2025 keine neuen Mittel für "Raus aus Öl und Gas" : Vorläufiges Aus für Kesseltausch-Förderung

Finanzminister Markus Marterbauer hat am 13. Mai 2025 seine Budgetrede gehalten und Österreichs Sparpaket für die nächsten beiden Jahren präsentiert. 2025 sollen 6,4 Milliarden Euro an Budgetmitteln eingespart werden, 2026 sogar noch mehr. Für die Branche bedeutet das Einschneidungen: Die Klima- und Umweltförderungen werden stark gekürzt. Rund 557 Millionen Euro werden 2025 eingespart, 2026 sollen es knapp 820 Millionen Euro sein.

Darunter leidet der Klima- und Energiefonds besonders, dessen Mittel im Vergleich zu 2024 gar um die Hälfte gekürzt werden. 2025 gibt es für den Fonds damit um 328,5 Millionen Euro weniger, 2026 um 335,1 Millionen Euro. Durch Reduzierungen der Förderungen für thermisch-energetische Sanierungen, inklusive des Programmes "Sauber Heizen für Alle" und für die Dekarbonisierung der Fernwärme sollen im laufenden Jahr 21,4 Millionen Euro und 2026 und 244 Millionen Euro eingespart werden. 

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main entrance of Austrian parliament building in Greek style with statues of philosophers and white columns with famous Pallas Athena fountain and in Vienna
© EdNurg - stock.adobe.com

Frisches Geld für Heizungstausch ab 2026

Damit steht auch die Förderschiene "Raus aus Öl und Gas" am Kipppunkt. Dort soll 2025 voraussichtlich kein neues Geld mehr fließen, nachdem die Fördertöpfe Ende 2024 überraschend ausgeschöpft waren. „Der Zusagerahmen 2023-2026 wurde Ende 2024 ausgenutzt. Es werden daher diese Projekte 2025 umgesetzt und bis 2026 ausbezahlt", heißt es dazu im dazugehörigen Budget-Teilheft. Insgesamt waren im Zeitraum 2023 bis 2027 für die thermisch-energetischen Sanierungen und den Heizungsumstieg ein Fördermittel in der Höhe von 3,7 Milliarden Euro veranschlagt. Die bereits reservierten Fördermittel bleiben also bestehen, müssen jedoch fristgerecht innerhalb eines Jahres abgeholt werden. Das für Umwelt- und Klimaschutz zuständige Bundesministerium rechnet damit, dass beim Heizkesseltausch noch Mittel von 78.000 Anträgen abgeholt würden. Man geht von einem möglichen Rekord an Heizkesseltäuschen für 2025 aus.

Trotzdem soll der Austausch fossiler Heizanlagen neben - noch offenen - regulatorischen Maßnahmen weiterhin gefördert werden, wie im Budgetbegleitgesetz festgehalten wird. Die Regierung will jedoch auf mehr "Treffsicherheit" setzen. Damit soll laut Parlamentskorrespondenz wie erwartet eine Streichung des 75-prozentigen Förderanteils für den Umstieg auf klimafreundliche Heizungen, aber auch das Entfallen der Kopplung von Bundes- und Landesförderungen einhergehen. „Natürlich würde sich jede und jeder freuen, wenn die öffentliche Hand eine neue Heizung finanziert. Aber wir können uns das nicht mehr leisten. Ende der Durchsage", so Finanzminister Marterbauer auch im Interview mit dem Standard.

Konkret will die Regierung den Zeitrahmen für die Sanierungsoffensive des Bundes bis zum Jahr 2030 verlängern und ab 2026 jedes Jahr 360 Millionen Euro an frischem Geld bereitstellen. Insgesamt sind das 1,8 Milliarden Euro (Details siehe unten), wobei mit diesen Mitteln nicht nur der Umstieg auf klimafreundliche Heizungen, sondern auch thermische Sanierungen von Gebäuden unterstützt werden sollen. Zusätzlich können Mittel aus dem Energieeffizienz-Fonds herangezogen werden. Details zur Fördervergabe stehen aber noch nicht fest, die Branche drängt bereits darauf.

Weitere Einschnitte gibt es bei den Förderprogrammen "Transformation der Wirtschaft" und Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz – dort fallen im laufenden und nächsten Jahr 350 Millionen Euro weg. Außerdem soll eine Taskforce des Finanzministeriums die Förderungen auf Alternativen und Einsparpotenziale überprüfen – ähnliches war bereits im Regierungsprogramm angekündigt. Der finale Budgetbeschluss wird für 18. Juni erwartet.

>>> Martin Hagleitner: „Gießkannen“-Politik zu Recht auf dem Prüfstand

BMLUK: "Verantwortungsvoll konsolidieren"

Einen Tag nach der Budgetrede hat nun auch das Ministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) seinen Budgetrahmen näher ausgeführt: Für 2025 stehen dem Ministerium in Summe rund 5 Milliarden Euro zur Verfügung, für 2026 rund 4,2 Milliarden Euro. Im laufenden Jahr gehen davon 2,84 Milliarden Euro an die Forst- und Landwirtschaft (2026: 2,88 Mrd. Euro), 2,19 Milliarden Euro in den Bereich Umwelt, Klima und Kreislaufwirtschaft (2026: 1,37 Mrd. Euro) und 61 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung (2026: 61 Mio. Euro). 

Mit den im laufenden Jahr für Umwelt, Klima und Kreislaufwirtschaft zur Verfügung stehenden Geldmitteln "werden die zugesagten Fördermittel aus 2024 vollständig finanziert", so die Info aus dem Ministerium. Darüber hinaus heißt es, dass wesentliche Förderschienen „zielgerichtet fortgeführt" werden sollen – jedoch ohne genauen Zeitplan. Welche das sind, zeigt eine Aufstellung der zugeteilten Geldmittel bis 2030: 

  • 1,8 Milliarden Euro bis 2030 für den Heizkesseltausch und thermische Sanierungen
  • 1 Milliarde Euro bis 2030 für „Sauber Heizen für Alle“ für einkommensschwache Haushalte
  • 266,9 Millionen Euro bis 2030 für klimafreundliche Fernwärme-Infrastruktur
  • 150 Millionen Euro jährlich für die betriebliche Umweltförderung
  • 72,5 Millionen Euro jährlich für den redimensionierten Klima- und Energiefonds, mit Fokus auf Wärmewende und regionale Initiativen
  • 51 Millionen Euro jährlich für Kreislaufwirtschaft, plus 2 Mio. Euro für Flächenrecycling
  • 30 Millionen Euro jährlich für den Reparaturbonus

*Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel wird laufend um neue Informationen ergänzt, zuletzt am 13. Juni 2025.