Wasserwissen

Das wissen die Österreicher über ihr Trinkwasser

Eine neue Marktforschungsstudie zeigt wie viel die Österreicher tatsächlich über das Lebensmittel Trinkwasser wissen. Demnach sind wir gut über unser Wasser informiert, nehmen vermeintlichen Gesundheitsgefährdungen aber dennoch nicht ernst.

Wir wissen über unser Wasser Bescheid, nehmen Gefahren aber nicht ernst. 

Das Trinkwasser wird von Österreichs Wasserversorgern zumeist in bester Qualität angeliefert. Eine aktuelle, repräsentative Studie des Marktforschungsinstituts Integral im Auftrag des FORUM Wasserhygiene vom Mai hat ergeben, dass über drei Viertel der Österreicher das Leitungswasser gerne trinken und auf eine gute Wasserqualität zuhause vertrauen. Über die Hälfte weiß zudem bereits, dass Trinkwasser bei nicht sachgemäßem Umgang im Gebäude verderben und zum Gesundheitsrisiko werden kann. Im Wasser können sich unter bestimmten Bedingungen Bakterien rasch vermehren. Werden beim Duschen verkeimte Wassertröpfchen eingeatmet, können diese eine teils schwerwiegende Lungenentzündung, die Legionärskrankheit, auslösen.

Dennoch veranlassen 68 Prozent keine regelmäßige Wartung, sondern reparieren nur auftretende Schäden. „Das ist ein alarmierendes Ergebnis und zeigt, dass die Österreicher sich zu sehr auf andere verlassen, obwohl sie für die Verbrauchsanlage selbst verantwortlich sind. Die Eigenverantwortung bleibt auf der Strecke“,warnt Martin Taschl, Generalsekretär des FORUM Wasserhygiene, eindringlich. Laut Studie sehen 78 Prozent die Verantwortung für die Trinkwasserqualität im Gebäude bei der Hausverwaltung. Die Mehrheit der Mieter gab an, dass in ihrem Mietvertrag das Durchspülen der Wasserleitungen nach längerer Abwesenheit nicht geregelt ist, nur fünf Prozent wissen Bescheid, dass sie vertraglich zum Durchspülen verpflichtet sind.„Auch Betreiber müssen ihre Verantwortung stärker wahrnehmen und nachweislich ihre Mieter über Pflichten hinsichtlich der Trinkwasserhygiene aufklären, um Ihre rechtlichen Risiken zu minimieren“,ermahnt Taschl.

Bewusstsein steigt

Die Studie zum Trinkwasser-Wissen der Österreicher wurde heuer bereits zum dritten Mal durchgeführt. Vergleicht man die Ergebnisse aus den Vorjahren, so lässt sich eine Steigerung des Bewusstseins über Trinkwasserhygiene im Gebäude feststellen: Vor zwei Jahren wussten noch knapp 60 Prozent der Österreicher nicht, dass Wasser wie jedes andere Lebensmittel verderben kann. Heuer ist die Zahl der Unwissenden bereits auf 45 Prozent gesunken. Hinsichtlich der Anpassung der Mietverträge hat sich leider nichts geändert: Schon im Vorjahr war in nur fünf Prozent der Mietverträge ein Durchspülen der Leitungen nach längerer Abwesenheit geregelt. Auch die Wartungs-Nachlässigkeit der Österreicher ist seit 2017 gleich geblieben: „Schon vor zwei Jahren ergab die Studie, dass sich zwei Drittel der Österreicher nicht um die Wartung ihrer Trinkwasser-Installation kümmern“, zieht Taschl Resümee aus den Studienergebnissen der letzten Jahre.

White Paper zum Thema

Neue EU-Trinkwasserrichtlinie zeigt Gefahrenpunkte auf

Gerade in Bezug auf die vernachlässigte vorbeugende Wartung setzt der Vorschlag der neuen EU-Trinkwasserrichtlinie neue Maßstäbe, denn eine von der Europäischen Kommission in Auftrag gegebene Evaluierung der bestehenden Richtlinien zeigte die mangelhafte Wartung und das fehlende Bewusstsein als besondere Gefahrenpunkte auf. So fordert der Neuentwurf eine Risikobewertung der gesamten Hausinstallation bis hin zu den Wasserhähnen. Dies umfasst auch das Erstellen und Überwachen der Instandhaltungspläne.

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