Fernkältezentrale mit Eisspeicher : Achte Fernkälte-Zentrale für Wien

Baustelle Fernkältezentrale Mariannengasse

Baustelle der Fernkältezentrale Mariannengasse

- © Wien Energie FotobyHofer

Wien Energie hat ihre achte große Fernkältezentrale in Betrieb genommen. Das Gebäudeensemble am Campus der MedUni Mariannengasse in Wien Alsergrund wird von der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) errichtet. Ein technisches Highlight: Erstmals kommt an dem Standort ein Eisspeicher zum Einsatz, der gemeinsam mit der Nutzung von Abwärme für besonders ressourcenschonende Kühlung sorgt.

Die Fernkältezentrale am MedUni Campus Mariannengasse sei ein wichtiger Meilenstein im Ausbau der Wiener Fernkälte, wie Michael Strebl, Vorsitzender der Geschäftsführung von Wien Energie, betont. „Von hier aus verbinden wir den Fernkältering um die Wiener Innenstadt mit dem AKH und der Fernkältezentrale Spittelau." Es ist die achte große Kältezentrale im Verbundnetz von Wien Energie. Der größte Abnehmer wird der derzeit in Bau befindliche neue MedUni Campus Mariannengasse direkt vor Ort sein. 

Im Vergleich zu konventionellen Klimaanlagen spart die Fernkältezentrale am MedUni Campus Mariannengasse jährlich 1.000 Tonnen CO₂-Emissionen ein. Mit einer Wärmepumpe wird auch die Abwärme der Kälteproduktion genutzt. Im Sommer kann so der gesamte Heizbedarf des Gebäudes gedeckt werden.

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Michael Strebl, Vorsitzender der Geschäftsführung von Wien Energie, Christine Dornaus, Geschäftsführerin der Bundesimmobiliengesellschaft, und Volkan Talazoglu, Vizerektor für Finanzen der MedUni Wien (v.l.n.r.)
Michael Strebl, Vorsitzender der Geschäftsführung von Wien Energie, Christine Dornaus, Geschäftsführerin der Bundesimmobiliengesellschaft, und Volkan Talazoglu, Vizerektor für Finanzen der MedUni Wien (v.l.n.r.) - © Wien Energie / Max Kropitz

Eisspeicher für Verbrauchsspitzen

Der MedUni Campus Mariannengasse bietet Platz für 2.000 Studierende und 750 Mitarbeitende. Neben Hörsälen, Übungsräumen und Lernzonen bietet das Gebäude auf insgesamt 35.000 Quadratmetern ideale Rahmenbedingungen für die medizinische Forschung und Lehre. Das denkmalgeschützte Bestandsgebäude wird saniert und dient als Bindeglied zwischen Alt- und Neubau. Neben der Fernkälte beinhaltet das Energiekonzept Niedertemperaturwärme, einen Fernwärme-Anschluss sowie eine hocheffiziente Wärmerückgewinnung der zentralen Lüftungsanlagen inklusive der Laborlüftung. 

Erstmals nimmt Wien Energie vor Ort auch einen Eisspeicher in Betrieb. Dabei handelt es sich – vereinfacht – um einen zehn Meter langen, isolierten Container voll Wasser. Über mit Kühlmittel gefüllte Schläuche kann dieses Wasser gefroren werden. Zum „Entladen“ des Speichers wird das Eis abgetaut, die Kälte dabei, wiederum über die Kühlmittel-Schläuche, freigesetzt und über Wärmetauscher an das Fernkältenetz abgegeben.

Der Eisspeicher soll dazu dienen, Verbrauchsspitzen abzudecken und so einen effizienteren Betrieb der Kältezentrale ermöglichen. Denn Kälte wird zwar rund um die Uhr gebraucht, der Verbrauch steigt im Sommer zwischen 11 und 16 Uhr jedoch stark an. Mit dem Eisspeicher können die Kältemaschinen gleichmäßiger und somit effizienter genutzt werden: Ist der Verbrauch niedriger, etwa in der Nacht, wird der Eisspeicher geladen, um die Kälte dann abzugeben, wenn sie gebraucht wird. Im Endausbau kommen an dem Standort drei mit Ökostrom betriebene elektrische Kältemaschinen, eine Wärmepumpe sowie eine mit Fernwärme betriebene Absorptionskältemaschine zum Einsatz. Der Universitätsbetrieb beginnt mit dem Wintersemester 2027/2028. Bis dahin wird die Fernkältezentrale bereits in das Kälte-Verbundnetz einspeisen.

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Im Vergleich zu konventionellen Klimaanlagen spart die Fernkältezentrale am MedUni Campus Mariannengasse jährlich 1.000 Tonnen CO₂-Emissionen ein. 

- © Wien Energie / Max Kropitz

Daten und Fakten zur Fernkältezentrale

  • Leistung Fernkältezentrale MedUni Campus Mariannengasse im Endausbau: 17,7 Megawatt
  • Kapazität Eisspeicher: 6 Megawattstunden
  • Außenmaße Eisspeicher: 10x4x3 Meter (LBH)
  • Investitionssumme Fernkältezentrale MedUni Campus Mariannengasse: 22 Millionen Euro
  • Wiener Fernkältenetz: 30 Kilometer
  • Kältezentralen: 8 mit Netzanschluss, 17 lokale Kältezentralen ohne Netzanschluss
  • Versorgte Gebäude: 220
  • Wiener Fernkälte-Leistung 2025: 240 Megawatt
Wiener Fernkältenetz
Das Wiener Fernkältenetz - © Wien Energie