Sanierungsprojekt

Klimatechnik-Sonderanfertigung für Obermeyer-Firmenzentrale

Planungsprofi Obermeyer war zuletzt im eigenen Hause tätig: In Zusammenarbeit mit Kiefer Klimatechnik läuft aktuell die Sanierung der Obermeyer-Firmenzentrale. Zu den Highlights zählen die sonderangefertigten Deckensegel - sie vereinen Kühlung, Lüftung, Akustik und Licht.

Der Hauptsitz von Obermeyer in München wurde in einem ersten Bauabschnitt im laufenden Betrieb saniert.

Sanierungen im laufenden Betrieb sind aufwendig, besonders im eigenen Haus - das weiß Planungsprofi Obermeyer. Bei der Luft- und Klimatechnik in seinen neuen Büroräumen setzt das Unternehmen auf den Stuttgarter Spezialisten Kiefer Klimatechnik. Die Firmenzentrale in München wurde 1973 erbaut - sie umfasst insgesamt 12.000 m2 Geschossfläche. Wie häufig der Fall, mussten Brandschutzthemen den heutigen Anforderungen angepasst werden. Im selben Zuge wurden weitere Renovierungsarbeiten durchgeführt sowie neuen Büroflächen für den digitalen Wandel in der Bauwirtschaft – Stichwort BIM - geschaffen.

Eine besondere Herausforderung war die Sanierung der als Kassettendecke konzipierten Geschossdecken. „Zum Zeitpunkt der Errichtung des Gebäudes im Jahr 1973 wählte man im Bestandsgebäude ein Lichtbandsystem mit eingebauten Leuchten. Die Leuchten waren zudem integraler Bestandteil des Lüftungssystems. Genau diese spezielle Ausbildung der Geschossdecken erforderte nun eine Sonderlösung bei der Sanierung“, erläutert Simon Mündler, Architekt bei Obermeyer.

Sonderanfertigung: Kühlung, Lüftung, Licht & Akustik

Aus gestalterischer Sicht wollten die Planer ein einheitliches Deckenbild mit nicht sichtbarer Technik realisieren - Kühlung und Lüftung sollten versteckt in der Decke untergebracht sein. Dafür hatte Kiefer Klimatechnik das passende Produkt im Portfolio. Oliver Gössler, Vertriebsingenieur bei Kiefer Klimatechnik, berichtet von der Planung: „Obermeyer wünschte sich eine aufeinander abgestimmte technische Ausrüstung, die gestalterisch ansprechend ist und eine angenehme Arbeitsumgebung für Mitarbeiter und Besucher gewährleistet." Das ausgewählte Indusail-System vereine die Aspekte Akustik, Licht, Kühlung und Lüftung und biete zusätzliche Flexibilität.

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Im Vergleich zu den Alternativen – einer herkömmlichen Kühldecke oder Umluftkühleinheiten an der Fassade – überzeugte die Lösung vor allem optisch: Auch die Integration in die jeweiligen Deckenfelder und eine Reduktion der Kühlwasserleitungen sowie von Störfaktoren wie Lärm durch das Akustiksegel sprachen dafür. Für eine angenehme Atmosphäre sorgen die einheitliche Optik der Decke mit integrierter Beleuchtung und versteckter Kühl- und Lüftungstechnik.

Durch die gemeinsame Planung konnte eine Sonderlösung für das Projekt realisiert werden: Quadratische statt rechteckige Abmessungen führten dazu, dass die Akustikmatten vom Hersteller sonderangefertigt wurden. „Damit die Lüftung unabhängig von der Kühlung betrieben werden kann, kamen auf der großen Deckenfläche verschiedene Module des Indusail Systems in Kombination zum Einsatz: Mit dem Akustiksegel PLUS erfolgt die Kühlung der Raumluft, das Akustiksegel AIR dient für die Frischluftzufuhr. Dazwischen sorgt das Akustikpaneel SILENT als erweitertes Gestaltungselement ebenfalls für Schallabsorption und Lichtreflexion", erklärt Gössler.

Das multifunktionale System sorgt mittels Sensoren für ein angenehmes Raumklima auf 10.000 m2 Deckenfläche: Die Zuluft richtet sich nach einem CO2-Wert und ist abhängig von der Anzahl an Personen im Raum. Das Einbringen der Luft erfolgt über hochinduktive Schlitzauslässe. Durch die speziell entwickelte Ausblasgeometrie ergeben sich feine Einzelstrahlen, an deren Oberflächen effektiv Raumluft induziert werden kann. Die Kühlung erfolgt anhand der Raumtemperatur und der jeweils festgelegten Anforderung.

Brandschutz

Im Foyer des Bürogebäudes galt es, besondere Brandschutzvorgaben zu erfüllen. Aus diesem Grund mussten auch die Deckensegel brandschutztüchtig werden: In den Regelgeschossen ist das Trägermaterial der Segel vlieskaschiert und offenporig, in diesem Fall wurde das Akustikmaterials durch Brandschutzmaterial ersetzt.

Bei der Montage war es zudem von Bedeutung, dass die Akustiksegel nicht verschmutzt wurden. Grundsätzlich wird bei Ausführungen mit Umluftkühlgerät dieses zuerst installiert. Um die Akustiksegel vor Baustaub zu schützen, wurden sie eingepackt und erst kurz vor Bezugstermin geöffnet. Inzwischen ist der erste Bauabschnitt abgeschlossen, Gössler zieht ein positives Zwischenfazit: „Dank frühzeitiger Planungen und regelmäßigem Austausch aller Projektbeteiligten haben wir den ersten Teil dieses großen Auftrags erfolgreich beendet.“ Bis Herbst 2021 möchten man den zweiten Bauabschnitt abschließen.