Klimawandel : Niedrige Grundwasserstände: ÖVGW schlägt Alarm

Nikolaus Sauer, Vizepräsident der ÖVGW und Sprecher des Wasserfaches

Nikolaus Sauer, Vizepräsident der ÖVGW und Sprecher des Wasserfaches

- © ÖVGW / Max Slovencik

Die Folgen des Klimawandels machen sich zunehmend auch in Westösterreich bemerkbar – darauf lassen Medienberichte sowie Einschätzungen regionaler Wasserversorger aus Bundesländern wie Salzburg, Oberösterreich, Kärnten und Tirol schließen. Rückläufige Niederschlagsmengen und sinkende Grundwasserstände setzen die Trinkwasserversorgung unter wachsenden Druck.

Laut Wasserhaushaltsbericht 2025 des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz (BMLUK) weisen im November 2025 rund 50 Prozent der Messstellen in Österreich niedrige oder sehr niedrige Grundwasserstände auf. Bereits in den Jahren 2022 und 2023 lagen vielerorts die Grundwasserstände unter den 100-jährigen Tiefstständen.

Vor diesem Hintergrund ruft die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) zur zügigen Umsetzung zentraler Maßnahmen aus dem Regierungsprogramm auf. Im Fokus stehen dabei insbesondere ein Entnahmeregister mit verpflichtender Dokumentation sämtlicher Wasserentnahmen – nicht nur durch Wasserversorger – sowie die entschädigungsfreie Priorisierung der Trinkwasserversorgung in Wassermangelsituationen. „Wassermangellagen sind heute kein regionales Phänomen mehr, sondern können mittlerweile in ganz Österreich auftreten“, pocht Nikolaus Sauer, Vizepräsident der ÖVGW und Sprecher des Wasserfaches, auf die geforderten Maßnahmen.

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Wassergewinnung wird herausfordernder

Die Auswirkungen des Klimawandels verschärfen die Situation zusätzlich. „Mit zunehmendem Klimawandel wird es stärkere Schwankungen im Niederschlagsgeschehen geben und somit auch zunehmende Schwankungen der Grundwasserstände und der Verfügbarkeit von Wasser aus Brunnen und Quellen. Für die Wasserversorger bedeutet das, dass die Wassergewinnung hinsichtlich der quantitativen Verfügbarkeit herausfordernder wird“, erklärte Roman Neunteufel von der BOKU Wien im Rahmen einer Studienpräsentation im September des vergangenen Jahres.

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Die geringen Niederschlagsmengen des bisherigen Winters seien ein deutliches Alarmsignal für die Versorgungssicherheit. „Die Versorgung der Haushalte mit rund 130 Litern Trinkwasser pro Person und Tag muss unter allen Umständen gewährleistet werden“, so Sauer. Durch bauliche Optimierungen in der Infrastruktur und im Leitungsnetz sei die Versorgungssicherheit bereits erhöht worden. Dennoch brauche es dringend klare gesetzliche Rahmenbedingungen für den Fall von Wassermangel.

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