Schaden in Millionenhöhe : Wiener Installationsunternehmen unter Betrugsverdacht
In Wien soll es zu Betrugsfällen bei Wartungsterminen von Thermen und Gasheizungen gekommen sein.
- © ronstik - stock.adobe.comIn Wien besteht der Verdacht eines schweren gewerbsmäßigen Betrugs von mehreren Installationstechnikunternehmen. Das bestätigt die Landespolizeidirektion Wien in einer Aussendung. Bei Wartungsterminen von Thermen und Gasheizungen sollen Kund*innen defekte Geräte, notwendige Reparaturen sowie Gefahren durch mögliche Gasaustritte vorgetäuscht worden sein. Dadurch soll der Austausch von Heizgeräten veranlasst und im Voraus bezahlt worden sein. In mehreren Fällen sollen Arbeiten nicht, nicht fachgerecht oder mit alten Geräten durchgeführt sowie weitere angebliche Schäden verrechnet worden sein.
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Gesamtschaden in Millionenhöhe
Ausgangspunkt für die Ermittlung war der Verdacht des Landeskriminalamts Wien, dass vier Tatverdächtige im Zusammenhang mit den Installationstechnikunternehmen seit 2022 Vermögenswerte beiseite geschafft und dadurch Gläubiger*innen in Insolvenzverfahren geschädigt haben. Nach derzeitigem Ermittlungsstand sollen die teils miteinander verwandten Tatverdächtigen größere Geldbeträge behoben, ins In- und Ausland überwiesen oder keinem nachvollziehbaren unternehmerischen Zweck zugeführt haben.
Nach Insolvenzen einzelner Unternehmen sollen jeweils neue Firmen gegründet und Vermögensbestandteile, darunter auch Fahrzeuge, dorthin verschoben worden sein. Vier Fahrzeuge im Gesamtwert von rund 93.000 Euro konnten sichergestellt werden. In einem weiteren Insolvenzverfahren besteht der Verdacht, dass bis Mai 2026 zumindest 650.000 Euro durch Barbehebungen und Auslandsüberweisungen beiseite geschafft wurden. Derzeit sind mehr als 30 geschädigte Gläubiger*innen sowie mehrere mutmaßliche Betrugsopfer bekannt. Die momentan bekannte Gesamtschadenssumme beläuft sich auf rund 1,2 Millionen Euro.
Aufgrund der Ermittlungsergebnisse wurden von der Staatsanwaltschaft Wien eine Festnahmeanordnung sowie Hausdurchsuchungen und Sicherstellungen angeordnet. Da der Hauptverdächtige, ein 31-Jähriger, an seiner Meldeadresse offenbar nur zum Schein gemeldet war, wurde dessen tatsächlicher Aufenthaltsort ausgeforscht. Am 19. Juni 2026 wurden die Festnahmeanordnung sowie zwei Hausdurchsuchungen in Wien vollzogen. Der 31-Jährige verweigerte die Aussage und wurde über Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien in eine Justizanstalt eingeliefert. Die weiteren Ermittlungen laufen.