Produktneuheit

Wie Einzelraumfeuerstätten „Green Deal Ready“ werden

Kutzner + Weber, Abgastechnikexperte für Wärmeerzeuger, stellte seine neue CleanBox auf der digitalen ISH 2021 vor. Was hinter der Innovation, die Feinstaubemissionen von Kaminfeuer senkt, steckt.

Im Zuge des Green Deals, mit dem Europa bis 2050 zu einem klimaneutralen Kontinent werden soll, wird auch der Reduzierung von Emissionen durch Einzelraumfeuerstätten wichtiger. Denn die Grenzwerte für Feinstaubemissionen werden voraussichtlich in den nächsten Jahren weiter gesenkt, dadurch könnte tausenden Feuerstätten die Stilllegung drohen. Um dies zu vermeiden, hat Kutzner + Weber die CleanBox entwickelt. Damit sollen Feinstaubemissionen reduziert und moderne Einzelraumfeuerstätten „Green Deal Ready“ werden.

Mit Unterdruck zu sauberer Verbrennung

Die Basis zur Reduzierung von Emissionen beim Biomasseabbrand besteht aus einer sauberen Verbrennung und der Reinigung des Rauchgases“, erklärt Alexander Root, Prokurist bei Kutzner + Weber. Deshalb wurde die CleanBox so konzipiert, dass sie beide Voraussetzungen erfüllt. Im ersten Schritt unterstützt diese einen sauberen Verbrennungsprozess: Mithilfe eines Temperatursensors erkennt die CleanBox, wenn der Ofen angezündet wird. Um das Anbrennen zu verbessern, erzeugt ein Saugzuggebläse automatisch einen hohen Unterdruck beim Start.

Dadurch wird die Zeit der Anheizphase, in der besonders viele Emissionen freigesetzt werden, zeitlich minimiert. Sobald die Abbrandphase erreicht ist, reduziert das Saugzuggebläse den Druck automatisch auf einen optimierten Unterdruck von ca.12-20 Pascal in der Abgasleitung. Dies sorgt einerseits dafür, dass die eingesetzte Biomasse bis zu 21 Prozent effizienter verbrennt und somit weniger Emissionen in den Schornstein gelangen. Andererseits wird der Holzbedarf um bis zu 45 Prozent in der Spitze reduziert.

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Rauchgas-Reinigung

Im zweiten Schritt wird die Abluft gereinigt: Mithilfe des Saugzuggebläses wird diese in die CleanBox gesaugt. Dort wird sie zunächst in einem CO-Modul gefiltert. Dieser Katalysator filtert je nach Abgastemperatur zwischen 30 und 80 Prozent des Kohlenstoffmonoxids heraus. Anschließend werden die Feinstaubpartikel über einen elektrostatischen Partikelabscheider elektrisch aufgeladen und zu Grobstaub gesammelt. Mithilfe eines Zyklonabscheiders wird dieser schlussendlich in einen Sammelbehälter aufgefangen. Von dort kann der Staub abgesaugt werden. Die gereinigte Abluft wird schließlich zurück in den Schornstein geführt und verlässt das Gebäude emissionsreduziert.

Grünes Ziel vor Augen

Um den Zielen des Green Deals und unserem eigenen Credo ‚Zero Emission‘ gerecht zu werden, reicht es nicht, nur die Abluft zu reinigen“, so Root. Es könne zwar notwendig sein, alte Feuerstätten oder Heizeinsätze gegen moderne Geräte auszutauschen, allerdings sei dies nicht genug, um die Grenzwerte einzuhalten, sollten diese weiter gesenkt werden. „Einzelraumfeuerstätten, die mit der CleanBox betrieben werden, verringern die Luftverschmutzung, tragen so zum Einhalten von Grenzwerten bei, schonen die Ressource Holz durch effektiveren Abbrand und mindern dadurch auch die Kosten für den Verbraucher“, schließt Root.

Die CleanBox wurde auf der ISH digital 2021 erstmals vorgestellt und ist voraussichtlich gegen Ende 2021 erhältlich.