Installation : Produktauswahl immer häufiger ohne Fachbetrieb

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Der Trend zu selbstgekauften Produkten stellt Installationsbetriebe vor neue Herausforderungen.

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Installationsbetriebe kommen immer häufig erst dann zum Zug, wenn die Produktauswahl bereits getroffen wurde. Laut einer Befragung unter 200 österreichischen Installationsunternehmen beobachten 57 Prozent, dass der Selbstkauf von Sanitär- und Haustechnikprodukte zunimmt und der Fachbetrieb nur noch mit der Montage beauftragt wird. Am häufigsten betrifft das Sanitärprodukte (87 Prozent) und Heizgeräte bzw. Wärmepumpen (8 Prozent).

„Der Installateur wird zunehmend vom Komplettanbieter zum reinen Montagedienstleister gemacht“, erklärt Studienautor Robert Sobotka. „Mehr als die Hälfte der befragten Installateure gaben dabei an, dass dieser Trend in den letzten fünf Jahren zugenommen hat. Häufig wird jedoch von Kundenseite die Haftungsfrage unterschätzt, wenn es zu einem Schadensfall kommen sollte.“

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Über die Studie

Für die Ergebnisse wurden im Zeitraum vom 14. April bis 5. Mai 2026 österreichweit 200 Installationsbetriebe (Grundgesamtheit: 3.500 Betriebe) telefonisch vom Marktforschungsunternehmen Telemark Marketing befragt. Die Auswahl der Unternehmen erfolgte zufällig. In Auftrag gegeben hat die Studie das Versicherungsunternehmen VAV.

Robert Sobotka, Studienautor und Geschäftsführer Telemark Marketing
Robert Sobotka, Studienautor und Geschäftsführer Telemark Marketing - © Telemark Marketing

Kosten sind ausschlaggebend

Nach Einschätzung der befragten Betriebe steht hinter dem Selbstkauf vor allem die Hoffnung auf niedrigere Kosten. 89 Prozent der Befragten nennen die erwartete Preisersparnis als wichtigsten Grund. Zusätzlich spielen die große Auswahl im Online-Handel sowie die schnelle Verfügbarkeit vieler Produkte eine Rolle. Die befragten Betriebe weisen jedoch darauf hin, dass der reine Anschaffungspreis oft nur einen Teil der Gesamtkosten darstellt. „Der zusätzliche Aufwand für die Prüfung und Anpassung fremder Produkte ist für viele Betriebe ein wesentlicher Faktor. Darüber hinaus werden häufig ein erhöhter Beratungs- und Dokumentationsaufwand genannt“, so Sobotka weiter.

Mehr als die Hälfte der Befragten ist zudem der Meinung, dass Kund*innen ihre Fähigkeiten zur Selbstmontage überschätzen. Die Folgen zeigen sich im Arbeitsalltag vieler Betriebe: Rund ein Drittel wird zumindest gelegentlich kontaktiert, wenn Kund*innen bei der Umsetzung scheitern. Jeder vierte Betrieb berichtet sogar, regelmäßig Projekte übernehmen zu müssen, die privat begonnen, aber nicht fertiggestellt werden konnten.

Diese Bedingungen stellen Installationsunternehmen bei der Montage von selbstgekaufter Ware.

- © VAV

Einbau unter Voraussetzungen

55 Prozent der befragten Betriebe bauen grundsätzlich auch kundenseitig beschaffte Produkte ein. Fast alle knüpfen dies jedoch an bestimmte Rahmenbedingungen. Am weitaus häufigsten wurde hier ein Ausschluss der Gewährleistung für die Produkte bzw. eine Haftung ausschließlich für die Montageleistung oder ein allgemeiner Aufpreis genannt. 45,5 Prozent der befragten Betriebe montieren keine Fremdware. Die Ergebnisse zeigen zudem, wie hoch die Bedeutung einer professionellen Beratung eingeschätzt wird: 95 Prozent der befragten Installationsunternehmen empfehlen Kund*innen, vor dem Kauf das Gespräch mit einem Fachbetrieb zu suchen.

Wasserschäden am häufigsten

43 Prozent der Befragten, die Fremdprodukte montieren, berichten von Reklamationen oder Schäden, die auf die mangelnde Eignung des beigestellten Produktes zurückzuführen sind. Mit Abstand am häufigsten traten Wasserschäden auf (60 Prozent), gefolgt von Funktionsausfällen (26 Prozent). Elektrische Defekte sowie Folgeschäden an anderen Geräten machten jeweils 6 Prozent der genannten Schadensfälle aus. In knapp sieben von zehn Fällen mussten die Kund*innen die Kosten für entstandene Schäden selbst tragen. Gleichzeitig schätzen die befragten Installateur*innen, dass vielen Auftraggebern diese Haftungsrisiken nicht ausreichend bewusst sind.

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