelt.
Das FCI ermöglicht eine nachträgliche Aufrüstung bestehender Anlagen um vorausschauende Steuerungsfunktionen – etwa bei bereits vorhandenen Regelungen der Technischen Alternative. Damit ergeben sich kompatible Schnittstellen, die künftig auch im Kontext von SELF2B relevant werden könnten: Einerseits zur Integration bestehender Infrastruktur, andererseits als Ergänzung zu neuen Anlagen, in denen Flexibilität und Erweiterbarkeit zentrale Anforderungen sind.
Blick in die Zukunft
Zwar besteht derzeit noch kein gemeinsames Projekt zwischen DILT Analytics und der Technischen Alternative, jedoch wird bereits geprüft, inwieweit Synergien zwischen SELF2B und FCI in künftigen Vorhaben nutzbar gemacht werden können. Besonders vielversprechend ist die Idee, bestehende Heiz- und Energieregelungen durch gezielte Nachrüstung mit dem FCI für die Anforderungen eines vorausschauenden Energiemanagements zu ertüchtigen – ganz im Sinne eines modularen, skalierbaren Systemansatzes.
Innovationen mit europäischer Vorreiterrolle
SELF2B gehört zu den ersten Projekten in Europa, die ein solches System im Realbetrieb demonstrieren. Durch hohe Nutzerfreundlichkeit, erklärbare KI und die Einbindung von Anwender:innen wird auch der verbreiteten Technologieskepsis im Markt aktiv begegnet. Ziel ist es, einen nachhaltigen, intelligenten Gebäudebetrieb zu ermöglichen – nicht nur im Neubau, sondern insbesondere im Bestand.
Aufbauend auf den Ergebnissen des Projekts SELF2B entstand die Software „FaciliMind“ (siehe Screenshots), die wiederum aufgrund des Marktpotentials von der FFG als eigenständiges Projekt gefördert wird.
Quelle: https://www.dilt.at/projekte/self2b