Fernwärmepreise in Österreich : Analyse ortet hohe Preisunterschiede bei Fernwärme

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Die Fernwärme-Preise variieren in Österreich stark.

- © finecki - stock.adobe.com

Vor ziemlich genau einem Jahr hat die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde bekannt gegeben, eine Branchenuntersuchung im Markt für Fernwärme durchzuführen. „Wir erhalten regelmäßig Beschwerden insbesondere von Verbraucherinnen und Verbrauchern, welche den Fernwärmemarkt betreffen", äußerte sich Natalie Harsdorf, Generaldirektorin der Bundeswettbewerbsbehörde, damals dazu. Knapp ein Drittel der österreichischen Haushalte heizt mit Fernwärme. Dass es zu groben Preisunterschieden zwischen den Tarifen kommen kann, zeigt nun auch das Beraternetzwerk Kreutzer Fischer & Partner mit einer aktuellen Analyse der Fernwärme-Preise auf. 

Was bei Lebensmitteln noch nicht funktioniert, gibt es bei Fernwärme bereits seit Ende 2023: eine lückenlose Transparenzdatenbank zu Preisen und Vertragskonditionen. Wärmeversorger mit mehr als 20 Endverbraucher*innen sind gesetzlich verpflichtet, ihre aktuellen Tarifkonditionen monatlich bekanntzugeben. Die Ergebnisse können unter www.waermepreise.at abgerufen werden. Gehostet wird die Website vom Bundesministerium Wirtschaft, Energie und Tourismus.

Für den Preisvergleich haben Kreutzer Fischer & Partner mehr als 900 Endkund*innentarife für Fern- und Nahwärme ausgewertet. Berechnet wurden die standardisierten Jahreskosten für eine Wohneinheit mit 75 Quadratmeter Nutzfläche sowie 8 kW Verrechnungsanschlusswert, inklusive 20 Prozent Umsatzsteuer. Zudem wurde zwischen Bestandstarifen und Tarifen für Neukund*innenanschlüsse unterschieden. Bei Bestandstarifen wurden alle aktiven Tarifmodelle berücksichtigt, bei Tarifen für Neuanschlüsse nur jene, die für Neuanschlüsse offen sind.

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Vergleich der Jahreskosten für den Bezug von Fern- und Nahwärme 2025 in Euro. 

- © www.waermepreise.at/KREUTZER FISCHER & PARTNER

Fernwärme in Wien am teuersten

Die Preisunterschiede sind insofern von enormer Bedeutung, da anders als bei Strom oder Gaslieferungen ein Wechsel des Anbieters nicht möglich ist. Der Bezug ist an das vor Ort verfügbare Fernwärmenetz gebunden, das in der Regel im Besitz des Wärmelieferanten ist. Eine Verpflichtung, konkurrenzierende Wärmeanbieter das Leitungsnetz nutzen zu lassen, gibt es nicht. 

Insbesondere wenn – wie etwa im Wiener Neubau – der Anschluss an ein Fernwärmenetz behördlich vorgeschrieben werden kann, kann das für Verbraucher*innen teuer werden. Von allen Bundesländern hat Wien in der Analyse das mit Abstand höchste Preisniveau, sowohl bei Bestandverträgen, als auch bei Neuanschlüssen.

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Laut der Analyse liegt bei Bestandstarifen der Preisunterschied zwischen dem österreichweit günstigsten und höchsten Tarif bei nahezu 270 Prozent. Im Burgenland beziehen einige Kund*innen Fernwärme bereits um 437 Euro im Jahr, in Wien zahlen andere für die gleiche Leistung 1.602 Euro. Bei Neuanschlüssen ist die Differenz zwischen den Höchst- und Tiefstpreisen mit 170 Prozent zwar geringer, das mittlere Preisniveau jedoch höher ist. Den preiswertesten Tarif gibt es in Kärnten, mit Jahreskosten von 588 Euro, am teuersten ist abermals Wien mit 1.602 Euro.

Von der Wiener SPÖ folgt prompt eine Retourkutsche. Die Analyse von Kreutzer Fischer & Partner vergleiche Äpfel mit Birnen und verschiebe den Blick auf falsche Höchstpreise. „Kleinanlagen für wenige Häuser werden mit großen Verbundnetzen vergliche", kritisiert Energiesprecher Josef Taucher. Die Fernwärme von Wien Energie werde von der Mehrheit der Kund*innen über den amtlichen Preisbescheid zu rund 974 Euro jährlich bezogen.