Laufen schreibt Industriegeschichte : Weltweit erste Netto-Null-Produktionsstätte für Sanitärkeramik

In Gmunden steht der E-Tunnelofen von Laufen – der erste seiner Art.

In Gmunden steht der E-Tunnelofen von Laufen – der erste seiner Art.

- © LAUFEN

Mit dem Produktionsstandort in Gmunden betreibt Laufen Austria die weltweit erste vollständig emissionsfreie Sanitärkeramikfertigung. Bei gleicher Produktionsmenge werden so jährlich 5.000 Tonnen CO₂ eingespart. Im Zentrum dieser Entwicklung steht der erste elektrische Tunnelofen für Sanitärkeramik, der seit zwei Jahren erfolgreich im Vollbetrieb läuft.

Einen weiteren Meilenstein hat das Unternehmen kürzlich mit der Cradle-to-Cradle Certified Circularity Bronze für Produkte aus Gmunden erreicht. Für das international anerkannten Nachhaltigkeitslabel müssen die Produkte unter anderem Kriterien wie Materialgesundheit, Materialkreisläufe, Wasserverantwortung sowie der Einsatz erneuerbarer Energien und Social Fairness erfüllen.

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Christian Schäfer, Managing Director von Laufen Austria, strebt bereits die Silber Zertifizierung für Cradle-to-Cradle an.

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C2C: Nach Bronze kommt Silber

Bei Laufen sieht man sich durch dieser Auszeichnung im nachhaltigen Kurs des Unternehmens bestätigt. „Die Bronze-Zertifizierung sehen wir als wichtige Bestätigung für unseren Weg, aber zugleich auch als Ansporn. Unser Ziel ist es, kontinuierlich besser zu werden und demnächst auch die Silber-Zertifizierung zu erreichen“, betont Christian Schäfer, Managing Director von Laufen Austria. Möglich sind die Stufen Bronze, Silber, Gold und Platin.

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Am Produktionsstandort in Gmunden kommen daher nur gesundheitlich unbedenkliche, schadstofffreie Rohstoffe zum Einsatz. Die Keramiken sind recyclingfähig konzipiert und ermöglichen eine sortenreine Rückführung in den industriellen Stoffkreislauf. Auch im Umgang mit Wasser setzt die Produktion in Gmunden nachhaltige Maßstäbe, denn rund fünfzig Prozent des aufbereiteten Prozesswassers werden intern wiederverwendet. 

Durch unsere CO₂-emissionsfreie Produktionsstätte kann pro Stück Sanitärkeramik im Schnitt 50 Kilo CO₂ gespart werden.
Christian Schäfer, Laufen Austria

Der Weg zur dekarbonisierten Produktion

Vor allem punktet der oberösterreichische Standort mit dem elektrischen Tunnelofen, der mit selbst produziertem Photovoltaikstrom und zertifiziertem Ökostrom betrieben wird und eine vollständig dekarbonisierte Produktion ermöglicht. „Durch unsere CO₂-emissionsfreie Produktionsstätte kann pro Stück Sanitärkeramik im Schnitt 50 Kilo CO₂ gespart werden. In einem Hotel mit hundert Zimmern und Bädern - in denen jeweils ein WC und ein Waschtisch verbaut werden - können durch den Einsatz unserer Produkte aus Gmunden ganz einfach 10 Tonnen CO₂ eingespart werden“, berechnet Schäfer.

Der neue Elektroofen ist hochautomatisiert, benötigt nur etwa ein Drittel der Energie konventioneller Öfen und wird ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Quellen betrieben. Zwei eigene Trafostationen sichern die Versorgung. Ein wesentlicher Teil der benötigten Energie wird direkt am Standort durch eine 2 MWp -Photovoltaikanlage mit 4.910 Modulen erzeugt, die auf den Dachflächen der Produktionsgebäude und angrenzenden Hangflächen für den Betrieb des E-Tunnelofens installiert wurden. „Zusätzlich beziehen wir zertifizierten Ökostrom aus dem Netz, womit unsere Produktion heute vollständig emissionsfrei betrieben wird“, wie Schäfer erklärt.

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Die frühere gasbasierte Brenntechnologie wurde am Standort Gmunden mittels einem 2-stufigen Rückbauplan mit Ende 2024 vollständig stillgelegt. Ein einzelnes Relikt bleibt zu Anschauungszwecken im Werk erhalten. Für die Dekarbonisierung des Standorts in Oberösterreich wurden auch alle übrigen thermischen Prozesse elektrifiziert, etwa die Wasseraufbereitung für den keramischen Schlicker sowie die Beheizung im Formenbau.

Gasbetriebener vs. elektrisch betriebener Tunnelofen

Konventionelle Sanitärkeramikproduktion ist durch den Einsatz gasbetriebener Tunnelöfen traditionell energieintensiv, da Temperaturen von über 1.200 Grad Celsius erreicht werden müssen. Hinzu kommt ein hoher thermischer Energieeinsatz für das Trocknen der Rohstücke.

Mit dem am Standort Gmunden entwickelten Elektroofen ist es möglich, Waschbecken und WCs mit grünem Strom und ohne CO₂ -Emissionen zu fertigen. Gleichzeitig eröffnet sie auch Perspektiven für weitere Anwendungsfelder, etwa für Fliesen oder technische Keramiken. 

Blick in die Laufen-Produktion im oberösterreichischen Gmunden.

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Internationale Vorbildwirkung

Ergänzend dazu setzt Laufen in Gmunden ein umfassendes Energiekonzept um, das laufend weiterentwickelt wird. So wurden ab Anfang 2024 sukzessive Wärmetauscher installiert, wodurch seit ihrer Inbetriebnahme insgesamt 412.000 Kilowattstunden (412 Megawattstunden) Wärmeenergie rückgewonnen und eingespart werden konnten. 

 Für die Roca-Gruppe, zu der Laufen gehört, ist Gmunden nicht nur eine österreichische Produktionsstätte, sondern auch ein Innovationszentrum innerhalb der Gruppe. „Was wir hier in Gmunden erreicht haben, ist ein Musterbeispiel für moderne Industrieproduktion im Einklang mit Umwelt und Klima. Die Welt sowie unsere Branche befinden sich in einem starken Wandel, und wir zeigen, wie wir diesen aktiv mitgestalten können“, fasst Schäfer abschließend zusammen.