Gemeindebau : Wiener Wohnen erleichtert den Einbau von Klimaanlagen

Karl-Marx-Hof

Die Stadt Wien ebnet den Weg für Klimageräte im Gemeindebau.

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Die Sommer werden heißer, das macht sich besonders in der Stadt bemerkbar. Mit der Öffnung von Gemeindebauten für Klimaanlagen reagiert Wien jetzt auf die steigende Hitzebelastung. Bislang war das nur in begründeten Ausnahmefällen zulässig. Erlaubt ist nun die Installation von Split-Klimageräten, die Montage muss eine Fachfirma durchführen. Mieter*innen brauchen dafür die Erlaubnis ihrer Hausverwaltung, dafür sind Vorgaben bezüglich Aufstellort und Schallimissionen zu erfüllen. 

Die Entscheidung der neuen Wohnbaustadträtin Elke Hanel-Torsch klingt vielleicht banal, ist es aber nicht. Denn die Frage thermischer Wohnqualität entwickelt sich auch zu einer sozialen Frage. Mangelnde Kühlmöglichkeiten treffen Menschen, die über geringere finanzielle Ressourcen verfügen und häufig in stark aufgeheizten Wohnungen leben, überdurchschnittlich. Gleichzeitig eröffnet die neue Regelung ein weiteres Spannungsfeld: Die Kosten für Anschaffung, Einbau und Stromverbrauch tragen die Mieter*innen. „Kühlung bleibt damit in erster Linie eine individuelle Investition. Wer sich ein Klimagerät leisten kann, verbessert seine Wohnsituation; wer es sich nicht leisten kann, bleibt nicht selten lediglich mit den Nebenwirkungen – etwa zusätzlichem Lärm – konfrontiert", kommentiert die Kammer der Ziviltechniker*innen für Wien, Niederösterreich und Burgenland die Entwicklung.

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Die Diskussion um Klimatisierung darf nicht allein auf individuelle Geräte reduziert werden.
Bernhard Sommer, zt:kammer

Lieber gezielt sanieren

Die Kammer begrüßt den Vorstoß der Stadt, sieht jedoch weiteren Handlungsbedarf. „Die Diskussion um Klimatisierung darf nicht allein auf individuelle Geräte reduziert werden, sondern muss noch stärker mit Fragen nachhaltiger Gebäudesanierung, erneuerbarer Energieversorgung und klimawirksamer Stadtplanung verknüpft werden", so Kammerpräsident Bernhard Sommer. Für ihn stellt sich vielmehr eine Frage, ob die Verantwortung für klimafitte Energieinfrastruktur nicht stärker bei der Eigentümerin, also der Stadt Wien, liegen müsse. 

„Denkbar wären etwa zentrale Lösungen mit erneuerbarer Energieversorgung oder gezieltere Sanierungen, die den Kühlbedarf langfristig weiter reduzieren“, schlägt Sommer vor. Denn die Diskussion um Klimaanlagen in Gemeindebauten ist ein Symptom für eine größere Herausforderung: Wie kann der Gemeindebau im 21. Jahrhundert gleichzeitig leistbar, nachhaltig und klimaangepasst gestaltet werden?

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