Klimatisierung : Warum Hotels in Österreich dringenden Handlungsbedarf haben
In Österreich sind 90 Prozent der touristischen Angebote auf booking.com nicht klimatisiert.
- © TTstudio - stock.adobe.comRoland Kerschbaum hat ein Experiment entwickelt, dass sich jederzeit leicht reproduzieren lässt: Wie viele Unterkünfte gibt es in Österreich für einen bestimmten Zeitraum auf booking.com – und wie viele davon haben eine Klimaanlage? Das simple Häkchen in der entsprechenden Box bei den Ausstattungsmerkmalen zeigt, dass mehr als 90 Prozent der touristischen Angebote nicht klimatisiert sind.
Dabei geht es natürlich nicht nur um Hotels, sondern auch um Frühstückspensionen oder Appartements, aber dennoch: Es zeigt einen hohen Bestand an Objekten, die nicht klimatisiert sind. Hier gibt es echten Handlungsbedarf, so Kerschbaum: „Für internationale Gäste ist eine Klimaanlage in der Unterkunft eine Mindestanforderung. Und angesichts der steigenden Durchschnittstemperaturen und der steigenden Anzahl an Tropennächten wird die Raumkühlung vor allem für den Städtetourismus, aber auch in anderen Sommerurlaubs-Regionen immer wichtiger.“
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Hotels: Zwei Drittel heizen noch mit Öl und Gas
Eine zweite Statistik, die von der Österreichischen Hoteliersvereinigung (ÖHV) selbst herausgegeben wurde, lässt sehr konkrete Schlüsse auf den gebäudetechnischen Standard in den heimischen Hotelbetrieben zu: Demnach heizen 65 Prozent der Hotels noch mit Öl oder Gas. Das ist eine Quote, die den Sanierungsstau in diesem Segment präzise beleuchtet. Roland Kerschbaum betont hier das wirtschaftliche Risiko, dass Hotels dadurch eingehen: „Ölheizungen gelten regulatorisch als ,High Risk Asset‘ im Gebäudesektor, fossile Heizsysteme verteuern die Kredite – und ab 2028, wenn die nächste Stufe im Emissionshandel der Europäischen Union 'ETS2' in Kraft tritt, werden die nötigen CO₂-Zertifikate für fossil beheizte Gebäude nochmal teurer.“
„Es ist im Eigeninteresse des Hotelbetreibers, jetzt etwas zu tun."
Eigeninteresse des Hotelbetreibers
Kerschbaums Schlussfolgerung: „Es ist im Eigeninteresse des Hotelbetreibers, jetzt etwas zu tun – und zwar so, dass der Return-on-Investment zeitnah abbildbar ist.“ Die Antwort von Panasonic ist eine minimalinvasive Lösung, die die im Hotel bestehende Verrohrung weiter nutzt, die die sommerliche Wärme aus den Zimmern ins Warmwasser-System verschiebt, was die Betriebskosten des Hotels insgesamt senkt – und dank der Umstellung auf erneuerbare Energien auch die Kreditzinsen sinken und den Wert der Immobilie steigen lässt.
Minimaler Umbau, maximaler ROI
Die Antwort heißt Aquarea Loop. Dabei handelt es sich um eine dezentrale Wasser-Luft-Wärmepumpe, die für den Einsatz mit einem Niedertemperatur-Wasserkreislauf konzipiert ist. Aquarea Loop ersetzt den Heizkörper in den Zimmern und nutzt die Wärme aus der Heizungswasser-Zirkulation, um in den Zimmern im Winter die gewünschten Raumtemperaturen zu erzeugen. Im Sommer funktioniert Aquarea Loop genau umgekehrt: Sie verschiebt die Wärme aus den Zimmern über die Heizungswasser-Zirkulation ins Warmwassernetz. Zusammen mit einem Primärsystem, für das sich in der Regel ebenfalls eine Wärmepumpe statt Öl oder Gas anbietet, setzt diese Lösung auf dem bestehenden System mit minimalen Umbauten auf.
Cool Buildings: Sonderausgabe zu Gebäudekühlung
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Diese Inhalte sind dabei:
- Wachstumsmarkt Klima-Split-Geräte: Wie viele 2025 verkauft wurden
- Österreich muss kühlen – aber wie?
- Entbürokratisierung der Kältetechnik
- Wie Kekelit vom Rohr zum Flächenkühlsystem kam
- Nachtlüftung wir im Sommer nicht mehr reichen
- Die Kühlung der Zukunft ist wassergeführt
- Warum Hotels bei Klimatisierung und Dekarbonisierung dringenden Handlungsbedarf haben
- Klimakälte heute – was daran neu ist
- uvm.!
Immobilienwert steigt, Kreditzinsen sinken
Für Roland Kerschbaum ist das eine gleich mehrfache Win-Win-Win-Situation. Erstens ist das Angebot von klimatisierten Zimmern mittel- und langfristig für die Buchungslage wichtig. Zweitens steigert es den Wert der Immobilie in der Bewertung durch die Banken und sichert günstigere Finanzierungskonditionen. Und drittens senkt es die Betriebskosten nachhaltig.
Das beginnt schon bei den Temperaturniveaus: „Wenn ein Hotel statt 70 Grad Vorlauftemperatur nur mehr 30 Grad benötigt, sind das immense Einsparungen bei der Wärmebereitstellung und bei der Reduktion der Wärmeverluste am Rohrsystem“, rechnet Kerschbaum vor. Zudem können die Zimmer individuell je nach Auslastung via Fernsteuerung beheizt werden, ohne dass heißes Wasser dauernd durch die Leitungen zirkulieren muss. Und vor allem kann die sommerliche Abwärme aus den Zimmern im Warmwassersystem rückgewonnen werden und spart so weitere Betriebskosten.
Gesamtkonzept für Hotels
Die Nutzung von Aquarea Loop, das selbstverständlich auf das natürliche Kältemittel R290 setzt, funktioniert mit jedem denkbaren Primärenergiesystem: Von Luft-Wasser-Wärmepumpen über Wasser-Wasser-Anlagen bis zu Anergienetzen. Bei der jeweiligen Planung unterstützt Panasonic die Planungsbüros mit entsprechenden Daten und Know-how: „Wir schnüren Gesamtkonzepte, die die minimalinvasive Dekarbonisierung von Hotels mit der Senkung der Betriebskosten verbinden“, verspricht Roland Kerschbaum.