Biomasse-Innovationen : Von Carbon Capture bis KI‑Pelletierung

Holzenergiepreis 25

Der österreichische Biomasse-Verband zeichnet mit dem Holzenergiepreis innovative Biomasse-Projekte aus.

- © Österreichischer Biomasse-Verband

Im Rahmen der Mitteleuropäischen Biomassekonferenz in Graz hat der Österreichische Biomasse-Verband zum dritten Mal herausragende Projekte mit dem Holzenergiepreis gewürdigt. In den Kategorien Hackgut, Pellets und Forschung gingen die Auszeichnungen an das Energiewerk Ilg für sein Projekt zur CO₂-Abscheidung im Holzkraftwerk, an das Solarpellet-Konzept von Zellhofer Engineering sowie an das Forschungsprojekt Waste2Value aus der Anlage Wien-Simmering.

Die Auswahl der Preisträger erfolgte durch eine Fachjury unter dem Vorsitz von Josef Rathbauer, BLT Wieselburg. Bemerkenswert: Alle drei ausgezeichneten Teams spenden ihr Preisgeld von je 1.000 Euro an wohltätige Organisationen.

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Kategorie Hackschnitzel: Carbon Capture fürs Holzkraftwerk

Seit September 2025 läuft in Dornbirn ein echtes Pionierprojekt: Die erste landesweite Anlage zur CO₂-Abscheidung aus einem Biomassekraftwerk ist in Betrieb. Sie fängt Kohlendioxid aus den Abgasen des Holzkraftwerks ein und macht daraus einen biogenen Rohstoff für regionale Betriebe. Kernstück des Projekts ist eine aminbasierte CO₂-Abscheidungstechnologie. Sie ermöglicht es, Kohlenstoffdioxid direkt aus dem Abgas des Holzkraftwerks abzuscheiden und für unterschiedliche Anwendungen nutzbar zu machen. 

Mit einem stündlichen Abgasvolumen von 2.500 Nm³ werden in jeder Stunde 500 kg und jährlich rund 3.700 Tonnen CO₂ abgeschieden. Träger des Projekts ist das EnergieWerk Ilg, ein familiengeführtes Unternehmen aus Dornbirn. „Das Projekt ist weltweit einmalig und wegweisend. Das Kraftwerk erzeugt aus dem regionalen Energieträger Hackgut gleichzeitig Strom, Wärme, Pflanzenkohle und flüssiges CO₂. Dabei verfolgt es einen ganzheitlichen Ansatz, der Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft, Dekarbonisierung und Negativemissionen miteinander verbindet", begründet Andreas Steinegger, Präsident der Landwirtschaftskammer Steiermark, anlässlich der Verleihung.

Kategorie Pellets: Autarke Produktion mit KI

Das Projekt Solarpellet von Zellhofer denkt revolutioniert die Art und Weise, wie erneuerbare Energie und Biomasse miteinander verbunden werden, neu. Die mobile, vollautonome Pelletieranlage, nutzt überschüssigen Photovoltaik-Strom direkt vor Ort, um Hackschnitzel in Holzpellets zu verwandeln. Die Besonderheit des Konzepts liegt in der intelligenten, KI-gestützten Steuerung. Ebenso einzigartig ist das mobile, Container-Design: Die gesamte Anlage ist auf einem Lkw-Wechselbrücken-System integriert, benötigt keine Betriebsgenehmigung und kann überall dort betrieben werden, wo Sonne und Holzreste verfügbar sind. Damit wird eine dezentralisierte, flexible und autarke Pelletproduktion möglich.

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„Viele Pelletieranlagen verwenden Strom, den sie selbst erzeugen. Neu und innovativ ist der Einsatz von KI. Die KI übernimmt bei Zellhofer die komplette Anlagensteuerung – sie analysiert Wetterdaten, Photovoltaik-Erträge und Betriebsparameter in Echtzeit und entscheidet selbstständig, wann und wie produziert wird. Dadurch wird der Eigenverbrauch von Solarstrom maximiert, die Netzbelastung reduziert und eine nahezu CO₂-freie Produktion ermöglicht", schildert Doris Stiksl, Geschäftsführerin von proPellets Austria, bei der Auszeichnung. Der Serienstart der Container-Lösung ist für 2026 vorgesehen.

Kategorie Forschung: Grüne Energie aus Abfällen

Die thermochemische Umwandlung biogener und kunststoffreicher Reststoffe bietet großes Potenzial zur Substitution fossiler Brennstoffe und zur Reduktion von Treibhausgasemissionen in kohlenstoffbasierten Industrien. Durch die thermochemische Gaserzeugung lassen sich diese Reststoffe in ein nutzbares Produktgas umwandeln, das weiter zu gasförmigen oder flüssigen Produkten verarbeitet werden kann. Das zeigt das von Bioenergy and Sustainable Technologies (BEST) eingereichte Projekt Waste2Value in der Forschungsanlage in Wien-Simmering vor.

„Im Rahmen der Habilitation von Univ.- Prof. Dr. Matthias Kuba, dem wissenschaftlichen Leiter der Syngas Platform Vienna, wurden grundlegende Untersuchungen zu verschiedenen Aspekten der Gaserzeugung durchgeführt: unter anderem zur Rolle von Asche und Bettmaterialien, zum Verhalten gasförmiger Kohlenwasserstoffe sowie zur Rückgewinnung von Nährstoffen aus Aschen. Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse bildeten die Basis für weiterführende anwendungsorientierte Experimente im Demonstrationsmaßstab", lobt Adolf Melcher, seit 2015 Sprecher der Geschäftsführung der Kelag, das Siegerprojekt in der Kategorie Forschung. 

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