Villeroy & Boch : Fünf Badplanungs-Tipps von Gesa Hansen

Das perfekte Bad beginnt auf dem Moodboard, davon ist Designerin Gesa Hansen überzeugt und verrät ihre Profi-Tipps für ein individuelles Badkonzept.

Das perfekte Bad beginnt auf dem Moodboard, davon ist Designerin Gesa Hansen überzeugt und verrät ihre Profi-Tipps für ein individuelles Badkonzept.

- © Villeroy & Boch

Die Designerin Gesa Hansen hat schon zahlreiche Bad-Projekte für Hotels, Restaurants und private Auftraggeber umgesetzt. Ihr Geheimnis: ein durchdachtes Moodboard, das Farben, Materialien und Oberflächen zu einer persönlichen Geschichte verbindet. „Es ist wie ein visueller Fahrplan", sagt sie. „Es schärft die Farbpalette, stimmt Materialien aufeinander ab und beantwortet die wichtigste Frage: Wie wird das Bad zu einem wirklich eigenen Ort?" Für Villeroy & Boch hat sie bereits mehrere Farbkonzepte entwickelt und kennt das Thema aus einer ganz eigenen, gestalterischen Perspektive.  Hier verrät sie ihre fünf wichtigsten Schritte für den Einstieg ins neue Bad.

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1. Mit dem eigenen Gefühl starten

Hansen startet nicht mit Produkten. Sie startet mit Gefühlen. „Ich suche nach Bildern, die mich wirklich berühren. Das muss nichts mit einem Bad zu tun haben", erklärt sie. „Eine Farbstimmung aus dem Urlaub, eine bestimmte Textur, eine alte Buchillustration." Solche Ausgangspunkte machen ein Bad persönlich.

Noch ein Tipp, den viele unterschätzen: Das Moodboard gemeinsam zu entwickeln lohnt sich. Das Bad wird von allen Familienmitgliedern täglich genutzt, von jung bis alt, und jede Person bringt eigene Erinnerungen, Lieblingsfarben und kleine Geschichten mit. 

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Farbkarten, Materialproben, erste Skizzen – Gesa Hansen bringt alles zusammen, um die gestalterische Richtung greifbar zu machen. Erst wenn Farben und Oberflächen nebeneinander liegen, zeigt sich, ob das Konzept wirklich trägt.

- © Villeroy & Boch

2. Materialien bewusst zusammenstellen und das Angebot kennenlernen

Vor dem Zusammenstellen kommt der Überblick – ein Schritt, den viele überspringen. Welche Keramikfarben, Finishes und Formen gibt es? Bodenebene Dusche, frei stehende oder eingebaute Badewanne? Wer das Angebot kennt, wählt bewusster.

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Hansen legt dann alle Muster physisch auf einer neutralen Unterlage aus: das Hauptmaterial in der Mitte, Farbkarten, Akzentmaterialien, Textilproben und Fotos ringsum. Bei verschiedenen Lichtverhältnissen zeigt sich erst, ob Töne, Oberflächen und Formen wirklich harmonieren. Kontraste schaffen dabei Spannung: glatte Keramik neben strukturierten Fliesen, matt gegen glänzend, warmes Holz gegen kühlen Beton. Und auch Textilien gehören selbstverständlich aufs Board. „Frottee, Leinen, Waffelpiqué: Wenn die Handtücher nicht zur Farbpalette passen, stimmt am Ende etwas nicht, auch wenn man nicht sofort weiß, warum."

Bei Metalloberflächen gilt: Armaturen, Griffe und Handtuchhalter zusammen denken, aber nicht zu dogmatisch. Unterschiedliche Metalltöne können spannend wirken. Spiegel dabei nicht vergessen: Sie prägen die Stimmung eines Raumes genauso wie Metalle.

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3. Ein klares Konzept entwickeln

Warme Erdtöne für ein Spa-Gefühl? Kühles Blaugrau für einen urbanen Look? Sattes Grün oder Terrakotta als mutiger Akzent? Das erste Inspirationsbild, ob Urlaubsfoto, Naturmaterial oder Illustration, gibt hier oft den entscheidenden Hinweis. Hansen empfiehlt, drei bis fünf Schlüsselbegriffe zu definieren, etwa „warm", „licht" oder „kontrastreich", die als Kompass für alle weiteren Entscheidungen dienen. „Manchmal entwickelt sich die Farbstory während des Prozesses in eine überraschende, aber absolut stimmige Richtung", sagt sie.

Für die Villeroy & Boch Artis-Kollektion hat sie selbst die Farbpalette entwickelt: von zartem Almond über tiefes Teal und nächtlichem Nightfall bis zu klarem Pure Black. Solche Farboptionen zeigen, wie sehr farbige Keramik das gestalterische Vokabular erweitert. Wer ein klares Konzept hat, kann sich ruhig etwas trauen. 

Gesa Hansens eigenes Bad zeigt, wohin ein konsequent durchdachtes Moodboard führen kann.  Waschtisch und Armatur sind von Villeroy & Boch.

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4. Rigoros editieren

Nach dem Sammeln kommt das Aussortieren, und das ist für Hansen der wichtigste Schritt überhaupt. Alles, was die Farbpalette verwässert oder nicht zur Geschichte des Raumes passt, fliegt raus. Wie in einer guten Erzählung muss jedes Element seinen Platz haben und zum roten Faden beitragen. „Bei einem Hotelprojekt hatte ich anfangs 60 Elemente auf dem Board, am Ende waren es 15. Aber diese 15 erzählten eine klare Geschichte." Ihr Ziel: zehn bis zwanzig aussagekräftige Elemente, die zusammen ein kohärentes und umsetzbares Bild ergeben.

Die Designerin empfiehlt, das Moodboard über mehrere Tage zu betrachten und sich dabei immer wieder zu fragen: Gibt es einen klaren Farbfaden? Harmonieren die Materialien miteinander? Gibt es genug Kontrast, um den Raum interessant zu halten?

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5. Vom Moodboard zur Umsetzung

Ein gutes Moodboard muss auch in der Realität funktionieren. Deshalb: Alle gewählten Materialien als echte Muster bestellen und zu Hause bei verschiedenen Lichtverhältnissen auslegen. Was im Showroom warm und einladend wirkt, kann unter Kunstlicht ins Gräuliche kippen. Parallel lohnt es sich, zu jedem Material konkrete Produkte mit Produktname, Hersteller und Artikelnummer zu notieren.

Hier hilft etwa der Online-Badplaner von Villeroy & Boch dabei, Proportionen und Farbauswahl virtuell zu testen, auch eine Video-Beratung mit Bad-Designer*innen des Herstellers können in Anspruch genommen werden, um das Moodboard auf Machbarkeit prüfen zu lassen. „Ein gutes Moodboard ist die perfekte Kommunikationsbasis für Badplaner, Fliesenleger und Installateure. Es spart enorm viel Zeit und Missverständnisse."

„Das Moodboard ist der Schlüssel zu einem Bad, das nicht nur funktioniert, sondern auch berührt", fasst Hansen zusammen. „Wenn alles zusammenspielt, entsteht ein Raum, der wirklich zu einem gehört." 

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