Kommentar : Wie KI unsere Rolle als Ingenieure verändert
Die kreative, interdisziplinäre und oft auch pragmatische Denkweise eines Ingenieurs kann keine KI ersetzen, ist sich Lukas Mahr, Obmann der Fachgruppe Ingenieurbüros Wien, sicher.
- © Gebäudetechnik Service & ConsultingAuf der Suche nach Neuigkeiten zu den Themen Künstliche Intelligenz & Digitalisierung in der Haustechnik-Planung haben wir uns gemeinsam mit einigen Kollegen nach London auf die „Digital Construction Week“ begeben. Neben BIM und der digitalen Baudokumentation war vor allem das Thema KI in der Kostenüberwachung und Kostenschätzung das Hauptthema. Der Fortschritt auf diesem Sektor ist gigantisch und die gängigen Planungstools bieten hier bereits die ersten Updates an.
Aber auch die 3D-Visualisierung für die Montage ist voll im Kommen. Das heißt, die Monteure bekommen nur ein Tablet statt eines Plans. Sie sehen im Raum die zukünftigen Leitungen und Montagepunkte und können so vereinfacht und schnell alles erkennen. Auch Kollisionen werden in der Visualisierung angezeigt und Alternativen vorgeschlagen. Beim Thema Baudokumentation sind die üblichen Verdächtigen wie Planradar und Hilti weit vorne und bieten großartige Systeme zur Fotodokumentation und Baufortschritts Erkennung an.
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KI schafft Platz für kreatives Denken
Bei so viel Digitalisierung stellt sich die Frage:
„Ersetzt die KI bald uns Ingenieure in der Haustechnikplanung?“
Die Antwort ist ein klares: Nein – aber sie verändert unsere Rolle grundlegend. KI ist ein mächtiges Werkzeug. Sie erkennt Muster, analysiert Daten und schlägt Lösungen vor, die wir vielleicht übersehen hätten. In der Haustechnikplanung bedeutet das: präzisere Lastberechnungen, effizientere Regelstrategien und nachhaltigere Gesamtkonzepte. Doch all das basiert auf Daten – und auf Regeln, die wir Ingenieure definieren.
>>> KI macht die Planungsaufgabe zur Kommunikationsaufgabe
Die kreative, interdisziplinäre und oft auch pragmatische Denkweise eines Ingenieurs kann keine KI ersetzen. Wer entscheidet, welche Lösung technisch, wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll ist? Wer vermittelt zwischen Bauherr, Architekt und Fachplaner? Wer trägt die Verantwortung?
KI wird uns nicht ersetzen – sie wird uns ergänzen. Sie nimmt uns Routinearbeiten ab, gibt uns neue Werkzeuge an die Hand und eröffnet Freiräume für das, was uns ausmacht: kreatives Denken, Erfahrung und Verantwortung. Die Zukunft gehört nicht der KI allein. Sie gehört uns Ingenieurinnen und Ingenieuren, die bereit sind, mit ihr zu arbeiten – nicht gegen sie.