Offener Brief : Wärmewirtschaft fordert "Wärmewende jetzt"
Der Runder Tisch der Wärmewirtschaft befürchtet ohne Wärmewende Milliardenstrafen und Energiearmut.
- © magele-picture - stock.adobe.comNach dem letzten runden Tisch der Wärmewirtschaft, einer Initiative des Zukunftsforum SHL, haben namhafte Verbände aus dem Energie-, Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechnikbereich einen offenen Brief an die österreichische Politik formuliert.
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Seit dem Förderstopp Ende 2024 stehe Österreichs Wärmewende still, so die zentrale Kritik. Es fehle an Klarheit über zukünftige Förderungen und damit an Planungssicherheit. Die Verbände fordern daher ein rasches Vorlegen einer Strategie mit langfristigen Perspektiven von der Regierung: „Denn Heizungstausch und thermische Sanierungen sind kein Zukunftsthema – sie entscheiden schon heute über leistbares Wohnen, Jobs und Klimaschutz." Das aktuelle Regierungsprogramm enthalte dazu bereits wichtige Ansätze, deren Umsetzung im offenen Brief gefordert werden.
Über diesen Appell hinaus hat der runde Tisch auch konkrete Forderungen ausgearbeitet:
Forderungen des Runden Tischs der Wärmewirtschaft
1. Umfassendes Klimaschutzgesetz und verbindliche Sanierungsstrategie
- Verbindliche Sektorziele und Ausstiegspfad für fossile Heizungen.
- Einrichtung einer ressortübergreifenden Steuerungsgruppe und jährliche Evaluierung durch ein Expert*innengremium.
- Zweckbindung der Einnahmen aus der CO₂-Bepreisung für die Energie- und Klimawende.
2. Schnellstmöglicher Neustart der Förderungen
- Klare Starttermine und transparente Richtlinien für thermische Sanierungen und Heizungsmodernisierungen.
- „Degressiver Klimabooster“-Modell mit höheren Fördersätzen für frühe Umsteiger*innen.
- Soziale Wirksamkeit durch gezielte Unterstützung einkommensschwacher Haushalte.
3. Förderungen treffsicher, sozialgerecht und einfach gestalten
- Vorrang für alte, besonders emissionsstarke Heizungen (ab 15 Jahren Betriebsalter).
- One-Stop-Shop für Bundes- und Landesförderungen, um Bürokratie abzubauen und die Förderlandschaft zu vereinheitlichen.
- Klare Aufgabenteilung zwischen Bund und Ländern, wer welche Förderaufgaben prioritär übernimmt (z. B. Heizungsmodernisierung durch Bund, thermische Sanierung durch Länder).
4. Reformpaket statt Einzelmaßnahmen
- Miet- und Wohnrechtsreform, damit Sanierungen einfacher und rechtssicher umgesetzt werden können (z. B. Änderungen im Wohnungseigentumsrecht, damit nicht einzelne Eigentümer*innen blockieren).
- Steuerliche Anreize, etwa steuerliche Absetzbarkeit von Sanierungen, verkürzte Abschreibungsfristen und reduzierte Umsatzsteuer.
- Einheitliche technische Vorgaben in allen Bundesländern (z. B. für Wärmepumpen, Genehmigungen, Schallschutz), um Bürokratie abzubauen und Planungs- sowie Investitionssicherheit zu schaffen.
Diese Verbände unterstützen den offenen Brief
Austria Solar, Erneuerbare Energie Österreich, Dachverband Energie-Klima, proPellets Austria, Österreichische Vereinigung des Sanitär- und Heizungsgroßhandels (ÖVSHG), Bundesinnung der Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker, Bundesinnung der Rauchfangkehrer, Verband der Installations-Zulieferindustrie (VIZ), Verein Geothermie Österreich und das Zukunftsforum SHL