10 Jahre FM-Day : Facility Management im Wandel: Vom Gebäudebetrieb zum People’s Business

Mikis Waschl Doris Bele, beide FMA I IFMA Austria und Josef Zotter von Zotter Schokolade (v.l.n.r.)

Mikis Waschl Doris Bele, beide FMA I IFMA Austria und Josef Zotter von Zotter Schokolade beim 10. FM-Day (v.l.n.r.)

- © Jana Madzigon

Der FM-Day, mittlerweile einer der wichtigsten Branchentreffpunkte des österreichischen Facility Managements, feierte im Park Hyatt Vienna sein zehnjähriges Bestehen. Unter dem Motto „Verantwortung übernehmen. Wandel gestalten.“ kamen mehr als 300 Expert*innen aus der Branche sowie den angrenzenden Disziplinen vor Ort und online zusammen. 

Das Jubiläum bot einen umfassenden Blick auf die großen Herausforderungen und Chancen der Gegenwart – von Energie- und Klimafragen über Digitalisierung und KI bis hin zu nachhaltiger Stadtentwicklung und Leadership. „Verantwortung ist der Schlüssel, Wandel die Tür – schreiten wir hindurch“, forderten Doris Bele und Mikis Waschl von der FMA bzw. IFMA Austria gleich am Anfang. Passend dazu erinnerte Waschl an die rasanten Veränderungen von Digitalisierung bis KI und an den Gründungsimpuls seines Vaters: eine Plattform schaffen, die mehr ist als nur eine Fachveranstaltung.

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Hans Peter Haselsteiner hielt die Eröffnungs-Keynote.

- © Jana Madzigon

Von Strabag bis Zotter

„Wer Verantwortung ernst (über)nehmen, und den Wandel gestalten will, der muss der Wahrheit ins Auge sehen“, mit diesen Worten eröffnete Hans Peter Haselsteiner, langjähriger ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Strabag SE, den FM-Day 2025. Er zeigte in seiner Keynote die drängenden Handlungsfelder Europas auf – Migration, Produktivität, Bürokratieabbau und Energieversorgung. Europa müsse Migration als Chance nutzen, seine Produktivität steigern und eine pragmatische Energiepolitik betreiben, lautete sein Appell.

Wer hätte gedacht, dass Facility Management so unterschiedlich gelebt wird: Lara Paemen und Peter Prischl weiteten in ihrem Vortrag den Blick auf die Disziplin gleich zu Beginn des Tages: In Nordeuropa stehe etwa der Arbeitsplatz im Vordergrund, im Süden Europas rücke die Technologie stärker ins Zentrum, in Osteuropa dominierten BIM und digitale Tools, während Westeuropa meist Mischformen praktiziert werde, so die beiden Experten für internationales FM. Darüber hinaus entwickeln sich Märkte wie Afrika oder der Mittlere Osten rasant und bieten enorme Chancen für das FM. Doch bei allen regionalen Unterschieden verbindet ein gemeinsames Grundverständnis: „Wir sind kein Gebäudebusiness. Wir sind ein People’s Business“, mahnte Paemen ein. 

>> Digitalisierung im Facility Management: Fehlt die Integration, fehlt auch die Effizienz

Christian Pistauer spannte in seinem Vortrag den Bogen von der Entwicklung des klassischen Großraumbüros bis zu hybriden Arbeitswelten. Bis 2010 sei die Arbeitswelt „relativ banal“ gewesen, dann habe das Activity-Based-Working in Australien, wo Pistauer arbeitete, einen „Urknall“ ausgelöst – kein fixer Arbeitsplatz mehr, sondern verschiedene Zonen, die je nach Tätigkeit frei gewählt werden. Nach Covid sei daraus das Hybrid-Office geworden, mit klarer „Managed Flexibility“. Heute bedeute das, dass weniger Fläche pro Mitarbeiter gebraucht werde, aber mehr Qualität investiert werde: zentrale Lagen, Hospitality-Services wie Handtuchservice und ein Office-Design, das als „Markenbotschafter“ wirkt. Pistauer betonte, dass Facility Management sich in Richtung „Workplace Experience“ verschiebe: „Der Fokus liegt auf dem Erlebnis und weniger auf dem Betrieb.“ 

Anhand eindrucksvoller Beispiele, etwa der ESA-Mission Hera Space Companion, zeigte Hermann Erlach von Microsoft Österreich, wie KI komplexe Daten in Echtzeit zugänglich macht. Das verändere nicht nur die Art, wie wir Maschinen bedienen, sondern auch die Erwartungen an Produkte und Services. „Wissensvermittlung ist fast tot – Kompetenzvermittlung wächst rasant“, so Erlach über den Bildungsbereich. Im weiteren Verlauf des Tages standen unter anderem zukunftsfähige Arbeitswelten, nachhaltige Stadtentwicklung, Klimaschutz im Gebäudesektor sowie die Rolle der Digitalisierung und Künstlichen Intelligenz im Mittelpunkt.

Den inhaltlichen Schlusspunkt setzte Josef Zotter von Zotter Schokolade, der in einem ebenso humorvollen wie tiefgründigen Gespräch über Mut, Innovation und Verantwortung sprach. Sein Credo: „Frag niemals den Markt, was er will – mach das, was noch keiner braucht, aber vielleicht bald brauchen wird.“

>> Die nächste Ausgabe des FM-Days findet am 23. September 2026 statt.

Verleihung CO2-Countdown-Awards 2025

FMA und IFMA Austria verliehen 2025 zum vierten Mal den CO₂-Countdown-Award in fünf Kategorien. Ausgezeichnet werden Projekte und Initiativen, die innovative Lösungen zeigen, zur Nachahmung anregen und dabei helfen, Österreichs Gebäude klimaneutral zu gestalten und zu betreiben:

  • Kategorie „CO₂ eingespart“: Energieeffizienz im Shopping-Center – ZIMBAPARK
    eingereicht von SES Spar European Shopping Centers GmbH
  • Kategorie „Kreativ neu gedacht“: BIG – Veterinärmedizinische Universität Wien
    eingereicht von der Bundesimmobiliengesellschaft mbH
  • Kategorie „Gemeinsam erreicht“: Barmherzige Brüder Österreich – Bewahrung der Schöpfung,
    eingereicht von der Ordensprovinz Europa Mitte – Provinzverwaltung
  • Kategorie „Verhalten verändert“: Energie aus der Sonne & mehr: AK klimafit – ganzheitlicher Klimaschutz, eingereicht von der Arbeiterkammer Wien
  • Kategorie „Publikumsvoting“: „Raus aus Gas“ – Vorzeigeprojekt Deutschordenstraße,
    eingereicht von Stadt Wien – Wiener Wohnen

Die Gewinner*innen des CO₂-Countdown-Awards 2025.

- © Jana Madzigon