Klimatisierung : Wo der Kühlbedarf in Österreich besonders hoch ist

Kühlgradtage Österreich 2025

Kühlgradtage in Österreich 2025 

- © Techem

Die europaweite Hitzewelle hat auch vor Österreich nicht Halt gemacht und den steigenden Handlungsbedarf im Bereich der Gebäudekühlung einmal mehr offengelegt. Besonders relevant ist das für den Osten des Landes. Angesichts der bis 1980 zurückreichenden Datenerhebung zeigt sich im Bundesländervergleich, dass der Kühlbedarf in Gebäuden in Österreich vor allem in Wien, im Burgenland und in Niederösterreich überdurchschnittlich gestiegen ist: Die Anzahl der „Kühlgradtage“ hat deutlich zugenommen. 

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Hitze wird zur Herausforderung im Gebäudebetrieb

Der durch den Klimawandel bedingte Leidensdruck wird seit Jahren größer. Ein Temperaturrekord jagt den nächsten, Diskussionen rund um Wasserknappheit, gesundheitliche Auswirkungen oder auch die Hitzeschutzverordnung kommen dazu. Diese Entwicklungen sind Teil eines größeren Trends: Europa gilt als der Kontinent, der sich weltweit durch den Klimawandel am schnellsten erwärmt – mit spürbaren Folgen für Österreich.

Vor diesem Hintergrund verändern sich auch die Anforderungen an Gebäude, denn längere Hitzeperioden führen dazu, dass sich Innenräume auch viel stärker aufheizen. Sie kühlen zudem nachts weniger aus, wodurch der thermische Komfort unter Druck gerät. Hitze und ihre Regulierung werden immer mehr zu einer zentralen Herausforderung im Gebäudebetrieb, bestätigt Karl Moll, Geschäftsführer der Techem Messtechnik in Österreich. „Es ist deshalb entscheidend, die Auswirkungen dieser Entwicklung transparent zu machen und Gebäude datenbasiert so zu steuern, dass Komfort und Effizienz auch bei steigenden Temperaturen gewährleistet bleiben. Wir müssen gemeinsam die Basis dafür schaffen, dass ein hoher Energieaufwand dabei vermieden werden kann – mit entsprechender Planung und dem klugen Einsatz moderner Technologie.“

Entwicklung der Kühlgradtage Österreich von 1980 bis 2025

- © Techem

Kühlgradtage fast verzwanzigfacht

Wie sehr sich das Hitzeproblem in den Orten und Regionen manifestiert hat, zeigt der aktuelle Techem Hitzeatlas Österreich. Er macht die Entwicklung seit 1980 sichtbar. Grundlage der Auswertung sind die sogenannten Kühlgradtage: Sie geben an, wie häufig und intensiv hohe Temperaturen zu einem Kühlbedarf führen. Gab es 1980 österreichweit durchschnittlich noch 1,44 Kühlgradtage, wuchs die Zahl bis 2025 auf 25,39 an.

Konkret besagt ein Kühlgradtag, inwiefern die Differenz aus maximaler und minimaler Tagestemperatur zusätzliche Kühlungsmaßnahmen notwendig macht. Wenn es tagsüber heiß ist, aber in der Nacht weiterhin natürliche Abkühlung erfolgt, ist es durch richtiges Lüften möglich, die Innentemperatur erträglich zu halten. Wenn die nächtliche Abkühlung ausbleibt bzw. weniger Erleichterung bringt – bis hin zu „Tropennächten“ –, dann kommt intelligente Gebäudetechnik ins Spiel. Die Analyse von Techem zeigt auf Basis der Vorjahresdaten eine klare geografische Konzentration: Die Orte bzw. Regionen mit dem meisten Kühlbedarf 2025 lagen im Osten und Süden Österreichs – betroffen sind vor allem Wien, das nördliche Burgenland und Teile Niederösterreichs.

Top-10 der heißesten Orte und Regionen 2025 in Österreich

  1. Wien
  2. Nordburgenland
  3. Wiener Umland/Südteil
  4. Wiener Umland/Nordteil
  5. Weinviertel
  6. Pölten
  7. Südburgenland
  8. Linz-Wels
  9. Klagenfurt-Villach
  10. West- und Südsteiermark

Hitze betrifft Planung, Ausstattung und Betrieb

Insgesamt zeigt sich: Der Umgang mit Hitze entwickelt sich zunehmend zu einer zentralen Aufgabe im Gebäudebetrieb und erfordert ein Zusammenspiel aus Technik, Daten und intelligentem Management. Für Wohnungswirtschaft, Gebäudebetreiber und Kommunen bedeutet das: Hitze muss stärker in Planung, Ausstattung und Betrieb von Gebäuden berücksichtigt werden. Datenbasierte Analysen und intelligente Lösungen werden dabei eine wichtige Rolle spielen.

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