Austrian Green Planet Building Award 2025 : Exportgut Nachhaltigkeit: Green-Building-Projekte mit österreichischer Handschrift
Energieeffizienz gepaart mit der Versorgung durch erneuerbare Energien bildet auch 2025 das Herzstück des Austrian Green Planet Building Awards (AGPB). Der Preis überträgt die Kriterien der österreichischen Klimaschutzinitiative klimaaktiv für Bau- und Immobilienwirtschaft ins internationale Umfeld – und zeichnet damit weltweit realisierte Bauwerke sowie technische Lösungen aus, bei denen österreichisches Know-how im Ausland im Bereich nachhaltiges Bauen zum Einsatz kommt.
Die prämierten Projekte reichen vom erstes Passivhaus Premium Gebäude in China, dem Austrian Pavillon auf der EXPO25 in Osaka und dem ersten offiziellen Museum für Fotografie in Korea bis hin zum größten Gebäude nach dem 22-26-Prinzip. AGPB zeichnet die im Ausland erbrachten herausragenden Leistungen österreichischer Planungsbüros, Consultants, Bauunternehmen und Produktionsbetriebe aus.
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UDD NetZero Building Base #1 Taicang, ChinaNahe Shanghai in der Stadt Taicang befindet sich das von NEUBAU best.energy geplante dreigeschoßige Bürogebäude, das als erstes Passivhaus Premium Gebäude in China ausgezeichnet wurde. Auf insgesamt 2.050 m² Nutzfläche befinden sich Einzel- wie Großraumbüros und Besprechungsräume.
NEUBAU.best.energy begleitete das Projekt von der Planung über die Ausführung bis zur Zertifizierung. Viele ineinandergreifende Puzzlesteine nachhaltigen Bauens bei Errichtung und Betrieb ermöglichten die hohe Energieeffizienz und dadurch den Passivhaus Premium Standard des dreigeschoßigen Gebäudes: die Gebäudedichtheit ebenso wie die Photovoltaikanlage, ein eigens entworfenes Beleuchtungskonzept mit präsenz- und umgebungsabhängiger Steuerung und ein Reservierungs- und Zutrittssystem, um Standby-Verbräuche zu minimieren. Die klimatischen Bedingungen verlangten nach einem ausgeklügelten Feuchtemanagement. Eine aktive Entfeuchtung ermöglicht die Kühlung über die Betondecken, ohne dass dabei die Gefahr der Kondensatbildung besteht
Bürogebäude
- Fertiggestellt 2024
- Fläche (BGF): 2.050 m²
Energie- und Umweltaspekte
- Kontrollierte Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und Entfeuchtung
- Steuerung der Innenraumbehaglichkeit durch Sensorik
- PV-Anlage mit 151 kWp
- Reservierungs- und Zutrittssystem zur Minimierung von Standby-Verbräuchen
- Leuchtkörper mit präsenz- und umgebungslichtabhängiger Steuerung
Kennwerte
- Erneuerbare Primärenergie (PER) nach PHPP: 33 kWh/m2a
- Kühlbedarf nach PHPP: 21 kWh/m²a
- Kühllast: 9 W/m²
- Blower Door Test (n50-Wert): 0,2 h-1
Gebäudelabel und Auszeichnungen
- Passivhaus Premium Standard
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2226 JED Schlieren, SchweizDas Bürogebäude in Schlieren zeigt, wie es geht: Ressourcenschonende Architektur und
eine Low-Tech-Gebäudesteuerung „made in Austria“ ermöglichen weitgehend
energieautark das sogenannte 22-26-Prinzip. Mit 18.300 m2 ist das JED („Join, Explore, Dare“) das größte Gebäude, das nach dem von Professor Dietmar Eberle erfundene Prinzip entworfen wurde.Dabei setzten baumschlager eberle architekten vor allem auf die Bauweise und ein dazu passendes Operating System: Eine träge Gebäudemasse und gute Dämmung minimieren den Heiz- und Kühlbedarf, tiefe Fensterlaibungen ermöglichen natürliche Verschattung und automatisierte, mit CO2- und Temperatur-Sensor ausgestattete Lüftungsklappen sorgen für Frischluft und Temperierung.
Bei der Errichtung kamen 8.300 m3 Zirkulit-Beton zum Einsatz: ein Recycling-Beton, der sich wiederverwenden lässt. Zusammen mit der hohen Nutzungsflexibilität aufgrund hoher Spannweiten ist das Gebäude ein Musterschüler der Kreislaufwirtschaft.
Bürogebäude
- Fertiggestellt 2024
- Fläche (BGF): 18.300 m²
Energie- und Umweltaspekte
- Träge Gebäudemasse und gute Dämmung minimieren Heiz- und Kühlbedarf
- Nutzung der Abwärme von Menschen und Geräten, wie PC, Drucker, Beleuchtung usw.
- PV-Anlage ermöglicht weitgehend Energieautarkie
- Nutzung kreislauffähiger Materialien
- Laibungstiefe der Fenster von 60 cm ermöglicht natürliche Verschattung
- Automatisierte Lüftungsklappen mit CO2- und Temperatur-Sensor
Kennwerte
- 8.300 m³ Zirkulit-Recyclingbeton
- 10.000 Tonnen Primärressourcen in Beton eingespart
- 83 Tonnen CO₂ in Beton gespeichert
Gebäudelabel und Auszeichnungen
- SNBS Gold
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Allee der Kosmonauten Berlin, DeutschlandÖsterreichs Kompetenz im Bereich des nachhaltigen Bauens zeigt sich exemplarisch am Neubau der Integrierten Sekundarschule und Gymnasium in Berlin-Lichtenberg. Der bislang größte Neubau der Berliner Schulbauoffensive ermöglicht seinen Schüler*innen auf Basis der Erkenntnisse der Lernforschung viel Freiraum und eine qualitativ hochwertige Lernumgebung, dabei ist er äußerst energieeffizient.
Der Schulbau wurde von der kommunalen Berliner Wohnungsbaugesellschaft HOWOGE errichtet. PPAG Architects haben sich mit ihrem Entwurf im Rahmen eines EU-weiten Wettbewerbs durchgesetzt und gemeinsam mit einem großteils aus österreichischen Expert*innen und Fachplaner*innen bestehenden Team auch umgesetzt und dabei Standards für einen nachhaltigen Schulneubau vorgegeben. Baubegleitenden Berechnungen und Simulationen halfen bei der Umsetzung der Kriterien des deutschen BNB Bewertungssystems für nachhaltiges Bauen, ein Pendant zur österreichischen klimaaktiv-Gebäudebewertung.
Durch die effiziente Nutzung gemeinsamer Räume, die ökologische Bauweise und ein nachhaltiges Energiekonzept wurde der Campus nicht nur architektonisch, sondern auch hinsichtlich seiner Umwelteigenschaften geplant. Fernwärme und eine Luft-Wasser-Wärmepumpe dienen zur Wärmeversorgung. Eine zentrale Abluftanlage mit dezentralen Zuluftelementen in der Fassade sorgt für hohe Raumluftqualität in den Klassenräumen. Deren Abwärme wird mittels Abluftwärmepumpe rückgewonnen und zur zentralen Warmwassererzeugung genutzt.
Die Abwärme der Klassenräume wird mittels Abluftwärmepumpe rückgewonnen und zur zentralen Warmwassererzeugung genutzt. Außenliegender Sonnenschutz verhindert Überhitzung im Sommer. Großzügige Grün- und Sportflächen sowie ein umfassendes Produkt- und Chemikalienmanagement ergänzen die zukunftstaugliche Gestaltung des Schulcampus.
Schulgebäude
- Fertiggestellt: 2024
- Fläche (BGF): 31.783 m²
Beteiligte österreichische Unternehmen:
- PPAG architects ztgmbh (Generalplaner, Architektur)
- FCP Fritsch, Chiari & Partner ZT GmbH (Generalplaner, Generalplanermanagement, Tragwerksplanung, Bauphysik)
- Kubik Project Ges.m.b.H. (Elektro)
- Bauklimatik GmbH (TGA + Akustik)
- EGKK Landschaftsarchitektur (Landschaftsplanung)
- BLEED (Grafische Ausgestaltung)
- RAUM PLUS (Sportfachplanung)
Energie- und Umweltaspekte
- Fernwärme kombiniert mit Luft-Wasser-Wärmepumpe
- Warmwasseraufbereitung über Abluftwärmepumpe
- Umfassendes Produkt- und Chemikalienmanagement
- Großzügig begrünte Außenflächen
- Umfangreiche Sportflächen
Kennwerte
- CO₂-Emissionen: 18,69 kg/m²a
- Primärenergiebedarf: 52,57 kWh/m2a
- Blower Door: 0,72 1/h
- Tageslichtquotient: > 2 %
Gebäudelabel und Auszeichnungen
- BNB Silber Standard
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Seoul Photographic Art Museum Seoul, Republik KoreaDas erste offizielle Museum für Fotografie in Korea beeindruckt nicht nur durch seine markante Architektur, eine österreichisch-koreanische Kooperation – es überzeugt auch mit seinem Fokus auf Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. Und das trotz der Notwendigkeit hochpräziser Klimazonen für z.B. Lagerräume.
Die Architekten Mladen Jadrić & Yoon GeunJu (JADRIC ARCHITEKTUR & 1990uao) haben mit ihrem Entwurf nicht nur einen internationalen Wettbewerb gewonnen und ein Beispiel für architektonische und interkulturelle Zusammenarbeit geschaffen, sondern auch Nachhaltigkeit in den Fokus bei Bau und Betrieb des Museums gestellt: Über 54 Tiefensonden, ein Erdwärmespeicher, PV-Module am begrünten Dach samt Batterie zur Speicherung sorgen für nachhaltige Energie zum Heizen und Kühlen.
Die thermische Masse des Gebäudes wirkt als Pufferspeicher zum Temperaturausgleich, die Fassade besteht zum Teil aus recycelten Leichtbeton-Hohlelementen, ihre Aluminiumpaneele verändern je nach Lichteinfall und Blickwinkel ihr Erscheinungsbild und dienen gleichzeitig als Hitzeschild. Das Zusammenspiel all dieser Faktoren mit der passiven Kühlung und einer ausgeklügelten Gebäudetechnik ermöglicht den anspruchsvollen Museumsbetrieb in einem annähernd klimaneutralen Gebäude.
Museum
- Fertiggestellt 2024
- Fläche (BGF): 7.048,52 m²
Energie- und Umweltaspekte
- Geothermie zur Energiegewinnung
- Erdwärmespeicher als intersaisonaler Zwischenspeicher
- Begrüntes Dach mit Photovoltaik
- Recycelte Leichbetonelemente
- Passives Lüftungskonzept zur Reduktion mechanischer Lüftungs- und Kühlsysteme
Kennwerte
- CO2-Emissionen: 17,1 kg/m2a
- Primärenergiebedarf: 131,6 kWh/m2a
Den AGPB Technology Award 2025 gab es außerdem für:
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Austrian Pavillon EXPO25 Osaka, JapanGeflochten aus einzelnen dünnen Holzlamellen wurde die Struktur erst nach ihrer Verkrümmung verdübelt. Das 91 Meter lange und 4,3 Meter hohe Notenband erhält dadurch eine doppelt ineinander geschlungene Form und erreicht so eine Gesamthöhe von 16 Metern.
Außerdem ist es demontier- und wiederverwendbar, da fast vollständig leimfrei hergestellt. 15 Tonnen zertifiziertes österreichisches Fichtenholz kamen bei der von BWM Designers & Architects entworfenen Spiralskulptur zum Einsatz. Gemeinsam mit Graf Holztechnik und werkraum ingenieure entstand so eine Konstruktion, die Windlasten über 200 km/h standhält, und die dank des Prinzips „Schrauben statt Leimen“ nicht nur CO₂ einspart, sondern auch demontierbar ist und somit weiterverwendet werden kann. Das Notenband des österreichischen Pavillons der EXPO 25 steht exemplarisch für auf langer Tradition aufbauende Holzbaukompetenz und Ingenieurskunst „made in Austria“.
EXPO-Pavillon
- Fertiggestellt 2025
- Gesamtfläche: 800 m²
Umweltaspekte
- Demontierbarkeit und Wiederverwendbarkeit der Skulptur durch Prinzip "Schrauben statt Leimen"
- CO₂ -Einsparung durch fast vollständige Leimfreiheit
Kennwerte
- 15 t zertifiziertes österreichisches Fichtenholz
- 91 m Länge, 4,3 m Höhe des Notenbands
- 16,5 m Höhe und 21,5 m Länge der Skulptur
- Mindestkrümmungsradius von 3 m