Wien Energie : Klimafreundliche Gebäudekühlung fürs Donaufeld
Einbringung der Kältepumpen beim Stadterweiterungsgebiet Donaufeld
- © Wien Energie / Johannes ZinnerAn heißen Tag gilt es nicht nur, einen kühlen Kopf zu bewahren – sondern auch eine angenehm kühle Wohnumgebung. Das dürfte für die ersten Bewohner*innen, die diesen Sommer in das Stadtentwicklungsgebiet Donaufeld ziehen, kein Problem sein – sie können ihre Wohnungen umweltschonend temperieren. Wien Energie nimmt vor Ort mit Juni ihre Kältezentrale in Betrieb. Bei der Temperierung, wie die sanfte Kühlung heißt, kommen die Flächenheizungen zum Einsatz, die das Haus im Winter warmhalten. Anders als bei herkömmlichen Split-Klimageräten wird die Abwärme dabei nicht an die Umgebungsluft abgegeben, sondern zur Wärmeversorgung genutzt.
„Die Hitzetage nehmen zu, daher ist es umso wichtiger für klimafreundliche Kühlungsmethoden in der Stadt zu sorgen. Das aktuelle Beispiel im neuen Stadtentwicklungsgebiet Donaufeld zeigt, wie man von Anfang an intelligente Kühlung mitdenkt", so Ulli Sima, Stadträtin für Stadtentwicklung, Mobilität und Wiener Stadtwerke.
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Lokale Temperierung statt Fernkälte
Zwei Kältemaschinen, elf und dreizehn Tonnen schwer, wurden diesen Frühling mit einem Kran in eine unterirdische Kältezentrale eingebracht. Mit 750 Kilowatt und 500 Kilowatt Leistung können sie genug Kühlung für etwa 66.000 Quadratmeter erzeugen. „Kühlung wird für die Lebensqualität in der Stadt immer wichtiger“, weiß auch Wien Energie-Geschäftsführer Sascha Zabransky. Mit der Temperierung am Donaufeld setze die Wien Energie auf ein innovatives System, das energieeffiziente Kühlung und nachhaltige Wärmenutzung miteinander verbindet: „Denn beim Kühlen gibt es immer Abwärme – und diese nutzen wir bei dieser Anlage für die Fernwärme.“
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Im Stadtentwicklungsgebiet zwischen den Bezirkszentren von Kagran und Floridsdorf sind rund 1.000 Wohnungen zum Teil bereits fertiggestellt. Bei den mit dieser Kühllösung ausgestatteten Wohnhäusern wird die Kühlung in Form von kaltem Wasser über die Rohre der Flächenheizungen verteilt. Bewohner*innen profitieren so von einer gleichmäßigen Temperierung der Räume ohne zusätzliche Klimageräte. Das ist möglich, weil das Wasser am Donaufeld mit 20 Grad zu den Wohnungen fließt. Dort nimmt es die Wärmeenergie aus den Gebäuden auf und transportiert sie ab. Noch kälteres Wasser, wie es bei der Fernkälte zum Einsatz kommt, würde bei so einem Verteilsystem zur Bildung von Kondenswasser an den Decken oder Böden der Räume führen.
Abwärme wird zu Fernwärme
Kältemaschinen produzieren immer Abwärme. Bei der Wien Energie-Kältezentrale am Donaufeld wird diese als Wärmeenergie genutzt. Die beiden Kältemaschinen heben die Temperatur der Abwärme nämlich so stark an, dass diese ins Fernwärmenetz eingespeist werden kann. Im Sommer, wenn die Maschinen viel kühlen müssen, wird damit vor allem Warmwasser für die Wiener*innen bereitgestellt.