KnowHowHP : Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus: Woran es hakt

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Wärmepumpen in bestehenden Mehrfamilienhäusern: Eines der größten Spannungsfelder der urbanen Wärmewende.

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Wo drückt der Schuh, woran fehlt es, wenn es um die Sanierung von Mehrfamilienhäusern mit Wärmepumpen geht? Diese Frage wurde beim Forschungsprojekt KnowHowHP in ausführlichen Tiefeninterviews mit 93 Fachplaner*innen und Installateur*innen erörtert, erklärt Tobias Hatt vom Energieinstitut Vorarlberg. Die Antworten werden in einem öffentlich einsehbaren Dokument veröffentlicht und dort detailliert analysiert. Im Gespräch mit der TGA werfen die Protagonisten des Forschungsprojekts einige Schlaglichter auf Erkenntnisse, die sie bereits gewonnen haben – und die zum Teil auch überraschend sind.  

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Generalsanierung oder Heizungstausch: Nichts dazwischen

Gerade im Mehrfamilienhaus gibt es nur zwei Ansätze bei der Sanierung, so die Erfahrung von Tobias Hatt: Entweder es wird eine Generalsanierung gemacht, bei der von der Gebäudehülle über die Fenster bis zur Heizung alles erneuert wird – oder es wird lediglich der Heizkessel getauscht, wenn es technisch nötig ist. „Es gibt wenig dazwischen“, bedauert Hatt. Bei der Generalsanierung sei man vom Ergebnis her dann zwar sehr nahe am Neubau, aber der Aufwand sei enorm, vor allem finanziell. 

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Der Heizkesseltausch wiederum bringt wenig, wenn am Gesamtsystem ansonsten nichts geändert wird. Dabei würde es schon eine deutliche Reduktion der benötigten Vorlauftemperaturen bringen, wenn lediglich die oberste Geschossdecke gedämmt würde: Für die Umsetzung Erkenntnis müsse eine gesamtheitliches Gebäudebetrachtung angestellt werden, die das gesamte System im Blick hat. Worauf es dabei ankommt, das wird in den Schulungskonzepten von KnowHowHP abgebildet werden. 

Der Energieberater denkt in Energiemengen, der, der die Auslegung verantwortet, denkt in Leistung zu einem bestimmten Zeitpunkt.
Jens Leibold, Renowave.at

Unterschiedliche Denkweisen bei Energieberatung und Auslegung

„Der Energieberater denkt in Energiemengen, der, der die Auslegung verantwortet, denkt in Leistung zu einem bestimmten Zeitpunkt“, bringt Jens Leibold vom Projektpartner Renowave.at ein anderes Problemfeld auf den Punkt. Die beiden Welten treffen einander nicht nur nicht, sondern widersprechen einander sogar. Die Auslegung nach Heizlast führt jedoch dazu, dass eine Heizungsanlage zu 99 Prozent des Jahres zu groß ist, taktet und schneller verschleißt. Das trifft nicht nur auf die Wärmepumpe zu, wirkt sich hier jedoch dramatischer aus als bei Gas- oder Ölheizungen. Diese beiden Welten in einem integralen Planungsprozess zu vereinen, ist eines der Ziele des Forschungsprojekts. 

Planungsprozess vereinfachen und reproduzierbar machen

In der Vorbereitung und Planung eines Sanierungsprojektes liegt für Ferdinand Sigg besonders viel Optimierungspotenzial. Der Passivhaus-Experte von der Technischen Hochschule Rosenheim sieht das ganz pragmatisch: „In jede Wohnung rein zu müssen, alle Daten aufzunehmen, jedes Mal aufs neue eine Heizlastberechnung zu machen: Das macht ja keinen Spaß“. Dieser Prozess lässt sich vereinfachen und zumindest zum Teil automatisieren, davon ist Sigg überzeugt. Hier liegt ein dritter wesentlicher Faktor von KnowHowHP: Schulungsangebote und Tools für die Vereinfachung des Planungsprozesses. 

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Über das Forschungsprojekt „KnowHowHP“

Ziel des dreijährigen Forschungsprojekts „KnowHowHP“ ist es, Planer*innen und Installateur*innen mithilfe eines integralen Planungsprozesses so weiterzubilden, dass der Einsatz von Wärmepumpen in bestehenden Mehrfamilienhäusern erleichtert wird und die Zahl der Sanierungen mit Wärmepumpen steigt. Die Schulung und Qualifizierung von Planer*innen und Installateur*innen ist für die Projektinitiatoren entscheidend, um sicherzustellen, dass Wärmepumpe und Sanierungskonzept optimal aufeinander abgestimmt sind. 

Die Schulung und Weiterbildung soll in einem wissensbasierten, softwaregestützten Prozess erfolgen. Der Planungsprozess soll so sehr vereinfacht werden, dass bessere Qualität und bessere Skalierbarkeit erreicht werden.  Das Projektkonsortium besteht aus drei wissenschaftlichen und vier Wissensverbreitungspartnern aus drei Ländern, alle mit langjähriger Erfahrung im Bereich Schulungen. Koordinator ist das Energieinstitut Vorarlberg, zu den weiteren Projektpartnern gehören Renowave.at, die Universität Innsbruck und die TU Rosenheim. 

Das Projekt KnowHowWP startete im November 2024 und soll bis November 2027 abgeschlossen sein.  

Knowhow HP
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