Smart Home

Deutsche sind Smart Home-Muffel

Die smarten Produkte am deutschen Markt werden immer mehr, doch niemand will sie haben. Während immer mehr Europäer in Smart Homes wohnen, ziehen die Deutschen nur langsam mit.

Das Smart Home wird immer beliebter - nur nicht in Deutschland.

Nach einer Studie im Auftrag von Linksys, einem Spezialisten für Home-Networking-Lösungen, wird das Zuhause der meisten Europäer durch den Einsatz von IoT-Geräten immer smarter. Die Bandbreite reicht von smartem Licht, Temperaturreglern und Kühlschränken hin zu selbstlernenden Haushaltsgeräten. Die Deutschen halten sich beim Kauf vernetzter Heimgeräte jedoch im Vergleich eher zurück. Der Preis und das ausgeprägte Sicherheitsdenken der Deutschen sind dabei wohl die Haupthindernisse für die Smart-Home-Verbreitung hierzulande.

Auf europäischer Ebene gesehen ist der Trend ein anderer. „Insgesamt nimmt die Anzahl der Smart Devices in europäischen Haushalten rapide zu, was bedeutet, dass die Verbraucher auf größere und schnellere WLAN-Netzwerke umsteigen müssen, um Schritt zu halten“, erklärt Andrea Bruno, Verkaufsleiterin bei Linksys Europe. „Selbst, wenn man nur Netflix über einen Smart TV streamt, wird so viel Bandbreite benötigt, dass es die Nutzung des WLANs im gesamten Haushalt beeinträchtigt.“

Smart TVs führend in europäischen Haushalten

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Mehrheit der befragten Europäer, nämlich 66 Prozent, mindestens einen oder mehrere Smart TVs besitzen. Die Niederländer stehen mit 69,2 Prozent an der Spitze, gefolgt vom Vereinigten Königreich mit 68,2 Prozent und Deutschland mit 65,3 Prozent. Frankreich hat mit 58,9 Prozent die wenigsten Smart TVs im Einsatz.

Europäer schauen auch internetbasiertes Fernsehen. Tatsächlich geben bereits 28,8 Prozent der Befragten an, dass ihr primäres Fernsehsignal internetbasiert sei. Die Ergebnisse zeigen die höchste Quote in Frankreich. und den Niederlanden, die niedrigste in Deutschland. Die Befragten beziehen auch Abo-TV-Dienste wie Netflix, HBO oder Amazon Prime, laden Serien und Filme herunter, und streamen Veranstaltungen live.

Sprachassistenten auf dem Vormarsch

Während Smart TVs schon festen Einzug in mehr als die Hälfte europäischer Haushalte gefunden haben, gewinnen auch weitere IoT-Geräte an Beliebtheit. Dazu gehören Sprachassistenten wie Amazon Echo, Amazon Alexa und Google Home, derzeit mit 21,9 Prozent und steigender Tendenz. Direkt dahinter liegen smarte Beleuchtung wie die Glühbirnen Philips Hue und Ikea Tradfri und vernetzte Sicherheitskameras, gefolgt von Temperaturreglern, smarten Steckdosen und sogar Türklingeln wie Ring bei 12,3 Prozent.

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Wohin geht der Trend?

Im europäischen Durchschnitt wollen 35 Prozent der Studienteilnehmer ihr Zuhause künftig durch den gesteigerten Einsatz von IoT-Geräten smarter machen. Insbesondere an smarter Beleuchtung sind 43,6 Prozent interessiert. 28,4 Prozent ziehen sogar einen Kauf in den nächsten zwei Jahren in Betracht. Über den Kauf von Sprachassistenten in den nächsten zwei Jahren denken 16 Prozent nach.