Rauchwarnmelder im Test

TGA testet: Das kann der smarte Rauchwarnmelder von iHaus

© iHaus

Es ist wohl der Horror eines jeden: Das Eigenheim brennt und ehe es jemand bemerkt, gehen nicht nur Gebrauchsgegenstände, sondern auch persönliche Erinnerungen für immer verloren. Rauchwarnmelder können dem entgegenwirken und Bewohner oder Nachbarn frühzeitig warnen.

Eine allgemeine Rauchmelderpflicht gibt es in Österreich, im Gegensatz zu Deutschland, bisher noch nicht. Zur eigenen Sicherheit sollten Rauchwarnmelder jedoch in jeder Immobilie angebracht werden. Dabei kann man auf herkömmliche Warnmelder zurückgreifen oder aber eine smarte Alternative wählen. TGA hat aus diesem Anlass die vernetzten Rauchwarnmelder von iHaus getestet.

Das ist drin

Die Warnmelder bietet iHaus in verschiedenen Sets an. Vom einzelnen Rauchmelder bis zum Zehner-Set sind alle Varianten verfügbar. Für den TGA-Test wurde ein Set mit zwei Rauchwarnmeldern ausgewählt. Zusätzlich sind im Paket zwei Magnethalterungen für die Montage sowie ein WLAN-Gateway für den Internetzugang enthalten.

Die Rauchwarnmelder kommen mit einer zehn Jahres-Batterie. Sie haben jeweils einen Durchmesser von 11,6 Zentimeter und sind 4,9 Zentimeter hoch. Der Detektionsbereich beträgt 50 Quadratmeter und der Alarm wird mit einer Lautstärke von 85 Dezibel abgegeben – deutlich hörbar also. Der Warnmelder misst sowohl die Rauchentwicklung als auch die Temperatur im Raum und schließt anhand dieser Parameter auf eine Brandsituation.

Preisklasse

Die Rauchwarnmelder werden vom Saarländischen Elektro-Anbieter Hager geliefert. iHaus stattet das OEM-Produkt dann mit einer modifizierten Firmware und einem kleinen Gateway aus. Dadurch können via iHaus-App alle Werte des Melders auf dem Smartphone oder Tablet abgerufen werden. Dabei bleibt das vds-Zertifikat, dasQ-Label sowie CE-Kennzeichnung unberührt. Das Zweier-Set Rauchwarnmelder kostet inklusive Gateway aktuell 269 Euro. Ohne Gateway bezahlt man direkt beim Hersteller für zwei Rauchwarnmelder rund 198 Euro.

Kompatibilität

Über das iHaus-Gateway können die Rauchwarnmelder mit einer Vielzahl von Geräten verbunden werden. Unter anderem mit Sonos, Philips Hue, und Nuki. Außerdem sind die Warnmelder mit den Geräten aus dem Apple Homekit kompatibel. „Im Endeffekt kann sich aber jeder KNX-zertifizierte Hersteller mit der iHaus-App und desn zugehörigen Geräten verbinden“, so iHaus-Sprecher Daniel Zauner.

Installation

Für die Inbetriebnahme wird erst das Gateway mit dem hauseigenen WLAN verbunden. Dafür wird das Gateway am Strom angeschlossen und dann mit Handy, Tablet oder PC in das Heimnetzwerk integriert. Das gelingt mit wenigen Klicks äußerst schnell. Danach werden die Funk Rauchwarnmelder miteinander verbunden. Dafür müssen auf der Rückseite die Konfigurationstasten sowie auf der Vorderseite der Hauptbutton gedrückt werden.

Die Bedienungsanleitung beschreibt anhand von Illustrationen zwar gut, wie das Verbinden der einzelnen Geräte funktionieren soll, trotzdem kam es hier beim Test zu ein paar kleinen Problemen. Die Konfiguration musste zweimal wiederholt werden, bis die Rauchwarnmelder richtig miteinander verbunden waren. Für die Konfiguration werden pro Gerät nur zwei Tasten benötigt, diese müssen jedoch in relativ kurzen Zeitabständen unterschiedlich oft gedrückt werden. Dadurch kam es anfangs zu Verwirrungen und die Installation fühlt sich kurzzeitig an wie eine Runde Simon Says.

https://youtu.be/RVF68vXsWns

Die kleine Installations-Hürde konnte jedoch schnell überwunden und die Konfiguration fortgesetzt werden. Durch einen Testalarm kann die Vernetzung der Rauchwarnmelder dann überprüft werden. Zum Schluss müssen die Rauchmelder noch in die App integriert werden. Dafür wird der QR Code des Rauchmelders mit dem Smartphone gescannt und das Gerät in der App benannt. Schon wird der Rauchwarnmelder am Homescreen der App angezeigt.

Bedienung und Nutzung

In der iHaus-App können dann weitere Einstellungen am Warnmelder vorgenommen oder der aktuelle Status abgerufen werden. Unter anderem werden Batteriezustand, Verschmutzungen und Raumtemperatur angezeigt. Die App selbst ist relativ simpel gehalten. Es befinden sich alle notwendigen Einstellungen und Informationen darin, in das Design der Benutzeroberfläche hätte jedoch noch etwas mehr Liebe gesteckt werden können.

Um die Sicherheit des TGA-Teams zu gewähren und das Budget nicht unnötig zu strapazieren, wurden für den Rauchwarnmelder-Test keine Wohnungen in Brand gesteckt. Dennoch lässt sich alleine durch den Testalarm feststellen, dass die Lautstärke des Geräts durchaus ausreichend ist und auch von Nachbarn wahrgenommen wird. Ein funktionierender Warnmelder wird in der App als grüner Kreis dargestellt. Gibt es Probleme mit dem Gerät oder womöglich ein Feuer, ändert sich die Farbe des Kreises. So kann jederzeit überprüft werden, ob zuhause alles in Ordnung ist.

Warum muss ein Rauchwarnmelder smart sein?

Auch ohne das iHaus-Gateway sind die Rauchmelder miteinander verbunden. Sobald ein Warnmelder einen Alarm abgibt, reagieren auch die anderen Melder. „Der große Vorteil an den iHaus-Geräten ist, dass man im Falle eines Brandes sofort per Push-Benachrichtigung informiert wird und entsprechend handeln kann. Man muss sich also nicht darauf verlassen, dass die Nachbarn den Alarm hören und darauf reagieren, sondern ich kann selbst handeln“, erklärt Zauner. Auch im Urlaub werden die Bewohner somit über einen Brand informiert und können Vertrauenspersonen Bescheid geben oder direkt die Feuerwehr rufen.

Außerdem kann durch die Vernetzung ein spezielles Warnszenario erstellt werden. Erkennt der iHaus-Warnmelder einen Brand, gibt nicht nur dieser Alarm, sondern auch alle vernetzten Geräte. Die Philips Hue-Lampen beginnen rot zu blinken, die Sonos-Box spielt eine Warnmeldung ab und die Rollläden werden hochgefahren, damit die Fluchtwege frei sind.

Fazit

Für mehr Sicherheit im Haushalt ist ein Rauchmelder immer empfehlenswert. Ob es dafür aber Produkte für 269 Euro braucht, muss jeder Konsument für sich entscheiden. Auch günstige Rauchwarnmelder alarmieren zuverlässig, jedoch nur im näheren Umkreis. Eine Push-Benachrichtigung per App kann helfen, Brände schon kurz nach der Entstehung zu lokalisieren und dadurch Bewohner und Haus schützen. Die zusätzliche Alarmierung über die vernetzten Partnergeräte stellt sicher, dass der Alarm auch wirklich wahrgenommen wird.

Praktisch ist vor allem, dass der Nutzer durch die iHaus-App einen vereinfachten Überblick über all seine Geräte behält. Das macht das gesamte Smart Home benutzerfreundlicher und für jeden einfach bedienbar.