Projekt

Wiener LeopoldQuartier nutzt Geothermie

Durch die Nutzung der Geothermie soll das neue Wiener Stadtquartier nicht nur CO₂-neutral, sondern weitestgehend CO₂-frei werden. Auch beim Bau wird auf Nachhaltigkeit geachtet.

Das von UBM Development entwickelte LeopoldQuartier im zweiten Wiener Gemeindebezirk ist ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit geplant - von der Holz-Hybridbauweise, über das Abwickeln des Abbruchs nach dem Crade-to-Cradle-Prinzip, bis hin zur Nutzung von Geothermie. Mit dem Einbau der Geothermie-Anlage erfolgen nun die ersten Schritte bei der Umsetzung.

250 geothermische Erdsonden

Das Quartier möchte seine Energie zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen beziehen und im Betrieb nicht nur CO₂-neutral, sondern weitestgehend CO₂-frei sein. Als Partner für die Wärme- und Kälteversorgung konnte der Spezialist BCE Beyond Carbon Energy gewonnen werden. Die Energiegewinnung für Wärme und Kälte wird beim LeopoldQuartier zur Gänze direkt am Baufeld realisiert: Über ein Netz von rund 250 geothermischen Erdsonden, die jeweils 150 Meter in die Erde führen, wird den Mietern und Wohnungseigentümern jährlich Heiz- und Kühlenergie in der Größenordnung von 4.800 MWh bereitgestellt. „Neben unserer Strategie, alle Gebäude in Holzbauweise zu errichten, ist dies ein maßgeblicher Schritt, nicht nur von Klimaschutz zu sprechen, sondern zu handeln und diesen auch aktiv umzusetzen“, erklärt Gerald Beck, Geschäftsführer von UBM Development Österreich.

Herbert Hetzel, Gründer und Geschäftsführer von BCE Beyond Carbon Energy dazu: „Die Wärme- und Kälteversorgung durch Beyond Carbon Energy ermöglicht durch die intelligente Nutzung von Geothermie als saisonaler Speicher eine CO₂-freie – und großteils autarke – Energieversorgung der Immobilien, ohne Mehrkosten für die Nutzer gegenüber traditioneller Energieversorgung auf Niedertemperaturbasis." Das reduziere Leitungsverluste und mache von den Entwicklungen der Energiemärkte unabhängig.

White Paper zum Thema

Nachhaltigkeit während der Bauphasen

Das von UBM Development am Wiener Donaukanal entwickelte LeopoldQuartier will aber nicht nur im Betrieb ein Vorbild an Nachhaltigkeit sein, sondern schon beim Bau: Daher werden alle Gebäude in Holz-Hybrid-Bauweise errichtet – das LeopoldQuartier will dabei das erste Stadtquartier Europas werden. Das im Holz gebundene CO₂ und das reduzierte Gewicht der Hybrid-Bauweise sollen eine Reduktion des CO₂-Fußabdruckes herbeiführen.

Der Abbruch der bisherigen Gebäude wird nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip abgewickelt, um keine Rohstoffe zu verschwenden. Auch beim Neubau wird auf die spätere Wiederverwertbarkeit der Baumaterialien geachtet. Das LeopoldQuartier entsteht auf einem rund 22.900 Quadratmeter großen Areal nordwestlich der Wiener City an der Oberen Donaustraße 23-27 sowie 29. Auf den fünf Baufeldern sind Wohnungen, City-Apartments, gewerblich genutzte Flächen, mehr Grün durch teilweise Entsiegelung und ein Kindergarten geplant.