Grenzwertüberschreitungen sind häufig : Trinkwasserqualität nimmt ab dem Hausanschluss rapide ab

Ein Wasserhahn, der aufgedreht ist.
© jozsitoeroe - stock.adobe.com

Rund 90 Prozent der Österreicher erhalten von den 5.500 Wasserversorgern Trinkwasser mit einer hervorragenden Qualität. Ab dem Hausanschluss nimmt die Trinkwasserqualität jedoch schnell ab. Hausinstallationen, Leitungsschäden oder nicht fachgerecht durchgeführte Umbauarbeiten üben einen negativen Einfluss auf die Wasserqualität aus. Schwermetalle wie Blei oder Nickel können ins Trinkwasser gelangen und für Grenzwertüberschreitungen sorgen.

Wien als Spitzenreiter

Der Wasseranalyse-Spezialist Aqa hat deshalb 2.000 Wasserproben von österreichischen Haushalten untersucht und die Ergebnisse nun veröffentlicht. 6,1 Prozent der Haushalte weisen eine Grenzwertüberschreitung bei Blei auf. Wird nur der erste Wasserschwall analysiert, steigt der Wert sogar auf das Doppelte an. Spitzenreiter ist dabei Wien: 11,1 Prozent der Wiener Haushalte weisen Grenzwertüberschreitungen im Trinkwasser auf. Beim ersten Schwall waren es hier sogar 16,9 Prozent. Bleibelastungen resultieren hauptsächlich aus Bleileitungen und Armaturen in den Haushalten selbst. Blei ist toxisch und kann beim Menschen zu Schädigungen des Nervensystems, der Nieren oder zu einer Beeinträchtigung des Blutbildes führen.

Grenzwertüberschreitungen sind rückläufig

Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich bei Nickel: Hier kommt es nicht auf die Bausubstanz, sondern auf die Armaturen an. Die Grenzwertüberschreitungen bei Nickel sind gleichmäßig über Österreich verteilt. Überschreitungen lagen hier bei 5,3 Prozent der Wasserproben vor. Beim ersten Schwall wurde eine Überschreitung von 15,6 Prozent gemessen. Gut ist jedoch, dass sowohl der Bleigehalt, als auch die Nickelwerte in den letzten 15 Jahren stark gesunken sind. Die Grenzwertüberschreitungen haben sich beim Blei sogar mehr als halbiert. Die Nickelüberschreitungen sind in den letzten Jahren um rund ein Drittel zurückgegangen.

Folgen Sie TGA auf Twitter: @TGAmagazin