Handwerker-Model

„Baustelle und Laufsteg: das ist die Erfüllung meiner Träume“

Sandra Hunke ist nicht nur Anlagenmechanikerin. Die 25jährige Deutsche arbeitet auch als Model - und erzählt im Interview mit TGA, wie Badplanung und Umkleidekabine zusammen passen.

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Anlagentechnikerin und Model in einem: Sandra Hunke.

Warum wurden Sie eigentlich Anlagenmechanikerin?

Die Wahl des Berufs ist eine Entscheidung fürs Leben. Genau wie bei der Wahl des Partners wusste ich einfach sofort: Das ist es. Ich glaube, mein Vater, ein selbstständiger Fliesenleger, und mein Bruder, ein selbstständiger Landwirtschaftlicher Lohnunternehmer, sind dafür mit verantwortlich. Nach der Schule habe ich ihnen immer zugesehen und geholfen.

Als ich dann meine Praktika machte, habe ich auch eins als Anlagenmechanikerin gemacht. Und von dem Moment an wusste ich: Das will ich werden. Ich war in einer Bad-Ausstellung und mein Chef sagte: „Diese Bäder bauen wir für unsere Kunden. Aus einer Rohbaustelle entsteht eine Wohlfühloase.“

Wenn ich mit Kunden ein Bad plane und die Einzelheiten bespreche, bin ich fasziniert von der Vielfalt und Schönheit. Immer wenn das Badezimmer komplett fertig ist, probiere ich alles einmal aus. Wenn aus der neuen Armatur das Wasser fließt und in die neue Badewanne läuft, hat es etwas einzigartig Schönes. Das ist ein beruhigender und schöner Moment.

Was lieben Sie besonders und was mögen Sie weniger?

Eigentlich mag ich alles an meinem Beruf, ich freue mich morgens auf den Tag. Was ihn etwas verderben kann: Wenn man vor dem Frühstück schon eine verstopfte Toilette reinigen muss. Ich wundere mich oft, was Menschen alles im Klo runterspülen.

Wie haben Sie sich 2012 auf Ihre Teilnahme zur „Miss Handwerk“ vorbereitet?

Eigentlich gar nicht; kein Solarium, keine Maniküre oder so. Ich bin einfach hingegangen, war freundlich und überrascht was eigentlich passierte. Es hat mir großen Spaß gemacht, ein wenig erinnerte es mich daran, wie es war, früher Barbie zu spielen. Der Tag verging wie im Flug, und plötzlich war ich Zweite. Dass dieser Tag mein Leben mal so verändern würde, war mir damals nicht klar.

Was passierte dann?

Eine TV-Produktionsfirma suchte Protagonisten für die TV Sendung „Aschenputtel Projekt“. Ich sollte mit einer reichen Frau mein Leben für 14 Tage tauschen. Dafür gab es 1.500 Euro, genau so viel kostete mein Traum-Sattel fürs Dressur-Reiten. In meiner Ausbildung zur Anlagenmechanikerin, war das eine ganze Stange Geld. Darum machte ich mit und flog nach Marbella. Am schönsten war es aber, als ich wieder zu Hause war. Ich liebe einfach mein Dorf, das hat sich bis heute nicht verändert.

Nach der Ausstrahlung nahmen mich Model-Agenturen in ihrer Kartei auf. Schnell entdeckten mich Kunden bei den Agenturen und plötzlich war ich ein gut gebuchtes Model.  Bis heute ist es die Mischung aus Baustelle und Laufsteg, die mich fasziniert. Es ist dieses abwechslungsreiche Leben, das mich fasziniert.

Die Designer sagen immer, ich sei so schön, und hätte so ein aufregendes Gesicht. Ich selber sehe mich als eine ganz normale junge Frau. In der Schule wurde ich oft gemobbt. Ich war sehr schlaksig, hatte rote Haare und Sommersprossen. Heute folgen mir diese Jungs von damals auf Instagram und liken meine Fotos.