BWT OnePipe Pearlwater : Wachstumsmarkt Wasserenthärtung
„Die Rahmenbedingungen sind aktuell sehr gut, um das Thema Wasserenthärtung im Bestand weiter voranzubringen“, ist sich Robert Friedl von BWT Austria sicher.
- © Robert FriedlEs ist eine einfache Rechnung, die Robert Friedl angestellt hat: Wie viele Ein- und Zweifamilienhäuser befinden sich in Österreichs Hartwassergebieten – und wie viele davon sind tatsächlich mit einer Wasserenthärtung ausgestattet? Die dafür relevanten Daten sind öffentlich zugänglich, etwa bei der Statistik Austria oder bei regionalen Wasserversorgern. Demnach liegen rund 80 Prozent der Ein- und Zweifamilienhäuser in Regionen mit hartem Wasser, das entspricht etwa 1,2 Millionen Gebäuden. Die Durchdringung mit Wasserenthärtungsanlagen liegt nach verfügbaren Marktdaten und einer qualifizierten Einschätzung von Friedl aber nur im einstelligen bis maximal zehnprozentigen Bereich. Das bedeutet: Der überwiegende Teil der Wohnhäuser in Hartwassergebieten ist bisher nicht mit einer Enthärtung ausgestattet.
Die Auswirkungen von hartem Wasser sind aus der Praxis bekannt: Kalkablagerungen können den Wartungsaufwand erhöhen, die Lebensdauer von Armaturen, Haushaltsgeräten und Installationen beeinträchtigen und führen im Alltag häufig zu sichtbaren Kalkrückständen in Bad und Küche. „Das ist aus meiner Sicht eine sehr geringe Marktdurchdringung“, so Friedl.
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Bestehende Marktpotenziale erschließen
Der Branchenkenner war viele Jahre bei Grohe tätig und ist seit Anfang 2025 bei BWT Austria als Head of Sales Point of Entry verantwortlich. In dieser Funktion betreut er sämtliche leitungsgebundene Produkte rund um die Wasserversorgung – von Filtern, Enthärtern und Armaturen bis hin zu großtechnischen Aufbereitungsanlagen für Hotels, Wohnbauten oder Gesundheitseinrichtungen. Dass die Wasserenthärtung, ein wesentliches Produktsegment von BWT, gerade am österreichischen Heimatmarkt vergleichsweise wenig verbreitet ist, habe ihn überrascht. Ziel seiner Aufgabe sei es daher, bestehende Marktpotenziale systematisch zu erschließen.
Wie OnePipe Pearlwater funktioniert
Einen zentralen Beitrag dazu soll OnePipe Pearlwater leisten. Das System adressiert einen Punkt, der viele Haushalte bislang von einer Wasserenthärtung abgehalten hat: die Trennung von Nutzwasser und Trinkwasser. Enthärtetes Wasser wird von vielen Konsument*innen geschmacklich nicht bevorzugt, weshalb bisher häufig zusätzliche Leitungen oder separate Entnahmestellen notwendig waren.
OnePipe Pearlwater kombiniert nun vollenthärtetes Wasser für den gesamten Haushalt mit mineralisiertem Trinkwasser an der Entnahmestelle. Die Lösung besteht aus einer zentralen Filter- und Enthärtereinheit im Keller, ergänzt um eine kompakte Mineralisierungseinheit unter der Küchenarmatur. Je nach Bedarf kann das Wasser für Trinkzwecke über diese Einheit geführt werden, während für Anwendungen im Haushalt enthärtetes Wasser zur Verfügung steht. Das System ist markenunabhängig mit gängigen Küchenarmaturen kombinierbar und eignet sich insbesondere für die Nachrüstung im Bestand.
Der Weg führt über Trinkwasser Profis
Gerade in der Sanierung sieht Friedl das größte Potenzial für die Wasserenthärtung. Der Neubau stagniert seit geraumer Zeit, während bestehende Gebäude zunehmend modernisiert werden. Gleichzeitig haben viele Installationsbetriebe – nicht zuletzt aufgrund der aktuellen Dynamik im Heizungsmarkt – wieder mehr Kapazitäten für zusätzliche Geschäftsfelder.
Um diese Potenziale zu nutzen, hat BWT den Klub der Trinkwasser‑Profis neu strukturiert und deutlich ausgeweitet. Rund 1.200 Installationsbetriebe sind inzwischen Teil dieses Netzwerks, das gezielte Unterstützung bei Marktbearbeitung, Schulung und Kommunikation bietet. Ein Großteil dieser Betriebe ist in jenen Bundesländern tätig, in denen Hartwasser besonders verbreitet ist.
Ergänzend werden auch Maßnahmen im Großhandel gesetzt, um das Bewusstsein für das Thema Wasserqualität bereits bei der Bad- oder Küchensanierung zu stärken. Ein Beispiel dafür sind einfache Teststreifen zur Bestimmung der Wasserhärte, die im Beratungsgespräch eingesetzt werden können.
Die Rahmenbedingungen sind aktuell sehr gut, um das Thema Wasserenthärtung im Bestand weiter voranzubringen.Robert Friedl, BWT Austria
Rahmenbedinungen passen
„Mit OnePipe Pearlwater nehmen wir vielen Endkund*innen die Sorge, dass Wasserenthärtung mit geschmacklichen Kompromissen verbunden ist“, fasst Friedl den Anspruch zusammen. Das System ermöglicht mineralisiertes Trinkwasser direkt an der Armatur und trägt zugleich dazu bei, auf den Kauf und Transport von Flaschenwasser zu verzichten. Aus seiner Sicht kommen derzeit mehrere Faktoren günstig zusammen: steigendes Qualitätsbewusstsein, Nachrüstpotenziale im Gebäudebestand und verfügbare Kapazitäten im Handwerk. „Die Rahmenbedingungen sind aktuell sehr gut, um das Thema Wasserenthärtung im Bestand weiter voranzubringen“, so Friedl.