Energiespeicher in Österreich : Neuer Verband setzt sich für faire Spielregeln ein

Christoph Schmidt, Präsident Bundesverband Energiespeicher Österreich und Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner

Christoph Schmidt, Präsident Bundesverband Energiespeicher Österreich und Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner

- © BMWET

Österreichs Energiespeichersektor bekommt eine eigenständige Interessenvertretung: Den frisch gegründeten Bundesverbandes Energiespeicher Österreich. Mehr als 35 Unternehmen und Organisationen haben sich zusammengeschlossen, um den Ausbau von Großspeichern und marktdienlich betriebenen Batteriespeichern in Österreich voranzutreiben. Als Präsident wurde Christoph Schmidt gewählt. Schmidt ist Geschäftsführer von Bloch3 S, der Speichersparte der Blochberger-Gruppe, und verfügt über 15 Jahre Erfahrung in Leitungsfunktionen österreichischer und internationaler Energie- und Infrastrukturunternehmen wie dem Flughafen Wien.

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Spitzen im Netz glätten

Das Thema Energiespeicher boomt. Österreich erzeugt zunehmend mehr erneuerbaren Strom, als das System in Echtzeit aufnehmen kann. Überschussstrom führt teilweise zu Negativpreisen in den Mittagsstunden, während in Bedarfsspitzen Strom teuer importiert werden muss. Die volkswirtschaftlichen Kosten dieses Ungleichgewichts tragen Haushalte und Betriebe – in Form von Energie- und Netzrechnungen. Für den Verband sind Batteriegroßspeicher der fehlende Baustein in diesem Gefüge: Sie speichern Überschüsse, stabilisieren das Netz und machen heimisch erzeugte Energie bedarfsgerecht verfügbar.

„Jede Kilowattstunde, die wir intelligent speichern, ist eine Kilowattstunde weniger Abhängigkeit von Gaslieferungen und geopolitischen Risiken. Energiespeicher sind keine Technologiefrage – sie sind eine wirtschaftspolitische Notwendigkeit und eine nationale Chance“, betont Schmidt. Mit einer aktuellen Ausarbeitung unterlegt der Verband das Potenzial mit Zahlen: Ein konsequenter Speicherausbau könne Österreich jährlich bis zu 4,1 Milliarden Euro an vermeidbaren Systemkosten einsparen, Haushalte würden von einer Entlastung von rund 200 Euro pro Jahr profitieren. Für energieintensive Betriebe sei das Einsparungspotenzial noch um ein Vielfaches höher.

Wir fordern keine Förderungen – wir fordern faire Spielregeln.
Christoph Schmidt, Bundesverband Energiespeicher Österreich

Regulatorik vor Förderung

Der Bundesverband tritt als Partner von Politik und Regulierungsbehörden auf. Im Mittelpunkt steht die Überwindung eines zentralen regulatorischen Hemmnisses: Energiespeicher werden in Österreich derzeit wie Endverbraucher behandelt, obwohl sie den Strom, den sie speichern, nicht verbrauchen, sondern wieder ins Netz abgeben. Diese doppelten Netzentgelte kommen für den Verband einer Bestrafung für Systemdienlichkeit gleich. 

Außerdem würden so bereitstehende Privatinvestitionen von bis zu fünf Milliarden Euro verhindert werden. Der Verband fordert daher die Anerkennung von Speichern als systemdienliche Infrastruktur. Mit dem ElWG und dem EABG wurden wichtige Impulse gesetzt; der Verband will auf eine konsequente Umsetzung dieses Ordnungsrahmens hinwirken. „Wir fordern keine Förderungen – wir fordern faire Spielregeln. Wenn Österreich die regulatorischen Hürden beseitigt, werden private Unternehmen die nötigen Milliarden investieren", zeigt sich Verbandspräsident Schmidt überzeugt. 

Mitgliedsunternehmen des Bundesverbands Energiespeicher Österreich

Der Verband repräsentiert über 35 Unternehmen und Organisationen aus den Bereichen Speicherbetrieb, Projektentwicklung, Energiewirtschaft, Technologie, Infrastruktur, Finanzierung und Vermarktung – darunter EVN Naturkraft, BE Energy GmbH, Blackvolt Energy, Bloch3, Püspök, Electrify, Enspired, Contour Global, Enrail, Metaplan, Amarenco, Impeto, Hello Energy und weitere.

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